Region: Augsburger Land

Landrat informiert sich bei einem Besuch in der Gemeinde Altenmünster

Als StaZ-Reporter berichten Vereine, Organisationen und Privatpersonen. Jeder kann mitmachen.
Mit einem Besuch der Gemeinde Altenmünster startete der Landrat (Stirnseite 2. von rechts) nach mehreren Jahre Pause seine Vor-Ort-Termine. Im Sitzungssaal des Rathauses konnten Bürgermeister Mair und die Gemeinderäte dem Landkreis-Chef ihre Anliegen vortragen.

Wo drückt die Bürger der Schuh, welche Anliegen haben der Bürgermeister und sein Gemeinderat, die Vertreter der Vereine, oder mit welchen Problemen beschäftigen sich örtliche Unternehmer? Um sich darüber ein Bild zu machen, hat Landrat Martin Sailer der Gemeinde Altenmünster im nordwestlichen Landkreis einen Besuch abgestattet. Nach mehr als zwei Jahren pandemiebedingter Pause nahm er diese Form des Bürgerdialoges mit dem Start in der Zusamtalgemeinde wieder auf. Ob er aber alle 46 Kommunen im Landkreis in seiner Amtszeit besuchen kann, ließ er mit einem Lächeln offen, denn schließlich seien nur zwei Vor-Orttermine im Jahr geplant.

Bevor der Landkreis-Chef sich zu den Kommunalpolitikern in den Sitzungssaal begab, hatten die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit ihre Anliegen in einem persönlichen Gespräch vorzubringen. Schwerpunkt beim Austausch mit Bürgermeister und Gemeinderat war im Anschluss daran das Thema Wohnraumbeschaffung. „Welche Ausrichtung verfolgt der Landkreis, um dem Wohnungsmangel entgegenzuwirken, mit welchen Maßnahmen kann  mehr bezahlbarer Wohnraum beschafft werden?“, fragte Gemeinderatsmitglied Günter Zott den Landrat. Oft blockieren langwierige Genehmigungsverfahren und ein kompliziertes Antragsverfahren bei Fördermöglichkeiten private Investoren bei ihren Bauvorhaben, untermauerte er sein Anliegen. Die Wohnungsbau GmbH für den Landkreis Augsburg (WBL), an welcher der Landkreis mit 56 Prozent beteiligt ist, verfügt über circa 5000, meist geförderte Wohnungen, stellte der Landrat fest. „Wir wissen, dass dies nicht ausreicht, aber wir tun uns schwer, geeignete und bebaubare Grundstücke zu finden“, verwies Martin Sailer auf die beschränkten Möglichkeiten des Landkreises in diesem Bereich. Einen Lösungsansatz sieht der Landrat in der innerörtlichen Wohnraumverdichtung. Das Landratsamt will die Kommunen dabei unterstützen, auch wenn aktuell keine Fördertöpfe verfügbar sind,    stellte er in Aussicht. „Innerorts werden wir uns künftig, wo es städtebaulich möglich ist, auch mit einem mehrgeschossigen Wohnungsbau auseinandersetzen müssen“, fügte Sailer an. Als Zuzugslandkreis werden wir mit der Wohnungsnot noch länger beschäftigt sein, prognostizierte er für die Zukunft.

Ebenfalls Handlungsbedarf sieht Bürgermeister Florian Mair bei der Kinderbetreuung. Hier

sollten über einfachere Zugangswege mehr Möglichkeiten geschaffen werden, um auch Nichtfachkräften die Weiterqualifizierung so einfach wie möglich zu machen. Für den stellvertretenden Bürgermeister Klaus Kaifer ist dieses Thema ebenso von großer Bedeutung. „Wir brauchen hier gute Fürsprecher für unsere Anliegen“, bat er den Landrat um Unterstützung. Um den Personalmangel auszugleichen, wurden weitere Hilfskräfte eingestellt, auf den Kosten jedoch bleibt die Gemeinde sitzen. Deshalb sollte diese Eigenverantwortung mehr gefördert werden, gab Klaus Kaifer dem Landrat mit auf den Weg.

Weitere Anliegen aus den Reihen der Ratsmitglieder waren die ausufernde Bürokratisierung, sowie die unbefriedigende Versorgung der Gemeinde im öffentlichen Nahverkehr, wozu auch der Landrat keine endgültige Lösung anbieten konnte.

Am Ende einer konstruktiven Gesprächsrunde bedankte sich Martin Sailer bei den Gemeinderäten für ihr ehrenamtliches Engagement und sprach der Gemeinde ein großes Lob für deren positive Entwicklung aus.

Beim anschließenden Austausch mit den Vertretern der Vereine im Bürgerhaus in Hennhofen standen die Problembewältigung während der Corona-Pandemie und die zu erwartende Steigerung der Energiekosten im Mittelpunkt. Auch die immer umfangreicher werdenden Anforderungen in der Verwaltung und Vereinsführung belasten die Verantwortlichen. Erfreulich zeigte sich Landrat Sailer, dass nicht nur Probleme an ihn herangetragen wurden. Er durfte auch Lob für die gute Zusammenarbeit mit dem Landratsamt entgegennehmen, vor allem bei der Unterstützung von Zuschussanträgen.

Ein Lob für den großen Einsatz für die Allgemeinheit sprach er aber im Gegenzug den Vereinsvertretern aus. „Es ist unschätzbar, was sie leisten und dass sie sich in die Pflicht nehmen lassen“ , bestärkte er sie in ihrem Engagement.

Den Abschluss des informativen Gemeindebesuches bildete eine weitere Gesprächsrunde mit den Firmenvertretern der örtlichen Betriebe.

 

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