Region: Augsburg Stadt

Kanuslalom Weltmeisterschaft in Augsburg vom 26.07.2022 bis 31.07.2022

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Olympiakanal in Augsburg - Am Eiskanal

Kanuslalom Weltmeisterschaft in Augsburg vom 26.07.2022 bis 31.07.2022 - einige Informationen über die WM

1. Überblick
50 Jahre nach den Olympischen Sommerspielen 1972 ist der Augsburger Eiskanal wieder Schauplatz eines Top Events:

Vom 26. bis 31. Juli 2022 findet hier die Kanuslalom-WM statt.
Die Stadt Augsburg hat sich zusammen mit den beiden lokalen Kanuvereinen, Kanu Schwaben Augsburg und Augsburger Kajak Verein, sowie dem Deutschen Kanu Verband erfolgreich für die Ausrichtung der Kanuslalom-WM 2022 beworben. Um den Wettbewerb
auf höchstem Niveau austragen zu können, wurde der gesamte Olympiapark Augsburg (Gebäude, Strecken und Außenanlagen) seit dem Frühjahr 2020 denkmalgerecht saniert.

a. Die ICF 2022 Weltmeisterschaften im Kanuslalom
Bei der Kanuslalom-WM treten rund 300 Sportlerinnen und Sportler aus 51 Nationen in zehn Medaillen-Entscheidungen gegeneinander an – und das in einer einzigartigen Umgebung, denn der Eiskanal ist nicht nur die älteste künstlich angelegte Wildwasserstrecke, er ist auch
Teil des UNESCO-Welterbes.Tauche ein und erlebe sportliche Höchstleistungen an einem ganz besonderen Ort.

b. Die Geschichte des Eiskanals
Olympische Spiele 1972 in München – vor 50 Jahren schlug in Augsburg die Geburtsstunde für den Kanusport als olympische Disziplin. Dies war auch die Geburtsstunde der Olympiastrecke „Eiskanal“ als internationale Wettkampfstrecke von Weltrang. Der Geist der Olympischen Spiele von 1972 auf dem Augsburger Eiskanal ist seitdem ununterbrochen
spürbar. 1957, 1985 und 2003 war Augsburg Austragungsort einer WM. Zudem fanden hier fast jedes Jahr nationale und internationale Wettkämpfe im Kanuslalom statt. Für Leistungs- und Hobbysportler aus vielen Ländern ist der Eiskanal eine beliebte Trainingsstrecke.
Für die Kanuslalom Weltmeisterschaft 2022 haben sich die Stadt Augsburg und die beiden lokalen Kanuvereine Kanu Schwaben Augsburg (KSA) und Augsburger Kajak Verein (AKV) zusammengetan. Nach erfolgreicher Bewerbung wurde der gesamte Olympiapark Augsburg
(Gebäude, Strecke, Nebenanlagen), der seit 2017 unter Denkmalschutz steht, ab dem Frühjahr 2020 für rund 20 Millionen Euro umfassend saniert.

Der Eiskanal war 1972 die erste künstliche Wildwasserstrecke der Welt und ist inzwischen auch Teil des UNESCO-Welterbes.

Der Name
Der Name Eiskanal zeugt von der wichtigen Nutzung in früheren Zeiten. Damals waren die Winter häufig über längere Zeit sehr kalt, so dass auf dem Lech mit Treibeis zu rechnen war. Das sollte nicht auf den Kanälen in die Stadt gelangen und dort eventuell Wasserräder oder Turbinen beschädigen. Um die Eisbrocken umgehend in den Lech abzuleiten, hatte man den Eiskanal angelegt.

Die Anlage
Nachdem München den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 1972 erhalten hatte, wurde – nach einigem Tauziehen – entschieden, die Wettbewerbe im Kanuslalom, die erstmals Teil des olympischen Programms waren, in Augsburg durchzuführen, weil durch
den Lech eine sichere Wasserversorgung gewährleistet war.
Im März 1970 wurden die Augsburger Architekten Reinhard Brockel und Erich R. Müller von der Olympia-Baugesellschaft mit der „Vorplanung der Gesamtanlage“ am Eiskanal beauftragt (eine Ausstellung im Kongress am Park zeigt die Geschichte  siehe Kulturelles Rahmenprogramm).

Wichtig war von Anfang an die Nachhaltigkeit der Anlage. Ihr ist es zu verdanken, dass das erste Kanuslalom-Stadion der Welt nacholympisch frei zugänglich blieb und der Öffentlichkeit für den Badebetrieb und zur Freizeitgestaltung zur Verfügung
stand.
Für dauerhaft kräftiges Wildwasser wurde der Höhenunterschied im Lech oberhalb und unterhalb des Hochablass-Wehres genutzt. Die Planer „schnitten“ den historischen Eiskanal ab und modellierten eine künstliche Wildwasserstrecke in den bis dahin freien Uferbereich.
 

