Region: Augsburg Stadt

Schulen und ÖPNV dominieren Stadtteilgespräch.

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Freier Mitarbeiter Hans Blöchl aus Augsburg-Lechhausen
Voll besetzt war der Saal in St. Pankratius, OB Dr. Kurt Gribl mit der Referentenriege begrüßte die 250 Interessierten. Foto Blöchl

So richtig zufrieden waren die ca. 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Lechhauser Stadtteilgespräch nicht. „Schade um den Abend!“ meinte eine Teilnehmerin beim frühzeitigen Verlassen des völlig überfüllten Pfarrsaales St. Pankratius und später auch in einer Bewertung auf Facebook. „Ja me i- so ist es halt!“ meinte ein anderer nicht ganz entschieden ob seines Urteils. Das Konzept der Stadtteilgespräche mit einem Beginn, bei dem die Besucher zuerst mit den anwesenden Referenten persönlich sprechen und dabei vielleicht eher individuelle Anliegen klären könnten, ging nicht auf. Um 18 Uhr war der Saal brechend voll, viele Leute mussten vor der Tür warten. Die vorbereiteten Gesprächstische blieben zumindest für ihren Zweck ungenutzt. So ging es gleich ins Plenum, zwei Themen dominierten den Abend. OB Gribl skizzierte Entwicklungen in Lechhausen wie den Umbau des Grünen Kranzes, Flößerpark oder Gewerbegebiet. Der erste Redner aus dem Publikum fraget nach der allgemeinen Entwicklung des Stadtteils, eine Frage die leider am Abend nur noch eine untergeordnete Rolle spielte.

Lechhauser Schulen mahnen dringende Sanierungsmaßnahmen an.

Gleich zu Beginn schilderte der Rektor der Schiller Grund- und Mittelschule, Franz-Josef Dorsch, die teils dramatische Raum- und Bausituation an seiner Schule. Der Bau aus den 60 er Jahren müsste überholt und erweitert werden. Die Schule ist im aktuellen Schulsanierungsprogramm mit ca. 20,5 Millionen in zwei Bauabschnitten enthalten. Dorsch monierte, dass der Baubeginn bereits 2017 und 2018 angekündigt war aber nicht erfolgte. Deswegen war eine gewisse Skepsis gegenüber der Aussage von Bildungsreferent Hermann Köhler spürbar, der einen definitiven Beginn in diesem Jahr zusagte.

Auch Vertreter des Elternbeirats der Luitpoldgrundschule informierten über die Situation an ihrer Schule. Derzeit wären die Arbeiten im Hauptgebäude wegen Barrierefreiheit und Brandschutz im vollen Gange. Dringend notwendig wäre aber ein Erweiterungsbau, weil bei steigenden Schülerzahlen die Kapazitätsgrenze längst erreicht sei. Im Gegensatz zum ersten Bauabschnitt, bei dem derzeit 3,8, Millionen Euro investiert werden, gibt es für den Erweiterungsbau noch keinen Zeitplan, für die Eltern eine unbefriedigende Situation.

Kommt die Realschule für Lechhausen?

In Lechhausen ist die Forderung seit Jahren auf der Tagesordnung, im Staxtteil eine weiterführende Schule anzusiedeln. Viele Kinder aus Lechhausen haben einen weiten und teils sehr umständlichen Schulweg, nicht wenige pendeln ins Umland z.B. nach Mühlhausen. Waren entsprechende Anträge der SPD – Stadtratsfraktion in den vergangenen Jahren noch abgelehnt worden, scheint nun wieder Bewegung in die Angelegenheit zu kommen. Die Lechhauser CSU sieht Lechhausen dabei in der „Poolposition“ für eine neue Realschule. So wurde bei der Veranstaltung einhellig die Notwenigkeit einer Realschule oder sogar eines Gymnasiums betont. Letzteres ehr unwahrscheinlich! Etwas bedeckter hielten sich da von OB Dr. Kurt Gribl und Hermann Köhler. Sie sahen zwar den Bedarf einer zusätzlichen Realschule in der Stadt und wollten auch den Standort in Lechhausen prüfen. Zusagen wollen und konnten sie aber nicht geben. Sie verwiesen dabei auch auf die Zuständigkeit des Freistaates, der letztendlich die Entscheidung habe.
Sogar ein etwaiger Standort wurde bereits in Aussicht genommen. Eine größere Fläche westlich der Hans – Böckler – Straße käme als Standort potentiell in Frage. Bis aber das Ideenstadium verlassen und in eine konkrete Planung eingestiegen werden kann, wird noch viel Wasser den Lech hinunterfließen.

Benachteiligt der AVV Lechhausen?

Die Tarif Reform des AVV, in Augsburg von den Stadtwerken umgesetzt, erhitze einen Teil der Gemüter. Durch die Veränderung wurde die Zonengrenze von der Ulrichsbrücke zur Berliner Allee verschoben. Damit verteuert sich der Fahrpreis für viele Fahrgäste, die aus Lechhausen in die Innenstadt fahren wollen. Der OB und die Vertreterin der Stadtwerke hatten einen schweren Stand dies zu begründen. Eine gewisse Verärgerung bei Gribl war durchaus zu bemerken. Eine Prüfung und etwaige Änderung nach der entsprechenden Evaluation, die am Ende des Jahres erfolgen soll entspannte die Gemüter dann doch etwas.

Jugend, Flößerpark und ein Schwimmbad – auch der Verkehr spielt eine Rolle.

Mehr Angebote für die Jugend wurden angemahnt, weil das derzeitige Angebot bei weitem nicht ausreichend sei. Der Flößerpark scheint nich tmehr im Mittelpunkt der Diskussion. Die Mitteilung, das mit einer Fertigstellung wohl erst 201 zu rechnen sein wird, wurde ohne große Reaktionen zur Kenntnis genommen. Für eher ironisches Lachen sorgte die Forderung aus dem Publikum, in Lechhausen ein Bad mit einer 50 m - Bahn zu bauen. Zumal keiner der Sportvereine vor Ort Schwimmabteilungen betreibt. Sozialreferent Dr. Stefan Kiefer informierte über die Situation von Betreuungsplätzen in den Kindertagesstätten.
Nicht fehlen durfte natürlich die Verkehrssituation. Baureferent Gerd Merkle fiel die heikle Aufgabe zu, eine gewisse Unlösbarkeit von Problemen einzugestehen. Ob es um Geschwindigkeitskontrollen in der Kurt – Schumacher – Str. oder eine chaotische Parksituation in der Lützowstr. geht, ob das Parken von Gewerbefahrzeugen in Wohngebieten oder die Einrichtung von Tempo – 30- Zonen, die Probleme sind zu komplex für einfache Lösungen. Kommentar: Gut gemeint aber nicht gut gemacht! Schon die Auswahl des Saales zeugte nicht von viel Fingerspitzengefühl. War in Kriegshaber noch die große Aula einer Schule gewählt worden, mussten sich die Interessierten aus dem größten Stadtteil in einem dafür nicht geeigneten Saal zwängen. Durch den Wegfall der Stehtischgespräche erreicht das Stadtteilgespräch hier auch seine Grenzen. Viele Probleme sind eher partieller oder individueller Art, die in einem Plenum des gesamten Stadtteils eigentlich fehl am Patz sind. So können auch die großen Entwicklungen in Lechhausen – Gewerbegebiete, zusätzliche Wohnbebauung, zusätzlicher Verkehr, Entwicklung Neuburger Straße, fehlende Kulturangebote u.a. – nicht zur Geltung kommen. Schade aber eine Chance nicht optimal genutzt!

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