Region: Aichach|Friedberg

Über 11.000 Besucher im Sisi-Schloss

Die Kleider leiteten in die Sonderausstellung über. Die beschäftigte sich in diesem Jahr mit Sisis Familie.

Trotz kürzerer Laufzeit und Zugangsbeschränkungen war die diesjährige Ausstellung im Sisi-Schloss gut besucht. Ein Resümee.

Mit 11.261 Besuchern war die Ausstellung „Kaiserin Elisabeth – ihr Leben, ihre Familie“ im Wasserschloss in Unterwittelsbach eine der erfolgreichsten der vergangenen Jahre. Das teilte die Stadt Aichach mit. Und das trotz des coronabedingten späteren Starts und der erheblichen Zugangsbeschränkungen.

Die neue Dauerausstellung im Sisi-Schloss habe die Besucher begeistert. Es habe viele positive Rückmeldungen zu dieser multimedialen Inszenierung gegeben, die facettenreiche Einblicke in Elisabeths Leben von der Kindheit bis zum Tod ermöglicht, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt.

Ein Blick in das Gästebuch zeige, dass die Besucher aus dem gesamten süddeutschen Raum gekommen waren, aber auch aus Hamburg, Nordrheinwestfalen, Hessen, Niedersachsen, Thüringen und Sachsen. Einige Besucher waren aus dem Ausland angereist, unter anderem aus Ungarn, Italien und den Niederlanden. Allerdings nicht so zahlreich wie in früheren Jahren, was, wie die Stadt Aichach vermutet, sicher auch der Pandemie geschuldet war.

Corona ist auch der Grund, warum Kastellan Brigitte Neumaier zwar nicht ganz glücklich, letztlich mit dem Ergebnis aber doch sehr zufrieden ist. „Wir konnten die Ausstellung erst drei Wochen später eröffnen und mussten dann auch noch eine Woche früher schließen“, blickt sie zurück. Noch problematischer fand sie, dass aufgrund der Zugangsbeschränkungen heuer keine Busgruppen kamen und nur einige wenige Führungen für Kleingruppen stattfinden konnten. Außerdem entfiel das gesamte Rahmenprogramm mit Vorträgen und Konzerten. „Dafür haben wir ein tolles Ergebnis erzielt“, so ihr Resümee.

Sehr gefreut hat sie sich über die vielen positiven Einträge im Gästebuch. „Danke für die wunderschöne Ausstellung. Eine Zeitreise“ steht da zum Beispiel oder „Ein großes Kompliment für diese tolle Ausstellung. Informativ, kurzweilig, interessant“ und „Eine herrliche, sehr informative Ausstellung mit besonderem Flair und ganz viel persönlicher Note“. Ein junger Besucher hat geschrieben: „Mir hat es hier gefallen, weil die Tablets cool sind“. Neumaier hat besonders über diesen Eintrag geschmunzelt: „Liebe Sisi, das war aber ein Scheißleben. Da hat es meine Frau aber viel besser!“

Bürgermeister Klaus Habermann ist sich sicher, dass das Sisi-Schloss auch von der Bayerischen Landesausstellung „Stadt befreit“ profitiert hat. „Das Schloss ist zusammen mit dem Burgplatz in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt, weil sich hier die Wurzeln der Wittelsbacher befinden“, betont er und hofft, dass sich darauf touristisch in den kommenden Jahren aufbauen lässt.

Neue Dauerausstellung über Elisabeths Leben

Im Schloss Unterwittelsbach haben die Besucher Kaiserin Elisabeth ganz persönlich und ihre Familie kennen gelernt. Die neue Dauerausstellung ermöglicht Einblicke in Elisabeths Leben von der Kindheit bis zum Tod und geht der Frage nach, wie der Mythos „Sisi“ entstand. In einer multimedialen Inszenierung erleben die Besucher Sisis unbeschwerte Kindheit, auf die die Zwänge des Wiener Hofes folgten. Ein Raum widmet sich Elisabeths Schönheitskult. Ein „magischer Spiegel“ gibt Geheimnisse der Kaiserin preis. Dafür genügt es, die Bürste oder den Handspiegel am Schminktisch zu berühren. Auch Duftproben gehören dazu. Dem Thema Reisen ist ein eigener Raum gewidmet, an einem Kartentisch können Besucher die Reisen von Kaiserin Elisabeth nachvollziehen. Im letzten Raum schließlich dreht sich alles um ihren tragischen Tod, der Sisi bald unsterblich machte. In den sieben Räumen können die Besucher zum Teil selbst aktiv werden, Informationen abfragen, Hörstationen nutzen oder in ein Kleid schlüpfen.

Sonderausstellung über Sisis Familie

Nachbildungen von Kleidern der Kaiserin leiteten in die Sonderausstellung über. Die beschäftigte sich in diesem Jahr mit Sisis Familie: ihren Eltern Herzog Max in Bayern, dem früheren Besitzer des Wasserschlosses Unterwittelsbach, und seiner Gemahlin Herzogin Ludovika, den zahlreichen Geschwistern sowie ihrem Gemahl Kaiser Franz Joseph I. und den gemeinsamen Kindern. Anhand von Originalexponaten wie einer Zither von Herzog Max und Gemälden wurden deren Leben und Wirken dargestellt. So gründete ihr Bruder Carl Theodor 1895 in München eine Augenklinik.

Das Sisi-Schloss bleibt bis zum Frühjahr geschlossen. Doch Brigitte Neumaier freut sich schon jetzt auf die neue Ausstellung, diesmal unter dem Titel „Elisabeth und Maria Theresia - Frauenpower im Hause Habsburg“, zu sehen vom 8. Mai bis 31. Oktober 2021. (pm)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X