Region: Augsburg Stadt

Sportakrobatik Augsburg - Sensationserfolg bei der Europameisterschaft der Sportakrobaten

Als StaZ-Reporter berichten Vereine, Organisationen und Privatpersonen. Jeder kann mitmachen.

Lilly Maresch (12, SAV Augsburg-Hochzoll) und Jana Semenchenko (16, TSV Friedberg) kommen zum Abschluss ihrer erfolgreichen Karriere ins Finale und werden am Ende 5.

Pesaro/Augsburg/Friedberg Das Erlebnis Europameisterschaft begann bereits eine Woche vor Abflug, als Jana kurzerhand bei Lilly und deren Mama und Trainerin einzog. So fielen die Organisation des Schulwechsels, der vielen Trainingseinheiten, das Testen und die letzten Vorbereitungen um Einiges leichter. „Es war bereits im Vorfeld eine sehr intensive gemeinsame Zeit, die wir auf keinen Fall missen wollen! Vielleicht war auch das ein weiterer Baustein zum abschließenden Riesenerfolg.“ Die wenige noch verbleibende freie Zeit nutzten die beiden Akrobatinnen mit ihrer Trainerin für ausführliche Gespräche über ihre Vergangenheit, ihre Zukunft und um zu spielen. Dies ist eine weitere Leidenschaft aller drei und bestimmte Karten und Spiele durften auf keiner der vielen Reisen fehlen. Diese letzte Woche wie auch die darauffolgende in Pesaro waren sehr tränenreich. Kamen alle doch immer wieder an einen Punkt, der ein Ereignis, wie zum Beispiel die letzte Kombiübung im Training, zum letzten Mal passieren ließ.

Umso erstaunlicher wie souverän und nervenstark Jana und Lilly ihre allerletzte Balanceübung und somit ihre erste Übung bei der Europameisterschaft auf die Matte zauberten. Schöner und emotionaler hätte es nicht sein können und bei den vielen Fans blieb bereits bei Betreten der Matte kein Auge trocken. Die melancholische Musik und die elegante Darbietung der beiden taten ihr Übriges. Gleich nach Ende der Übung überkamen auch Jana ihre Gefühle und sie nahm die strahlende, glückliche Lilly tränenreich in die Arme. Lange mussten die Spitzenathletinnen auf das Endergebnis des ersten Wettkampftages warten, mussten sie doch bereits als Dritte aller Nationen, teilweise doppelt besetzt, an den Start. Die Freude war groß über den 9. Platz in der Balanceübung, in der Nationenwertung Platz 8, und ließ zum ersten Mal Hoffnung aufkommen, dass es am Ende tatsächlich zu einem Finalplatz reichen könnte und das in der höheren Altersklasse der 12- bis 19-jährigen. Noch vor wenigen Monaten im Juni waren die beiden bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz noch eine Stufe tiefer, bei den 11- bis 17-jährigen an den Start gegangen. Zum Abschluss ihrer gemeinsamen sportlichen Laufbahn waren sich Jana und Lilly aber einig, dass sie gerne noch mehr von ihrem Können zeigen würden und traten deshalb bei den älteren Akrobatinnen an.

Am nächsten Tag konnten sich die Mädchen beim Zuschauen und Anfeuern der anderen deutschen Formationen erholen, für sie selbst stand lediglich ein Training am Vormittag auf dem Programm.

Mit dem Wissen, dass es bei optimalem Verlauf der Tempoübung tatsächlich für einen Finalplatz reichen könnte, hätte der Druck beim Einturnen eigentlich ins Unermessliche steigen müssen, aber Jana und Lilly waren so fröhlich und ausgelassen und zudem souverän und fokussiert, dass es ein nahezu perfektes Einturnen war, das sie so niemals vorher hatten. Spätestens jetzt war allen die es verfolgen konnten klar, die beiden werden es gut meistern.

Mit dieser Ausstrahlung gingen sie dann auch auf die Matte und überzeugten das Kampfgericht mit einer spritzigen Tempoübung, gespickt mit schwierigen und neuen Tempoelementen, wie die eineinhalb Schraube und ein Salto, der im Handstand gefangen wird. Zum Glück war auf Grund der späteren Startnummer dieses Mal schneller klar, dass diese Leistung für das Erreichen des Finales am nächsten Tag reichen würde. Jana wusste es bereits vor Lilly und sprang ihrer Oberfrau förmlich in die Arme.

Den restlichen Nachmittag verbrachten die Mädchen gemeinsam mit dem Nationalteam ausgelassen am Strand und es entstanden wunderschöne Erinnerungsfotos. Das Erreichen des Finales der besten 8 aus ganz Europa war bereits ein Meilenstein und die Akrobatinnen wären sicher auch stolz gewesen, wenn sie am Ende den Wettkampf als 8.-Platzierte beendet hätten. Aber es kam noch viel besser!

In der erst vor kurzem einstudierten Finalübung zeigten Jana und Lilly eine Kombination der Höchstschwierigkeiten aus den beiden ersten Übungen. Drei Tempoelemente und drei Balanceelemente sowie eine Sprungreihe mit individuellem Salto sind dabei Pflicht. Viel Beifall bekamen sie vom Publikum für ihre ausgefallene und einmalige Einarmpassage, bei welcher Lilly ihren einarmigen Stütz über 20 Sekunden halten muss, während Jana zunächst in den Spagat abrutscht und dann noch in eine weitere Position, die sogenannte Kobra, verwandelt. Sie knüpften somit an ihre tollen Leistungen aus dem Vorkampf an. Da sie als Erste ins Rennen gingen, konnten sie mitverfolgen, wie sie an der ein oder anderen Formation vorbeizogen, wie etwa an den favorisiert geglaubten Russinnen und Portugiesinnen. Schlussendlich landeten sie auf einem überragenden 5. Platz, was vorher wirklich niemand zu träumen gewagt hatte.

Dies war der krönende Abschluss einer hervorragend gelaufenen EM und einer fünfeinhalbjährigen gemeinsamen Sportkarriere, auf die Jana und Lilly mit Stolz zurückblicken können und dürfen!

Zuhause wurden sie von Sportlern, Trainern und Funktionären mit einer wunderschönen Glückwunschfeier willkommen geheißen. Gleichzeitig wurde das Karriereende von Jana und Lilly  als Damenpaar gefeiert. Aber beide werden in anderen Rollen der Akrobatik treu bleiben.

Die Fotos sind von Felix Kuntoro

Wer mehr über den SAV Augsburg-Hochzoll erfahren möchte oder gerne selbst in diesen sagenhaften Sport hineinschnuppern will, kann sich auf der Homepage www.sportakrobatik-augsburg.de oder bei Facebook und Instagram informieren oder sich per Mail info@sportakrobatik-augsburg.de an uns wenden.

Übrigens ist unser Sport auch erstklassig für Jungs geeignet

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