Region: Augsburger Land

Hilfe für die Staudenbahn: Freistaat finanziert Verfahren zur Kosten-Nutzen-Rechnung

Die Staudenbahn wird wohl frühestens 2024 wieder in Betrieb genommen. Immerhin kommt nun Bewegung in die Finanzierung.

Verkehrsministerin Kerstin Schreyer sagt zu, dass der Freistaat die Finanzierung der Standardisierten Bewertung der Staudenbahn übernimmt. Dieses Verfahren ist die Voraussetzung für eine Förderung durch den Bund.

Die Bemühungen um die Reaktivierung der Staudenbahn zwischen Gessertshausen und Langenneufnach scheinen endlich Früchte zu tragen. Der Freistaat Bayern bringt sich finanziell ein und auch vom Bund könnten noch Fördermittel folgen.

Dass der Freistaat die Staudenbahn wieder auf der Schiene sehen will, hat er bereits bewiesen, als er eine "Bestellgarantie für den Schienenverkehr abgegeben hatte und das Projekt und die Ausschreibung Augsburger Netze aufgenommen wurde", wie die die bayerische Familienministerin und Abgeordnete aus dem Landkreis Augsburg, Carolina Trautner (CSU), in einer Pressemitteilung schreibt. Allerdings sind dann in der weiteren Planung des Projekts Finanzierungsprobleme hinsichtlich der Schieneninfrastruktur aufgetaucht.

"Diese Finanzierung könnte durch Bundesfördermittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz mit bis zu 90 Prozent der Infrastrukturinvestitionen unterstützt werden", ist sich Trautner sicher. Nur: Um diese Mittel erhalten zu können, sei zwingend der Wirtschaftlichkeitsnachweis durch ein Verfahren der Standardisierten Bewertung erforderlich. Trautner hat aber auch eine gute Nachricht: Die Untersuchung zur Standardisierten Bewertung werde der Freistaat finanzieren, wie sich Trautner in einem Schreiben von der bayerischen Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) bestätigen ließ. „Dies ist ein weiteres klares Bekenntnis des Freistaats zur Reaktivierung der Staudenbahn“, so Trautner.

Für Landrat Martin Sailer (CSU) sei dieses Angebot aus dem Verkehrsministerium nun der geeignete Anlass, damit der Landkreis das Antragsverfahren zeitnah und federführend anstoße. Somit könne sichergestellt werden, dass die Reaktivierung der Staudenbahn auch weiterhin gute Zukunftsaussichten habe.

Wie es aber nun konkret weitergeht mit der Staudenbahn, scheint weiter nicht klar zu sein. In einer E-Mail an den Landtagsabgeordneten Max Deisenhofer (Grüne) zitiert Trautner die Verkehrsministerin Schreyer dahin gehend, "dass sich die Inbetriebnahme auf mindestens Dezember 2024 verschieben wird". Auch könnten möglicherweise die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) als mögliche Betreiber der Infrastruktur infrage kommen. Die BBG Stauden, der bisherige Betreiber ist laut Trautners Schreiben dazu bereit, die Infrastruktur an einen neuen Betreiber abzugeben. Die SWU haben inzwischen auch schon eine Projektvalidierung vorgenommen haben. Laut SWU ergibt sich danach aufgrund des hohen Investitionsbedarfs in die Infrastruktur in Höhe von 25 Millionen Euro ein Defizit von elf Millionen Euro am Ende der Bestellgarantie. "Der SWU liegen allerdings noch nicht alle zwingend notwendigen Gremienbeschlüsse vor, um sich in der Region betätigen zu können", heißt es in der E-Mail vom Montag.

Deisenhofer hatte sich bereits im November 2020 gemeinsam mit den beiden Augsburger Landtagsabgeordneten der Grünen, Stephanie Schuhknecht und Cemal Bozoglu, an Carolina Trautner gewandt und sie gebeten, ihren Einfluss auf die Ministerkollegin Schreyer zu nutzen und so den Weg für eine Förderung durch den Bund ebnen zu lassen. (mh)

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