Region: Aichach|Friedberg

Gewinnung von Fachkräften in Kindertageseinrichtungen: Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko informiert über neue Qualifizierungsmaßnahmen sowie über Pläne zu einer zweiten Fachakademie für Sozialpädagogik im Landkreis

StaZ-Reporter Peter Tomaschko, MdL aus Mering
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Die Kindertagesstätten und Krippen, nicht nur hier im Landkreis Aichach-Friedberg, leiden unter Personalmangel. Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko informierte nun die Träger und Kommunen über eine neue Qualifizierungsmaßnahme, um neues Personal in den Einrichtungen gewinnen zu können. Zudem sprach er über die gemeinsame Überlegung mit Landrat Dr. Klaus Metzger, eine zweite Fachakademie im Landkreis zu errichten. Diese weitere Ausbildungsstätte kann als Chance dienen, mehr qualifiziertes Personal für die Kindertageseinrichtungen vor Ort zu gewinnen.

Aufgrund von fehlendem Personal wurde in vielen Einrichtungen bereits der Personalschlüssel angepasst. Das bedeutet, dass auf jede Fachkraft nun mehr zu betreuende Kinder kommen. Dies hat nur zur Folge, dass weniger Personal in den Gruppen arbeitet und Ausfälle aufgrund von Krankheiten oder Schwangerschaft bzw. Elternzeit schwerer zu kompensieren sind. Die Fachkräfte müssen mehr Kinder gleichzeitig betreuen und können schwerer auf die individuelle Förderung ihrer Schützlinge eingehen. „Die Personalsituation an vielen Kindertagesstätten ist ein großes Problem. Die Fachkräfte sind großem Druck ausgesetzt und arbeiten oft bis an ihr Limit“, so der Landtagsabgeordnete Peter Tomaschko. Ihm sei es wichtig, sich für bessere Arbeitsbedingungen an den Kindertagesstätten und Krippen einzusetzen. „Die Betreuung unserer Kinder ist eine wichtige Aufgabe, die nicht darunter leiden darf, dass schlichtweg zu wenig Personal da ist“, betonte Tomaschko. Dem Personalmangel stehe ein steigender Bedarf an Betreuungsplätzen gegenüber, der das Problem nochmals verschärfe, so der Abgeordnete weiter.

Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales hat nun ein neues Gesamtkonzept für die Gewinnung von neuen Fachkräften erarbeitet. Ziel der neuen modularen Qualifizierungsmaßnahmen ist es, einem möglichst großen Personenkreis die qualifizierte Tätigkeit in einer Kindertageseinrichtung zu ermöglichen und damit dem Fachkräftemangel effizient entgegenzuwirken. Im Rahmen der Qualifizierung können verschiedene Module absolviert werden. Diese bauen aufeinander auf, ermöglichen aber auch mit bestimmten Zugangsvoraussetzungen einen horizontalen Quereinstieg. Je nach Modul ist eine Tätigkeit als Assistenzkraft, Ergänzungskraft bis hin zur Fachkraft im Sinne des Bayerischen Kinderbildungs- und betreuungsgesetz (BayKiBiG) möglich. 

Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko begrüßt das neue Qualifizierungskonzept des Ministeriums. „Es ist wichtig, jetzt alt eingefahrene Muster zu verlassen und neue Wege zu gehen. Eine Qualifizierung neben der klassischen Ausbildung ist eine große Chance“, stellte Tomaschko fest. Der Abgeordnete betonte weiter, dass Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger das Personal in den Kindertageseinrichtungen nach der Qualifizierung gut ergänzen und unterstützen könnten. Nun geht es darum, gemeinsam mit Landkreis und Kommunen freie Träger anzusprechen und für die Qualifizierungsmaßnahmen im Landkreis zu gewinnen.

