Region: Aichach|Friedberg

Neue Helfer im St. Afra Hospiz

Viele Herausforderungen warten auf die ehrenamtlichen Hospizbegleiter, die Zeit und Trost spenden.

Die Hospizgruppen in Mering, Friedberg und Aichach freuen sich angesichts steigender Akzeptanz in der Gesellschaft über Verstärkung.

Zehn neue Hospizbegleiter aus dem gesamten Landkreis stoßen zum Kreis der Ehrenamtlichen im St. Afra Hospiz, dem ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst im Caritasverband Aichach-Friedberg. Somit sind aktuell im Landkreis 93 ehrenamtliche Hospizbegleiter im Einsatz. Die große Zahl der Ehrenamtlichen ist kein Luxus, denn die Nachfrage an Begleitungen von schwerkranken und sterbenden Menschen ist steigend. Oft sind die Hospizbegleiter ergänzend zu dem SAPV-Team, der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, im Einsatz, um zusätzlich zur medizinischen und pflegerischen Betreuung auch mentalen Beistand zu leisten oder einfach da zu sein.

Für ihren wertvollen Dienst am Mitmenschen wurden die Ehrenamtlichen im Qualifizierungskurs des St. Afra Hospizes, der bereits zum 17. Mal stattfand, in 120 Unterrichtseinheiten vorbereitet. Als Dozenten waren neben Caritasverbands-Geschäftsführer Andreas Reimann und der Gesamtkoordinatorin des St. Afra Hospizes Christine Neukäufer auch die Leiterinnen der Ortsgruppen anwesend.

So lernten sie die neuen Teammitglieder bereits gut kennen und wissen bei Anfragen für Begleitungen, wer zu welchem Einsatz passen könnte. In Aichach konnten Manuela Lang und Christine Neukäufer (Telefon 08251/934 65-30) einen neuen Ehrenamtlichen ins Team aufnehmen, im Friedberger Kreis begrüßt die dortige Koordinatorin Christine Schwarz-Marinkowic (Telefon 0821/21 70 24 16) drei neue Hospizbegleiter und in Mering freut sich die Leiterin der Ortsgruppe Angelika Meier (Telefon 08233/214 99 44 11) über den Zuwachs von sechs weiteren Hospizhelfern. Im Einsatz sind diese bei schwer kranken und sterbenden Menschen in deren gewohnter Umgebung oder in stationären Pflegeeinrichtungen.

In Zeiten der Corona-Pandemie befinden sich die Ehrenamtlichen oft genug in einem großen ethischen Konflikt zwischen Hygiene- und Abstandsregeln oder gar Besuchsverbot in den Einrichtungen sowie auf der anderen Seite der Fürsorge für ihre Patienten. „Hier spüre ich auch eine ganz große Unsicherheit der Einrichtungen, die natürlich ihre Bewohner schützen wollen“, sagt Christine Neukäufer. Unabhängig davon befindet sich die Hospizbewegung in ständigem Umbruch und erfreut sich steigender Akzeptanz, wie anlässlich des Welthospiztages am 10. Oktober festgestellt werden konnte. „Das Thema Sterben wird in unserer Gesellschaft zunehmend enttabuisiert und die Politik interessiert sich für unsere Arbeit“, freut sich Christine Neukäufer. „Dies bestätigen mir die vielen Nachfragen unserer Lokalpolitiker sowie die Begegnungen vor Ort“.

Zudem finde im Kreise der Hospizbegleiter derzeit ein Generationswechsel statt, so hat die leitende Koordinatorin des St. Afra Hospizes festgestellt. War der Großteil der bisherigen Hospizbegleiter früher im Rentenalter, sind jetzt viele Engagierte zwischen 50 und 60 Jahre alt. Neben dem Beruf im ehrenamtlichen Einsatz zu sein, sei noch einmal eine besondere Herausforderung.

Einige Hospizbegleiter haben sich zusätzlich qualifiziert für die Begleitung vortrauernder Kinder und Familien, die Begleitung von Menschen mit Behinderung oder die Trauerbegleitung. Allein in diesem Jahr wurden oder werden bisher im Landkreis Aichach-Friedberg 169 schwerkranke oder sterbende Menschen begleitet. Dazu kommen noch einmal rund 50 Trauerbegleitungen. Die Gruppenangebote sind im Moment alle eingestellt, Einzelgespräche werden aber nach wie vor angeboten. (ike)

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