Region: Augsburger Land

Baubeginn der "Vitalen Ortsmitte" Altenmünster verzögert sich

Nachdem der Vorhabenbezogene Bebauungsplan für die „Vitale Ortsmitte Altenmünster“ erneut ausgelegt werden muss, werden diese zum Abbruch vorgesehenen Gebäude den Jahreswechsel 21/22 wohl doch noch „erleben

Nicht ganz nach Wunsch der Gemeinde und der Bauträger läuft die Verwirklichung der Planungen für die „Vitale Ortsmitte“ in Altenmünster. Auf dem freien Gelände, das nach dem Abbruch der ehemaligen Brauerei im Zentrum der Zusamtalgemeinde entstanden ist, sollen zwei mehrgeschossige Gebäude mit vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten entstehen. Vorgesehen sind Räumlichkeiten für den medizinischen Bereich, ebenso wie Büro- und Wohnräume oder einen Gemeinschaftssaal. Diverse Stellungnahmen von Fachbehörden verzögern nun diese Planungen.

Markus Seitz von der Bürogemeinschaft für Ortsplanung und Stadtentwicklung OPLA fasste fünf der bedeutendsten Hinweise und Anregungen der Behörden und Träger öffentlicher Belange in einer aussagekräftigen Präsentation zusammen. Insgesamt waren 31 Behörden an dem Verfahren beteiligt. Vom 8. März bis zum 9. April hatten sie die Möglichkeit, ihre Einwände an die Gemeinde mitzuteilen.

Für das Wasserwirtschaftsamt ist der Hochwasserschutz von Bedeutung. Der Bund Naturschutz übte Kritik an der Größe und Gestaltung der Gebäude, weitere Hinweise kamen unter anderem vom Bayerischen Bauernverband, dem Landesamt für Denkmalpflege und der Regierung von Schwaben. Größeres Gewicht hatten dafür die Forderungen und Anregungen des Landratsamtes Augsburg. Im Rahmen des Immissionsschutzes war dafür eine umfangreiche Fortschreibung der schalltechnischen Untersuchung notwendig.

Aufgrund dieser Änderungen fasste der Gemeinderat deshalb den Beschluss, den aktualisierten Bebauungsplan nun nochmals erneut öffentlich auszulegen. Erst nach Abschluss dieses Verfahrens kann das Gremium den erforderlichen Abwägungs- und Satzungsbeschluss fassen und anschließend mit den Ausschreibungen beginnen. Aufgrund dieser nicht erfreulichen Umstände wird mit einem Baubeginn dieses prestigeträchtigen Projektes wohl erst im nächsten Jahr zu rechnen sein, bestätigte Bürgermeister Florian Mair die Vermutungen von Ratskollegen. 

Bauanträge sorgen für Diskussionen
 Ein Bauantrag für ein Einfamilienhaus mit Fertiggarage und Carport im Ortsteil Hennhofen lag dem Gemeinderat nochmals zur Beratung vor. Aufgrund einer geplanten zweigeschossigen Bauweise verweigerte das Gremium den Bauherren im Juni dieses Jahres die Genehmigung hierfür. Der bestehende Bebauungsplan aus den früheren Jahren sieht für diesen Bereich nur eine Ausführung mit Erdgeschoss und einer Kniestockhöhe von 25 Zentimetern vor. Das Landratsamt signalisierte allerdings die Genehmigungsfähigkeit, weil sich aus deren Sicht das Bauvorhaben in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen wird. Nachdem der anwesende Bauherr Gelegenheit bekam, seinen Wunsch nochmals zu begründen und erläutern, erteilte der Gemeinderat die Genehmigung für den ursprünglich eingereichten Bauplan.
 
Abgelehnt hingegen wurde eine Bauvoranfrage für ein Fertighaus im Mönchsfeld, das mit einem sogenannten Krüppelwalmdach ausgestaltet sein sollte. Diese Dachform, die mehr dem norddeutschen Baustil entspricht, ist im Bebauungsplan dieses Baugebietes nicht vorgesehen. Weil auch die geplante Dachgaube die maximale Länge eines Dachaufbaues überschreiten würde, erfolgte mit 7:8 Stimmen ein knapper Beschluss gegen dieses Vorhaben.
 
Zwei weitere Bauvorhaben im neuen Baugebiet für den Neubau von Wohnhäusern und einer Gewerbehalle passierten ohne Gegenstimmen das Genehmigungsverfahren.
 
Am Ortsrand von Eppishofen kann gebaut werden
 
Damit am süd-östlichen Ortsrand auf einem privaten Grundstück gebaut werden kann, musste der Gemeinderat hierzu in seiner Sitzung am 27.Mai 2021 eine Einbeziehungssatzung erstellen. Nachdem das erforderliche Verfahren nun abgeschlossen ist und von den beteiligten Behörden keine Einwände dagegensprechen, stimmte das Gremium einstimmig dafür, die Satzung öffentlich bekannt zu machen.
 
Corona-Testzentrum wird zum Monatsende geschlossen
 
Seit Mitte April betreibt die Gemeinde Altenmünster auf Eigeninitiative ein Testzentrum im Feuerwehrhaus in Zusamzell. „An drei Abenden der Woche leisten seither 36 Ehrenamtliche Dienst und führten bislang 3867 Tests durch“, informierte Bürgermeister Florian Mair die Gemeinderäte über die gut angenommene Einrichtung. „Zudem setzten sich die Testerinnen und Tester in diesen 615 Stunden auch einem erheblichen Infektionsrisiko aus“, hob er das außerordentliche Engagement nochmals besonders hervor. In einer Zeit, in der noch nicht allen Bürgerinnen und Bürgern ein Impfangebot unterbreitet werden konnte, war diese Strategie durchaus ein wichtiger Bestandteil aller Maßnahmen gegen die Pandemie, stellte Florian Mair fest. Zudem liegen für den Personenkreis ab dem 12. Lebensjahr klare Impfempfehlungen der ständigen Impfkommission vor, an der Wirksamkeit der Impfung bestehen objektiv keinerlei Zweifel, rechtfertigte der Bürgermeister die Diskussion über die Fortführung des Testzentrums. Dass der Bund nach dem 11. Oktober die Kosten für die Antigen-Schnelltests nicht mehr übernimmt, erschwert die Aufrechterhaltung in dieser Art zusätzlich. „Es ist an der Zeit, dass sich alle solidarisch verhalten und die Möglichkeit der Impfung nutzen. Deshalb ist es nicht mehr vermittelbar, dass ehrenamtlich Tätige ihre persönliche Zeit investieren, um auf eigenen Wunsch Ungeimpften ein Testangebot zu unterbreiten“, verstärkte Florian Mair seine Argumente für die Schließung.
Weil für den sehr kleinen Personenkreis derjenigen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, ein weiterer Betrieb des Testzentrums nicht verhältnismäßig ist, folgte der Gemeinderat dem Vorschlag ihres „Chefs“ diese Einrichtung zum Monatsende zu schließen.
Aufgrund des Schulanfangs findet allerdings noch am 13. September ein Sondertesttag statt.

Weitere Bilder

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X