Region: Aichach|Friedberg

Corona-Krise: Bundeswehr muss wieder helfen

Das Aichacher Krankenhaus hat erneut die Bundeswehr um Hilfe gebeten, weil der Klinik-Chef mit einer Verschlechterung der Corona-Lage rechnet.

Aktuell wird im Raum Augsburg an einer zweiten Welle von Verlegungen von Corona-Intensivpatienten gearbeitet. Dr. Hubert Mayer, Geschäftsführer der Kliniken an der Paar, geht davon aus, dass es die letzte ist: Später werden die anderen deutschen Regionen selbst keine Kapazitäten mehr haben. Abgesehen davon seien Verlegungen sehr zeitaufwendig und eine enorme Belastung für die Patienten

Von Pflegeuntergrenzen könne man längst nicht mehr sprechen, sagte Mayer bei seinem Bericht im Werkausschuss des Aichacher Kreistags. Weil er mit einer weiteren Verschlechterung der Lage rechnet, hat der Klinik-Chef zusammen mit Landrat Klaus Metzger erneut die Bundeswehr um Unterstützung gebeten. Neun Helfer werden Ende der Woche erwartet – allerdings kein medizinisches Fachpersonal, denn das geht inzwischen auch der Bundeswehr aus. Was die neue Virus-Variante Omikron mit sich bringt, vermag Mayer nicht vorherzusehen. Beispielsweise steht die Frage im Raum, ob Patienten mit Delta und Omikron im gleichen Zimmer liegen könnten.

Die Zahl ungeimpfter Patienten habe anfangs bei 95 Prozent gelegen, aktuell spricht Mayer von etwa 80 Prozent. Dass eine Impfung dennoch höchst sinnvoll sei, belege eine neue Studie der Uni Regensburg. Die hat herausgefunden, dass geimpfte Patienten mit gravierenden Verläufen zum größten Teil älter sind und vor allem an weiteren schweren Erkrankungen litten. Einmal mehr wies Mayer darauf hin, dass Notfälle zwar weiterhin behandelt werden, fast alle anderen Operationen aber nicht durchgeführt werden können. Das sei beispielsweise bei Tumorpatienten eine erhebliche Belastung für die Erkrankten, aber auch für die Ärzte. (Carina Lautenbacher)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X