Region: Augsburger Land

Sozialraumanalyse bestätigt Altenmünster eine positive Gemeindeentwicklung

Hier fühlen wir uns wohl

Frohe Ostern wünschen die Baiershofer allen die hier wohnen und durch den Ort fahren. Auf den grünen Eiern, die rund um dem von der Dorfgemeinschaft geschmückten Osterbrunnen platziert sind, stehen die Namen der diesjährigen Kommunionkinder.

 

 

 

Wie groß muss unser Kindergarten gebaut werden? Reichen die Klassenräume in der Schule aus? Soll weiteres Bauland ausgewiesen werden? Nur einige Fragen, mit denen sich die Gremien in ihren Beratungen stets konfrontiert sehen.

Unterstützung für diese zukunftsweisenden Entscheidungen bieten in der Regel Statistiken und Analysen. Im Landkreis Augsburg können die 46 kreisangehörigen Städte und Gemeinden auf die Sozialraumanalyse des Landratsamtes zurückgreifen. Diese wird bereits seit zwei Jahrzehnten im 3-Jahresrhythmus erstellt und liegt nun in der 7. Fortschreibung vor. Die Untersuchungen können die Gemeinden als Arbeitshilfe nutzen, um auf Entwicklungen und Problemlagen zu reagieren. Günter Katheder-Göllner, der im Landratsamt für die Jugendhilfeplanung zuständig ist, hat bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Altenmünster das umfangreiche Zahlenwerk erläutert und ging dabei speziell auf die wichtigsten Daten der Kommune ein.

„Bei der Inanspruchnahme von Hilfen zur Erziehung belegt ihre Gemeinde den letzten Platz“, irritierte er zum Einstieg seiner Ausführungen die Ratsmitglieder. „Dies bedeutet allerdings, dass bei ihnen nur 0,7 Prozent der Minderjährigen im Jahresdurchschnitt z.B. eine sozialpädagogische Erziehungshilfe beanspruchten“, relativierte Katheder-Göllner die Darstellung. Durchschnittlich nahmen nämlich im Landkreis 3,2 je 100 Minderjähriger Hilfen im Betrachtungszeitraum in Anspruch.

Über dem Durchschnitt liegt die Gemeinde jedoch bei der Jugendkriminalität.Hier waren 5,1 Tatverdächtige je 100 Jugendlicher (14 – unter 21 Jahre) aktenkundig.

Betrachtet werden in der Studie auch die allein erzogenen Kinder. Mit 102 Kindern entspricht dies nur einem Anteil von 13,1 je 100 Minderjähriger. In der Nachbargemeinde Welden liegt dieser bei 21,0 und im Landkreis bei 18,7.

Eine günstige Siedlungsstruktur mit Einfamilienhäusern oder ähnlichen Wohnräumen spiegelt sich bei dem Anteil der Haushalte mit Kindern wider. Bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von 2,39 leben in 37,2 Prozent der 1721 Haushalte Kinder und sogar in 5,8 Prozent drei und mehr Kinder. Auswirkung haben diese positiven Zahlen natürlich auf die hierfür erforderliche Betreuung des Nachwuchses. Die Zahl der in der KITA betreuten 203 Kinder im Jahre 2020 hat sich im Vergleich zu 2010 nahezu verdoppelt. Legt man die laut Studie zu erwartende Geburtenrate von circa 50 Neugeborenen je Jahr zugrunde, so wird auch in den nächsten zehn Jahren mit einer weiter zunehmenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen zu rechnen sein.

Einwohnerzahl steuert auf die 5000er Marke zu

Aufschlüsse dieser Erwartungen gibt ein Blick auf die Entwicklung der Einwohnerzahlen. Waren diese zu Beginn des Jahrtausends noch leicht rückläufig, so ist seit 10 Jahren ein konstanter Anstieg von 3757 auf derzeit 4225 Einwohner zu verzeichnen. Mit verantwortlich für diesen Trend mit einer prognostizierten Einwohnerzahl von 4912 im Jahre 2028, sind unter anderem schon die Enkel der „Babyboomer-Phase“. Ein anderer Aspekt ist die günstige geographische Lage der Gemeinde. Als Vergleichswert in der Studie wurde die Fahrzeit vom Wohnort zur Uniklinik herangezogen. Von Altenmünster im Westen, Thierhaupten im Norden oder dem Stadtgebiet Augsburg-Hochzoll sind hierfür jeweils 24 Minuten ermittelt. Geht man von den noch weiter zu schaffenden Arbeitsplätzen am Klinikum aus, so ist auch im Umland mit vermehrtem Zuzug zu rechnen, erklärte der Fachmann des Landratsamtes.

Von großer Bedeutung ist in diesem Segment auch eine passende Infrastruktur, sowie die Möglichkeit, einen Arbeitsplatz am Wohnort vorzufinden. So werden 36 Prozent der im Ort vorhandenen Arbeitsplätze von Ortsansässigen belegt, was sich wiederum günstig für die Ökobilanz auswirkt. Andererseits haben 1580 Arbeitnehmer (86 Prozent) ihre Beschäftigung außerhalb der Gemeinde, der Schwerpunkt liegt hier mit 30 Prozent im Stadtgebiet Augsburg.

Die Entwicklung der Einwohnerzahl ist auch bei der Betrachtung der Zuzüge und Wegzüge abzulesen. Hier ist ebenfalls seit 2013 (+41, im Jahr 2018 +112) ein positiver Saldo zu erkennen, der ebenso für die Zukunft prognostiziert wird. Erfreulich ist dabei die Altersstruktur. Ein deutlicher Zuzugsgewinn mit knapp 50 Prozent ist in der wichtigen Altersgruppe von 25 bis 50 Jahren zu verzeichnen.

Sie alle kommen oder bleiben aber nur, wenn entsprechender Wohnraum vorhanden ist oder neu geschaffen wird. Zwar überwiegen, wie üblich auf dem Land, bei den Bauanträgen die Einfamilienhäuser, so entstehen und entstanden aber auch Neubauten mit zwei und mehr Wohnungen.

„Fasst man alle Indikatoren zusammen, so kann ihre Gemeinde durchaus stolz auf das bisher geleistete sein und positiv in die Zukunft blicken“ schloss der Planungskoordinator seine detaillierten Ausführungen.

Bürgermeister Florian Mair bedankte sich für das aufschlussreiche Zahlenwerk, das für ihn und den Gemeinderat eine wichtige Arbeitsgrundlage für künftige Entscheidungen darstellen wird.

 

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