Region: Augsburger Land

Gedenken trotz Hindernissen: Volkstrauertag als Appell für Besinnung in schweren Zeiten

StaZ-Reporter Ludwig Lenzgeiger aus Adelsried
Als StaZ-Reporter berichten Vereine, Organisationen und Privatpersonen. Jeder kann mitmachen.

Bürgermeister Sebastian Bernhard (v.l.) mit Vereinsvorstand Helmut Lenzgeiger der Fahnenabordnung des KSV Adelsried (Fähnrich Heiko Mohr, Michael Schuster und Wolfgang Ostermeier) am Grab des unbekannten Soldaten in der Pfarrkirche.

Einige Besprechungen mit Pfarrer Thomas Payappan und Bürgermeister Sebastian Bernhard waren seitens des Krieger- und Soldatenvereines nötig, damit letztlich zumindest noch in kleinem Rahmen und dennoch regelkonform das traditionelle Gefallenen- und Vermisstengedenken des Vereins in Zusammenarbeit mit der Gemeinde abgehalten werden konnte, wie Vorstand Helmut Lenzgeiger berichtet. Dass allerdings trotz dieser herausfordernden Zeiten das Gedenken nicht vergessen wird, war und ist dem Verein gerade in seinem diesjährigen 100. Jubiläumsjahr ein echtes Herzensanliegen.

So fand am vergangenen Samstag die Heilige Messe zum Gedenken an die in den Weltkriegen gefallenen und vermissten Bürger von Adelsried und Kruichen statt, bei der selbstverständlich anlässlich des Volkstrauertages auch für alle Opfer von Krieg und Vertreibung weltweit gebetet wurde. Die Rede von Vereinsvorsitzendem Lenzgeiger und Bürgermeister Bernhard wurde statt am Heldengrab in der Kirche vorgetragen, was zugleich den Schlusspunkt der öffentlichen Gedenkfeier bildete.

Lenzgeiger rief den Zuhörern nochmals die Zahlen für Adelsried in Erinnerung, wo im Ersten Weltkrieg 36, im Zweiten Weltkrieg 38 Gemeindebürger fielen sowie in letzterem Krieg zusätzlich 22 Vermisste zu verbuchen waren. Diese Namen der Söhne, Väter, Ehemänner und Freunde mahnten bis heute alle Lebenden zum Frieden. Gerade im 100. Jubiläumsjahr des KSV gelte es deren ehrendes Andenken zu erhalten.

Bürgermeister Bernhard betonte in seiner Rede, dass die Gräuel des Krieges auch in schweren Zeiten nicht vergessen werden dürften; einerseits um denen zu danken, die sich heute für unsere Freiheit und gegen Krieg und Gewalt einsetzten sowie sogar ihr Leben dafür ließen, namentlich die Soldatinnen und Soldaten der Deutschen Bundeswehr. Andererseits müsste ein solcher Tag uns immer Mahnung zu Frieden und Versöhnung sein, der uns zugleich zeigt, mit was für erschreckenden Herausforderungen die Menschen in der Vergangenheit umzugehen hatten. Das gebe einen Maßstab für unsere Probleme der Gegenwart. Abschließend sprach Bürgermeister Bernhard die Hoffnung aus, dass eines Tages der „Volkstrauertag“ ein „Volksfriedenstag“ sein solle.

Gemeinsam mit Pfarrer Payappan legte schließlich die Fahnenabordnung des Krieger- und Soldatenvereines sowie die Gemeindevertreter einen Kranz zum Gedenken am Kriegerehrenmal nieder.

Vereinsvorsitzender Lenzgeiger verblieb mit der Hoffnung, dass im kommenden Jahr der Volkstrauertag wieder in größerem Rahmen, mit den Fahnenabordnungen aller Vereine und vielen Bürgern begangen werden könnte. Dann biete sich hoffentlich zugleich die Möglichkeit, das 100. Vereinsjubiläum mit etwa Verspätung gebührend nachzufeiern.

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben
 


X