Die Qualifizierungsmaßnahmen beginnen voraussichtlich noch in diesem Herbst. Die relevanten Inhalte der Module werden vom Ministerium in enger Kooperation mit dem Staatsinstitut für Frühpädagogik, dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung erarbeitet. Das attraktive Qualifizierungsmodell beinhaltet passgenaue und aufeinander aufbauende Weiterbildungswege zur Assistenz-, Ergänzungs- sowie zur Fachkraft. Die erreichten Abschlüsse werden staatlich anerkannt. 

Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko sieht neben dem neuen Qualifizierungskonzept des Ministeriums auch Chancen, den Fachkräftemangel hier im Landkreis zu entschärfen. Die Kapazitäten an der Berufsschule sollen ausgebaut werden, um mehr Ausbildungsplätze anbieten zu können. Das Angebot der Berufsschule in Friedberg, die Ausbildung im Teilzeitmodell zu absolvieren, ist gerade für Eltern und Wiedereinsteiger eine attraktive Möglichkeit und wird gerne angenommen. „Der klassische Weg als Fachkraft im Kindergarten führt entweder über die Kinderpflegeschulen an den Berufsschulen oder über die Fachakademien für Sozialpädagogik. Diese Ausbildungseinrichtungen müssen wir unterstützen und stärken“, so Tomaschko. Während der Schulzeit an der Fachakademie sind die Schülerinnen und Schüler für die praktische Ausbildung an Einrichtungen im Landkreis eingesetzt. Viele Absolventen bleiben nach der Ausbildung an ihren Praktikumsstellen, um dort als Erzieherin oder Erzieher zu arbeiten. „Durch die enge Kooperation mit Einrichtungen aus dem Landkreis bleiben die ausgebildeten Fachkräfte vor Ort und verstärken das Betreuungsangebot im Wittelsbacher Land“, stellte Tomaschko fest. Der Abgeordnete besuchte in den vergangenen Wochen die Berufsschule Wittelsbacher Land sowie die Fachakademie für Sozialpädagogik in Mering. Bei den dortigen Gesprächen mit den Schulleitern erfuhr Tomaschko, dass nicht der Mangel an Bewerbern das Problem sei, sondern vielmehr nicht mehr Plätze angeboten werden könnten.

Bereits seit Längerem macht sich Peter Tomaschko zusammen mit Landrat Dr. Klaus Metzger Gedanken über die Möglichkeit, im Landkreis eine zweite Fachakademie einzurichten. Der Abgeordnete war bereits in Gesprächen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, das über eine Einrichtung einer Fachakademie für Sozialpädagogik im Landkreis entscheidet. Landrat Dr. Klaus Metzger unterstützt die Initiative, will aber, so sich die Pläne konkretisieren, die zuständigen Gremien des Landkreises informieren und dort diskutieren lassen. „Fraglos wäre eine zweite Fachakademie im Landkreis eine hervorragende Sache, passend zu unserer permanenten Weiterentwicklung der Bildungsregion Wittelsbacher Land. Wir wollen in kompletten Bildungsbereich den Landkreis bestens aufstellen und überall dort ausbauen, wo es möglich ist“, so der Landrat.

Vorläufig planen Landtagsabgeordnete Peter Tomaschko und Landrat Dr. Klaus Metzger, im Spätsommer einen runden Tisch zu organisieren, bei dem neben Vertretern des Ministeriums und der Regierung von Schwaben auch die Schulleiterinnen der Fachoberschule und der Berufsschule teilnehmen sollen. Beide erhoffen sich einen konstruktiven Austausch über eine zweite Fachakademie im Landkreis.

Tomaschko und Dr. Metzger betonten aber auch, dass die Kommunen in die Pflicht genommen werden müssen. „Am Personalmangel haben nicht nur der Landkreis und die Staatsregierung zu arbeiten. Auch vor Ort in den Kommunen müssen alle Möglichkeiten zur Personalgewinnung ausgeschöpft werden“, betonten sowohl der Landtagsabgeordnete als auch der Landrat.

Tomaschko stellte abschließend fest: „Die Betreuung unserer Kinder im Landkreis hat hohe Priorität. Wir dürfen nichts unversucht lassen, dem Personalmangel an den Kindertagesstätten und Krippen entgegenzuwirken.“ 

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