Region: Augsburger Land

Gemeinderat Altenmünster bewilligt den Bau einer Pumptrack-Anlage

Die beiden Initiatoren Leon Tausend (links) und Leon Bauer legten bei den Erdarbeiten für die neue Pumptrack-Anlage selber mit Hand an. Baggerfahrer Xaver Glenk befolgte geduldig den Anweisungen der jungen Biker.

Jugendliche in Baiershofen machen große Sprünge

Ob die Initiatoren dieses Bauvorhabens nach der positiven Entscheidung des Altenmünsterer Gemeinderates in deren jüngster Sitzung einen Luftsprung vollzogen, ist nicht bekannt, mit ihren Rädern sind coole Sprünge jedoch keine Seltenheit.

Für Leon Bauer und Leon Tausend, die schon immer gerne auf ihren Rädern saßen, verlor das normale Radeln bald seinen Reiz. Immer wieder zog es sie in unwegsames Gelände, um Neues auszutesten. Im Internet stoßen sie auf Gleichgesinnte, die mit ihren Mountainbikes auf speziell gestalteten Pumptrack-Anlagen ihren Fahrspaß haben.

Doch was bedeutet eigentlich Pumptrack? Für Laien und Unbedarfte ist vorab sicherlich eine Erklärung dieses englischen Begriffes von Nutzen. Wikipedia umschreibt, dass es Ziel des Fahrers ist, darauf ohne zu treten, durch hochdrücken (engl. pumping) des Körpers aus der Tiefe am Rad Geschwindigkeit aufzubauen. Der zweite Wortteil „track“ steht für die Strecke und schon ist wieder eine neue Bezeichnung entstanden. Weil in unserem Ort kein derartiger Rundkurs existierte, sind wir halt im freien Gelände oder im Wald über Wellen oder Hindernisse gefahren, erklären die beiden Realschüler. Wichtig war ihnen aber immer, dabei keinen Schaden in der Natur zu verursachen. Trotzdem wurde ihnen dieser Umstand zum Verhängnis. Ein Privatwaldbesitzer hatte ihnen die Erlaubnis erteilt, auf einem abschüssigen Gelände einen Trail einzubauen, damit sie dort ihre abenteuerliche Sportart ausüben konnten. Leider wurde die Strecke zerstört, ein Hindernis hätte fast zu einem Sturz geführt, bedauert der 15-jährige Leon Bauer, der seine Sprünge auch auf YouTube einstellt. Sogar der Bürgermeister, an den sie sich nach diesem unschönen Vorfall wandten, hätte nichts gegen diesen Einbau gehabt, erwähnt der 13-jährige Leon Tausend. Der Bürgermeister sprach ihnen aber Unterstützung zu, um eine Möglichkeit für eine offizielle Anlage zu schaffen, denn schließlich geht es um zehn bis zwanzig Jugendliche aus allen Ortsteilen, die diese tollkühnen „Radtouren“ unternehmen. Der vor kurzem gegründete Jugendrat wirkte ebenso bei den Überlegungen mit.

Eine vom örtlichen Reitverein nicht mehr benötigte und schon längere Zeit nicht mehr benutzte Fläche sahen die Biker als passendes Gelände an. Zuspruch bekamen sie auch vom ortsansässigen Erdbewegungsunternehmer Tobias Wiedemann, der den Einbau übernehmen wird. Bei den Planungen des Rundkurses haben wir uns für eine Achter-Form mit unterschiedlichen Wellen auf dem circa 1.200 Quadratmeter großen Gelände entschieden, erklärten die Beiden stolz, die sich die Ideen dazu aus dem Internet holten. Damit jederzeit Änderungen oder Verbesserungen vorgenommen werden können und Kosten zu sparen, wird kein Beton oder Asphalt eingebaut. Beim Bau werden alle fleißig mithelfen, damit sie mit ihren vollgefederten Mountainbikes bald über die Wellen und Hügel kurven können. Und falls es uns doch zu eintönig werden sollte, darf es zur Abwechslung auch mal der Besuch einer Anlage im Allgäu oder in Österreich sein, schwärmen die Jungs, die ihr Hobby mit Zeitungsaustragen finanzieren.  

Weil sich die Jugendlichen für die Pflege und den Unterhalt der neuen Anlage bereiterklärten, die Materialkosten für die Gemeinde nur auf rund 1.000 Euro belaufen und die Haftungsfrage geklärt war, stimmte der Gemeinderat ohne Gegenstimme für dieses Vorhaben. „So schaffen wir auch in den Ortsteilen etwas positives für unsere Jungbürger“ bekräftigte Bürgermeister Florian Mair die Entscheidung der Mandatsträger.

 

 

 

 

 

 

 

 

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