Region: Augsburg Stadt

Kunz von der Rosen - Bürger von Augsburg

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In der Jesuitengasse 18 gibt es eine Gedenktafel an der Hauswand, die einer besonderen Persönlichkeit gewidmet ist: Kunz von der Rosen, „Bürger von Augsburg, des Kaisers Maximilian lustiger Rath und treuester Gefährte“. Von 1506 bis 1519 habe er dort gewohnt, verrät die Tafel noch. Wer war dieser Mann?
Humor, Entertainerqualitäten und Fantasie muss er besessen haben und besonders klug muss er gewesen sein als „lustiger Rath“ eines Kaisers, und als sein „treuester Gefährte“ musste er sicherlich ein hohes Maß an Tapferkeit und Verlässlichkeit beweisen.
Geboren wurde Kunz zwischen 1450 und 1460 als Konrad Röslin (Röslein, Rößlin) in Kaufbeuren. Sein Vater soll bald darauf ein angesehenes Wirtshaus in Landsberg am Lech geführt haben. Den Sohn wollte er in eine Kürschnerlehre geben. Das Handwerk war jedoch wohl nicht seine Bestimmung, denn er begegnet uns wieder im Jahr 1478 als Begleiter des späteren Kaisers Maximilian auf dessen Reise nach Gent zu seiner Braut Maria, der schönen und reichen Erbin des Herzogtums Burgund. Junge Männer auf einer abenteuerlichen Fahrt muss man sich wohl vorstellen, Maximilian war 19 Jahre alt und Kunz etwa in seinem Alter. Seitdem galt er als enger Vertrauter und Berater des späteren Kaisers, der ihn auch in den Adelsstand erhob.
Johann Jakob Fugger beschrieb Kunz als kleinwüchsig, offen, mutig und schlagfertig. Skurrile Einfälle habe er gehabt, mehrere Sprachen habe er gesprochen und auch hochgestellten Personen habe er unverblümt seine Meinung gesagt.
Eine Geschichte über Kunz von der Rosen berichtet, dass er, als Maximilian nach jahrelangem erfolglosem Kampf um die Anerkennung der niederländischen Stände in Brügge gefangen saß, seine Befreiung mit Hilfe einer List plante: Er wollte als Priester verkleidet zu ihm gelangen und mit ihm die Kleider tauschen. Maximilian sollte so unbehelligt in die Freiheit gelangen. Dieser soll den Plan jedoch als unehrenhaft abgelehnt haben.
Das Augsburger Stadtlexikon berichtet, dass Kunz von der Rosen 1506 die Bürgerstochter Felizitas Gräßlin heiratete und damit das Augsburger Bürgerrecht erwarb. Bis zu seinem Tod 1519, im gleichen Jahr wie sein Kaiser, bewohnte er das Haus in der Jesuitengasse 18. Er befand sich dort in interessanter Nachbarschaft, damals zur Zeit Jakob Fuggers in Augsburg. Maximilian, der sich oft lange in der Stadt aufhielt, besaß ein eigenes Wohnhaus in der Nähe. Und um die Ecke lebte Konrad Peutinger, Humanist, Stadtschreiber und ebenfalls kaiserlicher Rat…
Bestattet wurde Kunz von der Rosen in St. Anna.

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