Region: Augsburger Land

Wartelisten durch Impfstoffmangel im Augsburger Landkreis: Landrat fürchtet Neid und Wettstreit um Impfungen

Im Landkreis Augsburg werden vorerst keine Termine für Erstimpfungen vergeben. Grund ist ein Mangel an Impfstoff.

Impfstoffmangel sorgt im Landkreis Augsburg nun für lange Wartelisten. Das kündigt das Landratsamt Augsburg an. Für Erstimpfungen sei erst in etwa zwei Wochen wieder mit Terminen zu rechnen. Landrat Martin Sailer reagiert nun auch auf die geplante Aufhebung der Priorisierungen. Er befürchtet "Impfneid und Wettstreit um Impfungen".

Wie das Landratsamt mitteilt, würden die bayernweiten Impfstofflieferungen derzeit nahezu vollständig für Zweitimpfungen benötigt und es komme auch in den Prioritätsgruppen 1 und 2 im Landkreis Augsburg zu längeren Wartezeiten. Mit neuen Terminen für Erstimpfungen sei erst in etwa zwei Wochen wieder zu rechnen, vermutet Landrat Martin Sailer. Wie immer sei man hier von den tatsächlich gelieferten Dosen abhängig.

Wie es nach der von der Bundesregierung kommunizierten Aufhebung der Priorisierung in den Impfzentren ab dem 7. Juni weitergehen soll, sei dem Landratsamt noch nicht bekannt. „Leider liegen uns von der Regierung noch keine genaueren Informationen darüber vor, wie nach der Aufhebung der Priorisierung in den Bayerischen Impfzentren zu verfahren ist“, so Sailer. Die Systematik werde aber wohl über die Software BayIMCO vorgegeben werden. Sobald der Kreisverwaltungsbehörde diesbezüglich Neuerungen bekannt werden, sollen diese unter www.landkreisaugsburg.de/news-impfung veröffentlicht werden.

„Mich haben bereits zahlreiche Zuschriften von Bürgerinnen und Bürgern aus der Priorität 3 erreicht, die mich fragen, ob sie nun nicht mehr zu einer gefährdeten Gruppe gehören und die sich eine Stellungnahme wünschen, weil die Entscheidung der Aufhebung für sie nicht nachvollziehbar ist“, berichtet Sailer. Nach der Auffassung des Landrats mache ein Aufheben der Prioritätengruppen erst dann Sinn, "wenn es ausreichend Impfstoff gibt und alle eine Aussicht auf mindestens eine Erstimpfung haben. Wenn sich der Impfneid und der Wettstreit um die Impfungen nicht deutlich verschärfen sollen, muss jetzt dringend nachgesteuert werden. Die Bayerische Staatsregierung muss über den Bund die Impfstoffversorgung aufbohren lassen und sicherstellen. Zudem sollte sie ernsthaft über ihre aktuelle Impfstrategie und die Vermittlung dieser gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern nachdenken. Alles andere sorgt nur für noch mehr Verunsicherung und Missgunst in unserer Gesellschaft.“

Wie das Landratsamt weiter ankündigt, verändert sich außerdem die Erreichbarkeit der Impfregistrierungs-Hotline ab Dienstag, 1. Juni. „Da die Anrufzahlen in der Vergangenheit insbesondere an Wochenenden und Feiertagen stets rückläufig waren, sparen wir hier künftig unsere Personalkapazitäten ein und besetzen unsere Hotline lediglich während der regulären Öffnungszeiten des Landratsamtes“, so Sailer. Eine Ausnahme wird es in der Impfregistrierungs-Hotline am Freitag, 4. Juni 2021, geben. An diesem Brückentag ist das Landratsamt zwar geschlossen, die Hotline soll aber regulär von 7.30 bis 12.30 Uhr besetzt sein. (pm)

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