Nach Olympia 1972 blieb der Eiskanal ein frei zugängliches Sportgelände, das seitdem Kanutinnen und Kanuten aus aller Welt anzieht. Bis heute bietet hier das Bundesleistungszentrum für Kanuslalom und Wildwasser beste Bedingungen für

Leistungssportler. Auch die beiden Augsburger Kanu-Vereine – Kanu Schwaben Augsburg und Augsburger Kajak Verein – fanden hier ihre sportliche Heimat. Der seit 2017 denkmalgeschützte Olympiapark Augsburg konnte sich nachhaltig weiterentwickeln und gleichzeitig seinen Ruf als weltweit einzigartige Anlage bewahren. Gerade wegen des naturnahen Gesamtkonzepts, der freien Zugänglichkeit und einer immer
noch „weltmeisterlichen“ Wettkampfstrecke, die anders als zahlreiche Folgestadien bis heute ohne zusätzliche Technik – wie Pumpen – funktioniert. Die Grundlagen dafür wurden 1972 geschaffen – und mit der bis 2022 durchgeführten Generalsanierung in die Zukunft verlängert.

2. Der Sport
Weltklasse in Augsburg: die Kanuslalom-WM 2022.
a. Die WM in Zahlen
 6 Kategorien
 10 Medaillen-Entscheidungen
 51 Nationen
 300 Athletinnen und Athleten
 400 Volunteers
 400 Boote

b. Die Disziplinen
Bei den Weltmeisterschaften im Kanuslalom treten Sportlerinnen und Sportler getrennt voneinander an.

Es gibt folgende Disziplinen:
 Kajak-Einer Herren – K1M
 Kajak-Einer Damen – K1W
 Canadier-Einer Herren – C1M
 Canadier-Einer Damen – C1W
 Kanuslalom Extreme Herren
 Kanuslalom Extreme Damen

Womit wird gefahren?
Die Ausrüstung im Kanuslalom (international abgekürzt CSL) besteht entsprechend der Wettkampfbestimmungen aus einem Boot, Paddel, Helm und Schwimmweste. Man unterscheidet zwei Bootstypen: Im Kajak wird sitzend mit einem Doppelpaddel, im Canadier kniend mit Stechpaddel gefahren.
Der Ablauf
Bei der Weltmeisterschaft wird jede Disziplin in drei Phasen ausgetragen:
1. Heats – die Vorläufe: Es gibt zwei Durchgänge. Im ersten qualifizieren sich 20 Athletinnen oder Athleten (30 Kajak-Einer Herren) für die Semifinals. Im zweiten Durchlauf – dem Hoffnungslauf – qualifizieren sich weitere zehn für die

2. Semi Finals – das Halbfinale die zehn schnellsten Boote qualifizieren sich für das
3. Finale: in diesem Lauf kämpfen die Teilnehmenden um die Medaillen.

Die Regeln
Die Wettkampfstrecke im Kanuslalom im Augsburger Eiskanal ist 280 Meter lang und hat ein Gefälle von etwa 4 Metern. Für einen Kanuslalom Wettkampf werden über dem Wildwasser 18 bis 25 Tore gehängt. Ein Tor besteht aus zwei Stangen, die im Abstand von etwa 20 cm über der Wasseroberfläche hängen. Die grün-weißen Abwärtstore werden mit der
Hauptflussrichtung, die rot-weißen Aufwärtstore gegen sie befahren. Die Position der Tore in der Strömung, an Walzen und Kehrwässern schaffen die besonderen Herausforderungen einer Wettkampfstrecke und erfordern von den Kanutinnen und Kanuten immer wieder
blitzschnelle, präzise Reaktionen. Die Position der Tore wird durch zwei Kurs-Designer, welche die ICF nominiert, festgelegt. Nach den Vorläufen werden die Tore für die Halbfinal-und Finalläufe neu gehängt.

Kanuslalom ist ein Wettkampf gegen die Zeit, die mit Lichtschranken auf Hundertstel-Sekunden genau gemessen wird. Torfehler werden mit
Strafsekunden geahndet: Bei Berührung des Tores werden zwei, bei Auslassen des Tores sogar 50 Strafsekunden zur Gesamtzeit addiert. Wer die Strecke am schnellsten meistert, wird mit der Goldmedaille belohnt.

