Region: Aichach|Friedberg

Abpumpen des Auensees reduziert: Behörden beobachten Friedberger Ach

Aus dem Auensee soll nun kein Wasser mehr abgepumpt werden.

Nach der fachlichen Einschätzung des Wasserwirtschaftsamts besteht die Aussicht, dass der Verlorene Bach und die Friedberger Ach in Kürze wieder ohne Zufluss aus dem Auensee auskommen. Die Ableitungsmenge wurde zunächst in der vergangenen Woche mehr als halbiert, auf nur noch 60 Liter pro Sekunde. Anschließend plante das THW die Pumpen abzubauen, das Wasserwirtschaftsamt beobachtete weiter die Entwicklung des Wasserstands, die Fischereifachberatung des Bezirks ist weiterhin eng mit eingebunden. Das gibt das Landratsamt Aichach-Friedberg in einer Pressemitteilung bekannt.

Der Zulauf des Verlorenen Bachs von Süden her hatte sich zuletzt leicht erhöht, vermutlich aufgrund der Niederschläge im Voralpenbereich – auch im Lech hat sich der Pegel aus diesem Grund wieder weitgehend normalisiert. Der Auensee kann somit bis auf Weiteres geschont werden und sich von der Wasserentnahme der vergangenen Tage erholen. Mitte der Woche lag die Absenkung dort bei 17 Zentimetern. Die Auswirkungen des Abpumpens auf den Auensee werden von den Ämtern durchgehend beobachtet.

Die Gemeinde Kissing und die Stadt Friedberg haben in dieser Woche veranlasst, dass die Verläufe von Ach und Verlorenem Bach noch einmal komplett überprüft wurden. Verlorener Bach und Friedberger Ach sind als Gewässer 3. Ordnung eingestuft, damit sind die Gemeinden für deren Unterhalt verantwortlich. In diesem Zug wurde im Gemeindegebiet Kissing nach Abstimmung mit dem Landratsamt ein Biberdamm beseitigt.

Insgesamt war von Beginn an das oberste Ziel der beteiligten Behörden, die Friedberger Ach mit ihrer gesamten Gewässerökologie zu retten. Dabei geht es um die Aspekte Naturschutz, Fischerei und Wasserwirtschaft, aber auch um deren Funktion als wichtiger Vorfluter für mehrere Kläranlagen im Landkreis Aichach-Friedberg und auch im Nachbarlandkreis. Fehlt das „natürliche“ Wasser in der Ach als Vorfluter, kann das vorgereinigte Abwasser aus den Kläranlagen nicht mehr natürlich biologisch nachgereinigt werden. Somit ist die Abwasserbeseitigung des Großteils der Landkreisbürger in Gefahr. Damit wird die Friedberger Ach von den Fachstellen als ein Gewässer mit hohem öffentlichem Interesse eingestuft. (pm)

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