Region: Aichach|Friedberg

Ausschreibung für den Anbau am Landratsamt Aichach-Friedberg

So könnte die Zukunft aussehen: der Plan für die Erweiterung des Landratsamts.

Die Erweiterung und Sanierung des Aichacher Landratsamts ist wegen der hohen Kosten ein vielfach diskutiertes Thema im Kreistag. Nachdem im Sommer der lang erwartete Beschluss zur Erweiterung gefasst worden war, wurde dem Bauausschuss nun Einblick in die aktuelle Kostensituation gegeben. Er stimmte dem ersten Ausschreibungspaket zu. Es umfasst 60 Prozent der Kosten für die Erweiterung, die Aufträge sollen im Mai vom Bauausschuss vergeben werden. Allein die Erweiterung ohne die Sanierung des Bestands kommt auf rund 15 Millionen Euro.

Derzeit liegt man vermutlich knapp elf Prozent über der früheren Kostenberechnung – klingt viel, ist laut stellvertretendem Abteilungsleiter Manuel Hitzler aber weniger als angesichts der stetig steigenden Preise im Bausektor befürchtet. Diese Summe lässt sich aus den jeweiligen Leistungsverzeichnissen errechnen. Wie die Wirklichkeit aussieht, dürfte erst im Mai endgültig klar sein.

Hitzler mahnte zugleich davor, noch länger mit dem Bau zu warten. Rein rechnerisch koste jeder Tag, der ins Land geht, wegen der Preissteigerungen 5000 Euro zusätzlich. Deshalb ist alles vorbereitet, damit die Ausschreibungen am Tag nach der Kreistagssitzung auf den Weg gebracht werden können.

Die Vorarbeiten beginnen schon früher: Los gehen soll es demnächst mit den Baumfällungen, damit diese bis Ende Februar abgeschlossen sind. Bis Ende Mai werden dann Wasser-, Strom- und Telefonleitungen verlegt.

Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) wies darauf hin, seine Fraktion sei dem Projekt zwar skeptisch gegenübergestanden, respektiere nun aber die getroffene Entscheidung. Er wollte sich aber nicht indirekt die Kostensteigerung vorhalten lassen und konterte, dass dem Landkreis vier Millionen Euro aus KfW-Mitteln verloren gegangen seien, weil der Förderantrag für die Sanierung des Altbaus nicht früher beantragt worden sei. Inzwischen wurde das Programm eingefroren.

Den Sachverhalt stellte das Landratsamt am Tag nach der Sitzung noch einmal aus seiner Sicht dar. Demnach sei eine vollständige energetische Sanierung nicht Gegenstand des Kreistagsbeschlusses vom Juni 2021 gewesen. Das vor zwei Wochen eingestellte KfW-Förderprogramm sei aber erst im Juli ins Leben gerufen worden. Die Verwaltung habe mit Blick auf die neue Förderung im November eine Vorschau zu einer kompletten energetischen Sanierung des Bestandes geliefert, die eine zusätzliche Investition von rund 8,6 Millionen Euro bedeutet hätte; dieser Summe hätte eine Förderung von knapp vier Millionen Euro gegenüberstehen können. In einer Mitteilung heißt es: „Der Bauausschuss hat der Wiedervorlage der Betrachtung im Mai 2022 zugestimmt. Eine Vergabe zur Projektierung der KfW-Förderung sollte am 24.01.2022 im Bauausschuss erfolgen. Genau zu diesem Zeitpunkt wurde ohne Vorankündigung unter anderem das oben genannte Programm gestoppt und der Planer daher nicht beauftragt.“ (cal)

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