Kanuslalom Extrem
Kanuslalom Extreme hält, was der Name verspricht: vier Boote starten gleichzeitig von einer schrägen Rampe und liefern sich einen nervenaufreibenden Kampf bis ins Ziel. Der Kanuslalom Extreme (CSLX), seit 2015 im WM-Programm des ICF wird mit identischen handelsüblichen Wildwasserkajaks und Doppelpaddel gefahren. Seit feststeht, dass er in 2024 erstmals olympische Disziplin sein wird, ist das Interesse der Kanutinnen und Kanuten daran deutlich gewachsen.

c. Athletinnen und Athleten
Die Hometown Heroes
Woher kommen die erfolgreichsten Kanu-Athletinnen und Athleten? Klar: aus Augsburg. Der Dank dafür geht an die beiden Vereine Augsburger Kajak Verein (AKV) und Kanu Schwaben Augsburg (KSA) und ihre herausragende Nachwuchsarbeit. Und so verwundert es nicht, dass
die aussichtsreichsten Medaillenkandidatinnen und -kandidaten bei der WM aus Augsburg kommen, unsere Hometown Heroes:

 Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach), K1 und CSLX: Goldmedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 und den Weltmeisterschaften Bratislava 2021 – K1
 Elena Lilik (KSA) K1, C1 und CSLX: Weltmeisterin im C1, Vizeweltmeisterin im K1 und Slalom Extreme in Bratislava 2021
 Sideris Tasiadis (KSA) C1: Bronzemedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 – C1

 Hannes Aigner (AKV) K1 und CSLX: Bronzemedaillengewinner Olympische Spiele Tokio 2020 – K1

Die weiteren deutschen Athletinnen und Athleten
 Franz Anton (Leipziger Kanu Club), C1, aktuell 3. der ICF Weltrangliste
 Nele Bayn (LKC), C1
 Vinzenz Hartl (AKV), CSLX
 Noah Hegge (KSA), K1 und CSLX
 Stefan Hengst (Kanu-Ring Hamm), K1 und CSLX
 Andrea Herzog (LKC), C1, Bronze bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021
 Jasmin Schornberg (KRH), K1
 Karolin Trompeter (Ski- und Kanugesellschaft Hanau), CSLX
 Timo Trummer (Kanu Verein Zeitz), C1

Die internationalen Stars (eine Auswahl)
 Jessica Fox (Australien) C1 und K1: im C1 Gold und im K1 Bronze bei den Olympischen Spielen Tokio 2021, beim Kanuslalom Extreme WM-Gold in 2021, aktuell Führende der ICF Weltrangliste C1W und K1W
 Jiri Prskavec (Tschechien) K1: Gold bei Olympischen Spielen in Tokio 2021
 Benjamin Savsek (Slowenien) C1: Gold bei Olympischen Spielen in Tokio 2021, aktuell 7. der ICF Weltrangliste
 Maialen Chourraut (Spanien) K1: Silber bei Olympischen Spielen 2021, Gold bei Olympischen Spielen 2016 in Rio, aktuell 7. der ICF Weltrangliste,
 Lukas Rohan (Tschechien) C1: Bronze bei Olympischen Spielen 2021
 Alexander Slakovsky (Slowenien) C1: aktuell Führender der ICF Weltrangliste
 Mallory Franklin (England) C1/K1: Silber bei Olympischen Spielen 2021, aktuell 2. der ICF Weltrangliste im C1, 6. der Weltrangliste im K1
 Corinna Kuhnle (Österreich), K1: aktuell 3. der ICF Weltrangliste
 Stefanie Horn (Italien) K1: aktuell 5. der ICF Weltrangliste

d. Weitere wichtige Akteurinnen und Akteure
 Das deutsche Trainerteam
o Klaus Pohlen, Cheftrainer
o Felix Michel, Bundestrainer Canadier
o Thomas Apel, Bundestrainer Kajak
o Paul Böckelmann, Bundesdisziplin-Trainer Kajak-Herren
o Thorsten Funk, Bundeshonorar-Trainer Canadier
 Vertreterinnen und Vertreter des ICF
o Thomas Konietzko, ICF Präsident (Präsident Deutscher Kanu-Verband 2010-2021)
o Jean-Michel Prono, ICF Canoe Slalom Chair
o Sue Natoli, ICF Canoe Slalom Committee Member
o Thomas Rosset, ICF Canoe Slalom and Whitewater Technical Manager
o Ross Solly, Media and Communication Manager
o Adam Collins, Digital Media Manager

Auszug aus Informationen der WM Organisation.Aktueller Zeitplan unter

https://www.canoeicf.com/sites/default/files/csl_2022_world_championships_augsburg_competition_schedule_v2.pdf

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