Region: Aichach|Friedberg

Personalengpässe an Schulen: In Aichach-Friedberg helfen Studenten als Lehrer aus

Freuen sich auf das neue Schuljahr: die Direktorinnen des Schulamts Aichach-Friedberg Ingrid Hillenbrand (links) und Carola Zankl

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) blickt zuversichtlich auf das neue Schuljahr. Ingrid Hillenbrand und Carola Zankl vom Staatlichen Schulamt Aichach-Friedberg ebenso. Bei der alljährlichen Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn haben die beiden Schulamtsdirektorinnen die Schülerzahlen beleuchtet und sind auch auf das Thema Lehrermangel eingegangen.

Dank „erfolgreicher Personalgewinnungsmaßnahmen“ sei die Lage im Landkreis Aichach-Friedberg gut – trotz eines Anstiegs der Schülerzahl an den Grund- und Mittelschulen von 7044 (2021/22) auf 7439 (2022/23). Mit sogenannten externen Kräfte konnten entsprechende Personallöcher gestopft werden. Mit „externen Kräften“ sind Lehramtsstudenten gemeint, die zum Teil das erste Staatsexamen haben oder zumindest in höheren Semestern studieren. Zum kleinen Teil seien laut Carola Zankl auch totale Quereinsteiger dabei. Ein abgeschlossenes Studium ist in diesen Fällen aber durchaus Voraussetzung, um Kinder zu unterrichten.

Ergo: „Wir können gut starten. Während des Schuljahres kann es aber durchaus zu personellen Engpässen kommen“, sagt Ingrid Hillenbrand.

Weiterhin gilt ein betriebliches Beschäftigungsverbot für Schwangere und Risikopatienten an den Schulen. Für diese pandemiebedingten nicht im Präsenzunterricht einsatzfähigen Stammlehrkräfte können auch dieses Schuljahr sogenannte Teamlehrkräfte eingesetzt werden. Diese arbeiten eng mit der Stammlehrkraft zusammen und übernehmen den Präsenzunterricht, den die Schwangere oder Risikopatientin vorbereitet hat. Dafür konnten sich Personen mit abgeschlossenem Hochschulstudium (auch außerhalb des Lehramts), Lehramtsstudenten höherer Fachsemester sowie Frauen und Männer mit Vorbildung im erziehungswissenschaftlichen Bereich oder mit einem Abschluss in einer pädagogischen Ausbildungsrichtung bewerben. Im Schulamtsbezirk werden vier dieser Teamlehrkräfte eingesetzt.

Wie Carola Zankl berichtet, seien die Schulleitungen im Landkreis froh, dass nach über zwei Jahren Corona mit etlichen Vorschriften und Einschränkungen wieder ein normaler erster Schultag stattfinden kann – ohne Einbahnstraßen und Markierungen in den Gebäuden. Weiter entfällt die Test- und Maskenpflicht. Masken werden auf Begegnungsflächen empfohlen, das Tragen bleibt aber freiwillig. Wer will, kann für sein Kind in den ersten beiden Schulwochen bis zu drei Corona-Tests haben. Die Durchführung ist ebenfalls freiwillig und soll außerhalb der Schule stattfinden. An den Schulen sind keine Corona-Tests mehr vorgeschrieben.

Für ukrainische Flüchtlingskinder gibt es im Landkreis sieben Brückenklassen (drei an Gymnasien, eine an der Realschule und drei an Mittelschulen). Insgesamt nehme die Anzahl an Zuwanderern – nicht nur aus der Ukraine – zu, sagt Carola Zankl, die damit rechnet, dass die präsentierten Schülerzahlen mit Stand Ende Juli nicht final sind. „Es kommen bestimmt noch ein paar Kinder hinzu.“

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