Region: Augsburger Land

"Schützen durch Nützen" - Walderkundung mit Hansjörg Durz im Holzwinkel

LeserReporter Ludwig Lenzgeiger aus Adelsried
Vom Adelsrieder Rathausplatz aus machte sich Hansjörg Durz auf zur Erkundung des heimischen Waldes.

Alljährlich sucht der Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz den Kontakt zu den Bürgern im Wahlkreis durch Wanderungen und Radtouren durch die gesamte Region. Im Rahmen einer Radtour zum Thema "Wald - Seit Jahrhunderten gelebte Nachhaltigkeit" war Durz auch im schwäbischen Holzwinkel zu Gast.

Trotz der düsteren Wetterprognosen und morgendlichen Regens fanden sich zahlreiche Radler zum Startpunkt am Adelsrieder Rathausplatz ein, um mit dem Bundestagsabgeordneten, der den Landkreis Augsburg und den Landkreis Aichach-Friedberg seit dem Jahr 2013 in Berlin vertritt, die heimischen Wälder und Fluren zu erkunden. Für Durz selbst sei es gewissermaßen ein "Heimspiel", habe der ehemalige Neusäßer Bürgermeister doch Familie in Welden, wie Organisator Ludwig Lenzgeiger eingangs zur Begrüßung erklärte.

Vom Rathausplatz Adelsried aus radelte die Gruppe vorbei am "Hasenberghof" und der Adelsrieder Flurkapelle zum Furnierstadel, wo es am Axtesberg in den Wald hinein ging. Der Radweg zwischen dem Peterhof und Heretsried führte die Gruppe zur Kapelle am Ortseingang von Heretsried. Dort gab es Stärkung vom dortigen CSU-Ortsverband, bevor der Anstieg zum Fernsehturm auf den Stauffersberg angegriffen wurde.

Auf der Spitze des Holzwinkels auf rund 570 Metern angekommen, traf die Gruppe auf den Bonstetter Bürgermeister Anton Gleich. Er erläuterte, welche Bedeutung der Wald für die Kommunen wie die Bürger habe. Gerade die Coronapandemie habe die Wichtigkeit eines intakten und für die Menschen zugänglichen Waldes gezeigt, denn Naherholung in der Heimat habe mittlerweile Hochkonjunktur, gerade auch als Zufluchtsort für Städter. In diesem Zusammenhang wies er auf den jüngst eröffneten Erlebnis-Radweg Landwirtschaft hin, den das Entwicklungsforum in Zusammenarbeit mit ReAL West eröffnet hat. Förster Thomas Miehler merkte in diesem Zusammenhang allerdings auch das Problem der Zerstörung des Waldes durch Radfahrer auf wilden Trails" an und die Gefahren, die bezüglich der Haftung bei Verletzungen auf private Waldeigner zukommen. In Zukunft werde der Gesetzgeber wie auch die Kommunale Ebene verstärkt gefragt sein, die Freizeitinteressen mit denen der Waldeigentümer in Einklang zu bringen.

Wieder in den Wald eingetaucht, ging es für Durz und die Gruppe zum Fachgespräch zu den Themen Nutzwald, Waldpflege und nachhaltige Forstwirtschaft. Christoph Pascher von der Forstbetriebsgemeinschaft Augsburg-West erläuterte als Fachmann die Grundlagen der Waldnutzung und der Waldpflege. Dabei ging er auf aktuelle Probleme wie etwa Käfer- und Pilzbefall ein, die Jahr für Jahr die Forstwirtschaft vor Herausforderungen stellen. Bei steigendem Holzbedarf sei es zunehmen wichtig, dass die kleinen wie großen Privatwälder nachhaltig bewirtschaftet werden, um die Holzversorgung ebenso wie den idealen Nutzen des Waldes für die Umwelt zu garantieren. "Wir brauchen ein öffentliches und politisches Bewusstsein dafür, dass die Devise Schützen durch Nützen den Wald wie den Mensch voranbringt", so der Experte. Klar müsse sein, dass nur ein gepflegter Walt auch der Umwelt ideal nütze. Mit Blick auf den hohen Beitrag zum Klimaschutz, den der bayerische Wald durch Bindung von CO2 beiträgt, wünschte sich Pascher eine stärkere Anerkennung durch die Politik, indem etwa Geld aus der CO2-Bepreisung auch in die Instandhaltung und Pflege der Wälder fließe.

Beim Abgeordneten Durz wiederum trafen die Forstfachleute auf offene Ohren und der Abgeordnete sagte bereits eine Expertenrunde zur Besprechung konkreter Handlungsmöglichkeiten zu.

Den Abschluss der Tour bildete der Ludwig-Ganghofer-Lausbubenweg in Welden, von dem aus man den Radweg zurück nach Adelsried einschlug. Dort traf die Gruppe gerade rechtzeitig im Hotel Schmid ein, um dem einsetzenden Regen zu entgehen.

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