Region: Augsburger Land

Planungen zur „Vitalen Ortsmitte“ in Altenmünster nehmen nächste Hürde

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Wenn es nach Wunsch der Gemeinde und des Investors geht, könnten diese Gebäude bald schon der Vergangenheit angehören. Ein Abriss und Baubeginn wäre in diesem Jahr noch möglich.

Eine weitere entscheidende Hürde haben die Planungen zur Gestaltung der Ortsmitte Altenmünster in der jüngsten Gemeinderatsitzung genommen. Die Ratsmitglieder billigten nun den vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Notwendig machten diesen erneuten Beschluss entscheidende Änderungen, die an den bisherigen Planungen vorgenommen wurden.

In den von Bürgermeister Florian Mair erläuterten Planungen ist klar definiert, welche Nutzungsmöglichkeiten in den zwei mehrgeschossigen Gebäuden verwirklicht werden können. Eine Tiefgarage mit 42 Stellplätzen stellt das Fundament des zukunftsweisenden Projektes dar. Im Erdgeschoss sind eine Apotheke, ein Gemeinschaftsraum und die Toilettenanlagen fest eingeplant. Die sonstigen Räumlichkeiten bieten die Möglichkeit für weitere medizinische Nutzung, wie eine Logopädie-Praxis, ein Café oder ähnliche Gastronomie, sowie Büroräume. Den Gemeinschaftssaal, in dem circa 110 Personen Platz finden und die sanitären Anlagen wird die Gemeinde in ihren Besitz nehmen, wofür 830.000 Euro veranschlagt sind.

Für die Allgemeinmedizin sind im 1. Obergeschoss des am Kirchenweg gelegenen Gebäudes ausreichend Räumlichkeiten vorbelegt, der weitere Bereich kann wohnwirtschaftlich genutzt werden. In den darüberliegenden Geschossen sind neben Wohnungen noch Räumlichkeiten für eine Physiotherapie oder gewerbliche Nutzung vorgesehen. Alle Ebenen sind mit einem Aufzug barrierefrei zu erreichen. In den früheren Planungen waren noch weitere Zimmer für das benachbarte Bräustüble zur Unterbringung von Hotelgästen vorgesehen. Davon hat die Gemeinde aber aufgrund des unkalkulierbaren Risikos mittlerweile Abstand genommen.

Für einige Passagen des Vertragswerkes brachten die Gemeinderäte noch Änderungswünsche vor. Für 2. Bürgermeister Klaus Kaifer ist die Angabe der detaillierten Firsthöhe aufgrund der benachbarten St.-Vitus-Kirche von Bedeutung. Das neue Gebäude muss auf diese Höhe begrenzt sein. Bei der Gestaltung der Außenanlagen soll darauf geachtet werden, dass die vorgesehene, wasserdurchlässige Pflasterung auch Rollstuhl oder Rollator gerecht gestaltet wird. Johann Stuhlenmiller will vermerkt haben, dass bei der Dacheindeckung neben der vorgeschriebenen Farbauswahl eine glänzende Oberfläche ausgeschlossen sein soll. Der Wunsch, die Gebäude an das gemeindliche Nahwärmenetz anzuschließen, ist für Ratsmitglied Hubert Kraus von Bedeutung.

Bevor es jedoch zur Abstimmung über den neuen Bebauungsplan kam, legte Gemeinderat Josef Heinle noch eine persönliche schriftliche Bedenkenliste vor, die er dem Gremium vorlesen durfte. Dem Mitglied der Grünen widerstrebt vor allem die Größenordnung des Projektes. Seiner Meinung nach könnten die für medizinische Nutzung vorgesehenen Räumlichkeiten auch in nur einem Gebäude untergebracht werden.  Auf den Bau der kostenintensiven Tiefgarage könnte somit verzichtet werden. Insgesamt sieht er in seinen Bedenken die Investitionssumme zu hoch und den „Gesundheitsanteil“ an dem Projekt zu gering, die Bezeichnung „Vitale Ortsmitte“ wünscht er deshalb nicht mehr.

Mit zwei Gegenstimmen von Karin Berchtold und Josef Heinle billigte der Gemeinderat im Anschluss an diese Ausführungen den vorhabenbezogenen Bebauungsplan, sodass die weiteren Schritte eingeleitet werden können. Wie geht es nun weiter? Nach Auskunft von Bürgermeister Mair folgt nun die erneute Auslegung dieses Bebauungsplanes, was nach der Veröffentlichung im neuen Gemeindeblatt Ende Februar erfolgen wird. In den folgenden vier Wochen hat jeder die Möglichkeit die Pläne einzusehen und seine Bedenken einzubringen. Der Gemeinderat wird im Anschluss die Einwände und Vorschläge prüfen und die entsprechende Satzung beschließen. Erst danach besteht ein Baurecht, sodass ein Bauantrag mit Detailplanungen vorgelegt werden kann. Nach Aussage der Firma Reitenberger, die für das Vorhaben verantwortlich zeigt, könnte somit noch im zweiten Halbjahr dieses Jahres mit dem Baubeginn zu rechnen sein. Wünschenswert wäre für alle Beteiligten eine Fertigstellung in zwei bis drei Jahren.

Den Kostenanteil der Gemeinde, der sich nach Abzug der bereits zugesagten 1,5 Millionen Euro aus der Städtebauförderung auf 1,7 Millionen Euro belaufen wird, sieht der Rathauschef als sinnvoll investiertes Geld in die Zukunft.

Ehemals geplantes Gewerbegebiet an der Violauer Straße wird nun Mischgebiet

Schon einen Schritt weiter ist die Gemeinde bei den Planungen des bisher geplanten Gewerbegebietes an der Violauer Straße. Der im Norden des neuen Baugebietes „Mönchsfeld“ gelegene Bereich umfasst eine Fläche von 1,5 Hektar und wird nun als Mischgebiet ausgewiesen.

Den Anlass für die 1. Änderung des Bebauungsplanes haben die bei der Gemeinde eingereichten Bauvoranfragen gegeben, die alle eine Bebauung mit Mischgebietsnutzungen vorsehen. Da ein Mischgebiet vom Lärmverhalten grundsätzlich verträglicher gegenüber Wohnbebauung ist als ein Gewerbegebiet, hat sich die Gemeinde dazu entschlossen den rechtskräftigen Bebauungsplan insbesondere hinsichtlich der Art der baulichen Nutzung zu ändern.

Einstimmig billigte der Gemeinderat diese Änderung des Bebauungsplanes und beschloss die hierfür notwendige Satzung. Im Anschluss der öffentlichen Bekanntgabe könnten somit die ersten Interessenten ihre Bauanträge einreichen.

 

 

 

 

 

 

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