Region: Augsburger Land

Vorstand, Vereinsmensch, Vorbild: Ein Adeslrieder Original feiert 70. Geburtstag

LeserReporter Ludwig Lenzgeiger aus Adelsried

Persönlich und mit Fahne kam der Krieger- und Soldatenverein zur Gratulation beim Jubilar Lenzgeiger und seiner Frau vorbei. Von links: 2. Vorstand Heiko Mohr, Helmut und Irmtraud Lenzgeiger, Kassierer Michael Schuster

Adelsried. Unter anderen Umständen wäre es wohl ein kleines Volksfest geworden. Jetzt musste Helmut Lenzgeiger seinen 70. Geburtstag im ganz kleinen Rahmen feiern. Weniger herzlich ging es dabei nicht zu, denn sein Dorf gratulierte fleißig. Das Geburtstagskind selbst denkt aber an ein ganz anderes Jubiläum.

In Adelsried kennt ihn beinahe jeder. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass er so gut wie jedem Verein im Dorf seit Jahrzehnten angehört. Entsprechend zahlreich kamen die Gratulanten, denn trotz seiner ausdrücklichen Bitte, sich gerade angesichts der Umstände keine großen Mühen zu machen, ließ es sich die Dorfgemeinschaft nicht nehmen, schriftlich und – mit Abstand – persönlich dem Adelsrieder Original herzliche Segenswünsche mit auf die weiteren aktiven Jahre zu geben. Lenzgeiger verbrachte also seinen Geburtstag weitgehend „am Gartentürle“, denn um die Regeln zu beachten, wurde auf Abstand, frische Luft und Personengrenzen geachtet.

Vereine und Bürgermeister gratulieren für die Dorfgemeinschaft

Schützen-, Gartenbau-, Musik- und Sportverein, die Feuerwehr und natürlich zahlreiche Freunde und Wegbegleiter überbrachten Präsente und Worte das Dankes für Lenzgeigers jahrelange Vereinstreue wie auch seinen damit stets verbundenen aktiven Einsatz. Immer war und ist der aktive Handwerker zur Stelle, wenn es um gestalterische Aufgaben geht, ob bei der Kreation von Vereinsgeschenken, ob bei der Gestaltung einer ganzen Hofstelle oder eines Umzugwagens zum großen Dorfjubiläum „Adelsried EINTAUSEND“ im Jahr 2019. Das Engagement an „allen Fronten“ würdigte gemeindlicherseits Bürgermeister Sebastian Bernhard zusammen mit Lenzgeigers Sohn und zweitem Bürgermeister Ludwig Lenzgeiger, die herzliche Glück- und Dankeswünsche sowie ein kleines Präsent überbrachten. „Du bist eine beispielhafte Stütze im Dorfleben, du bist ein Vereinsmensch, Vormacher und ein Vorbild. Danke dafür“, so Bernhard.

Der Krieger- und Soldatenverein kommt mir der Fahne

Das Herz des rüstigen Machers schlägt aber ganz besonders für den Verein, dem er selbst vorsteht, nämlich für den Krieger- und Soldatenverein Adelsried. Eingetreten ist Lenzgeiger am 31. März 1973, also vor 48 Jahren, und übernahm in dieser Zeit bereits als Beisitzer in der Vorstandschaft sowie als Kassierer und Schriftführer dort Verantwortung, wie der jetzige Schatzmeister Michael Schuster bei seiner kurzen Laudatio auf Lenzgeiger wissen ließ. Mittlerweile führt Lenzgeiger seit acht Jahren den „bestgeführten Verein in Adelsried mit der kompetentesten Vorstandschaft“, wie Schuster mit einem Augenzwinkern erläuterte. Die Lobrede schloss auch explizit Irmtraud Lenzgeiger ein, die als Ehefrau nicht selten miteingespannt werde und ihren Helmut in den letzten Jahrzehnten immer wieder mit dem Verein habe teilen müssen.

Als besonderes Zeichen der Anerkennung hatte sich als Fähnrich und zweiter Vorsitzender Heiko Mohr mit der Vereinsfahne zu Lenzgeiger auf den Weg gemacht. „Lieber Helmut, Du bist ein zuverlässiger und starker Kamerad. Auf dich kann der KSV immer zählen. Wir sind stolz, dich an unserer Spitze zu haben und freuen uns auf die Jahre, die vor uns liegen. In Treue fest“, drückte Mohr im Namen aller Kameraden mit dem Vereinsspruch die Wertschätzung für Lenzgeiger aus.

Lenzgeiger hat ein anderes Jubiläum im Blick

Der Jubilar selbst zeigte sich von soviel Anerkennung beinahe überwältigt: „Dass sich so viele Menschen auf den Weg zu mir machen und mir durch ihre Wertschätzung verdeutlichen, dass ich das eine oder andere bewegt habe, ist schön. Trotz der Einschränkungen und Umstände zu wissen, dass es diese Gemeinschaft gibt, motiviert und macht zuversichtlich.“ Diese Umstände nämlich bereiten Lenzgeiger Sorgen, dem weniger er selbst und sein 70-jähriges Wiegenfest in diesem Jahr am Herzen liegt, sondern – wie könnte es beim Vereinsmensch anders sein – das hundertjährige Jubiläum seines Krieger- und Soldatenvereins, das eigentlich bereits im Vorjahr hätte gefeiert werden sollen. Wenn er, so der Vorstand, also „beim Herrgott“ einen Wunsch frei habe, dann sei es der, dass man noch in diesem Jahr gemeinsam in der Dorfgemeinschaft den KSV feiern könne. „Mal wieder zamkommen, den Zorn über so manches vergessen, Zuversicht zeigen, des wär doch was für 2021“, so Lenzgeiger.

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