Region: Aichach|Friedberg

„Wie eine neue Opening-Feier“: M-Eins in Aichach hofft auf Wiedereröffnung im Oktober

Ob in dieser Form in absehbarer Zeit wieder in der Aichacher Diskothek M-Eins gefeiert werden kann, bleibt fragwürdig. Das Foto ist bei der Opening-Party nach der Übernahme durch den neuen Betreiber Fabian Häberle entstanden, damals trat Nico Santos live auf und am Ende des Auftritts stellten sich Künstler und Disko-Betreiber zum gemeinsamen Selfie mit der feiernden Meute auf. Derzeit besteht zumindest die Hoffnung auf eine Öffnung mit Auflagen im Oktober.

„Wir sind tatsächlich hoffnungsvoll“, sagt Fabian Häberle von der Aichacher Diskothek M-Eins. Er und sein Betreiber-Kollege verfolgen gespannt die Pandemie-Entwicklung und fiebern der in Aussicht gestellten Wiedereröffnung im Oktober entgegen. Bis dahin laufen in dem Club Umbau-Arbeiten.

Eineinhalb Jahre ist die Diskothek nun schon in der Corona-Zwangspause. Die letzte Veranstaltung fand dort am 7. März 2020 statt. Erst fünf Monate zuvor hatten Fabian Häberle und sein Geschäftspartner das M-Eins nach der Übernahme wiedereröffnet. Sollte es im Oktober tatsächlich endlich weitergehen, wird das „wie eine neue Opening-Feier“ sein, sagt Häberle. „Es geht für alle Diskos von vorne los.“ Einer der Gründe, warum es dem Betreiber-Duo nach eigener Aussage wichtig ist, „den Laden auch jetzt weiterzuentwickeln“, weshalb sie die noch andauernde Schließung für den Umbau nutzen. Auch in Luftreinigungsgeräte wurde investiert, als Zusatz zur bereits vorhandenen Lüftungsanlage.

Der Moospark in Pöttmes wird sich nach der Zwangspause ebenfalls umgebaut zeigen. „Tschüss Alter Haupteingang! – Willkommen neues Design!“ kündigten die Betreiber in den sozialen Netzwerken an.

Ende August noch schien ein Neustart sehr vage, und vor allem, wie er aussehen könnte angesichts der Pandemie. „Wir sind hoffnungsvoll, dass wir im besten Fall irgendwas machen können“, gab Fabian Häberle vom M-Eins noch vor einigen Tagen zu verstehen. Vergangene Woche kündigte Ministerpräsident Markus Söder dann eine 3G-Öffnung für Diskotheken und Bars ab Oktober an.

Der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) kritisiert die neuen Regeln und prophezeit, sie erschweren der stark angeschlagenen Branche wirtschaftliches Handeln. Dass neben Geimpften und Genesenen nur Personen Zutritt haben sollen, die über einen negativen PCR-Test verfügen, „kommt einer 2G-Regel gleich. Nur wenige Besucher werden dieses teure Zutrittsticket lösen, um tanzen zu gehen“, befürchtet VEBWK-Geschäftsführerin Dr. Ursula Zimmermann. Ab 11. Oktober werden die PCR-Tests kostenpflichtig.

Der VEBWK begrüße einige der neu verkündeten Regelungen, ist aber insbesondere bei der Öffnung von Bars und Diskotheken der Meinung, es sei „fraglich, ob die Lockerungen tatsächlich auch Erleichterungen für die Betreiber bringen“. Zudem sieht der Verein mit dem neuen „Ampel-Konzept“ (Hospitalisierungsrate und Intensivbettenbelegung ausschlaggebend) keine längerfristige Planungssicherheit.

„Dass Bayerns Clubs und Diskotheken endlich wieder öffnen dürfen, war lange überfällig und ist ein richtiger Schritt vor dem Hintergrund vorhandener Möglichkeiten, die es nun durch die Impfungen und auch Testungen gibt. In den Clubs und Diskotheken wird das Leben mit all seinen Facetten gelebt. Das Leben – vor allem für die Jugend – geht nun auch dort endlich wieder weiter“, erklärte der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) nach dem jüngsten Kabinettsbeschluss.

Dass man „auf dem Weg in die richtige Richtung“ sei glaubt auch Fabian Häberle. Bisher sind für Betreiber aber noch viele Fragen offen, wohl erst Ende September wird klar sein, wie der Neustart tatsächlich auszusehen hat. Das M-Eins-Team wolle auf jeden Fall öffnen, auch unter Auflagen, wenn diese planbar und umsetzbar seien, erklärt Häberle. „Wir vermissen die Gäste genauso wie sie uns“, macht er deutlich.

Unter anderem hätte die Sperrstunde, die zuletzt bei 1 Uhr lag, zum Problem werden können. Seit 2. September gibt es keine Corona-bedingte Sperrstunde mehr. Diese Lockerung sei „definitiv positiv“, zieht der M-Eins-Betreiber eine erste Bilanz.

Bisher noch unklar ist allerdings unter anderem, wie es im Herbst um Maskenpflicht und Tanz-Erlaubnis in den Clubs und Diskotheken stehen wird.

Die Gäste-Registrierung, zum Beispiel durch QR-Code und Luca-App, und das Prüfen der G-Nachweise könne man bewerkstelligen, erklärt Häberle. „Wir wollen den Gästen auch einen Lichtblick geben“, sagt er. Eines sei sicher: „Das M-Eins wird es auch nach Corona noch geben.“ (Nayra Weber)

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