Region: Augsburg Stadt

Kinder lieben Gemüse – wirklich? Projekt in der städtischen Kita Zollernstraße.

Profilbild vonFreier Mitarbeiter Hans Blöchl aus Augsburg-Lechhausen
Erzieherin Evangelia Papadimou verteilt den Eintopf. Foto Blöchl

Es gibt ja das Gerücht (mit realem persönlichem Hintergrund!), dass Kinder sich in einem bestimmten Alter durchaus von Pommes, Nudeln und Fischstäbchen ernähren könnten und wollten. Man weiß, dass das nicht gesund ist aber oft kommt man nich dagegen an. Dass es auch anders gehen kann zeigt ein Projekt, dass momentan in der städtischen Kindertagesstätte in der Zollernstraße in Oberhausen durchgeführt wir. Die Kita ist die dritte Einrichtung der Stadt, die mit Unterstützung verschiedener Stellen das Ziel verfolgt, die Mittagsverpflegung „Gesundheitsförderlicher, wertgeschätzter, nachhaltiger und auch wirtschaftlicher“ zu machen.

Schon der Anblick des Raumes in dem gegessen wird unterscheidet sich stark von andren Speiseräumen. E gibt einen sog. VIP – Tisch, der mit Servietten, Gläsern und anderen Utensilien wie im Restaurant gedeckt ist. Auch der Raum selbst ist mit Bildern, einer Spielecke, Blumen und angesäten Kresseschalen anders eingerichtet. „Es ist nicht nur ein Speisesaal!“ betont Manuela Miehler, die Leiterin der Kinderkrippe. „Die Kinder spielen hier und nutzen den Raum vielfältig!“ Erzieherin Evangelia Papadimou kommt mit 5 Kindern im Alter von 2 – 3 Jahren an den Tisch, man reicht sich die Hände, ein gemeinsamer Spruch wird aufgesagt. Sie isst auch mit den Kindern. Die Kinder sidn sichtbar nervös, weil sie beim Essen beobachtet werden. Küchenleiterin Aysel Akbay serviert das Essen, einen lecker duftenden Kichererbseneintopf, dazu einen Nachtisch. „Die Kinder lernen, „was sie zuhause oft nich mehr lernen, gesittet zu essen!“ wird erläutert. Die Kinder können sich für den VIP – Tisch bewerben, aber auch die anderen Tische sind schön gedeckt.

Und das Projekt ist erfolgreich wi berichtet wird. Es wird viel mit Gemüse und Rohkost gekocht, auch der Essenslieferant ist da miteinbezogen. In der Kita selbst werden aufgrund der Küchenkapazität nur kleinere Sachen gekocht, Suppen oft oder ein Nachtisch. Und wen es dann mal kein Gemüse gibt kommt von den Kindern schon mal die Nachfrage „Wo ist denn das Gemüse?“. Viel Rohkost steht auf den Speiseplänen, aber auch z.B. Gemüseravioli oder Spinapfannkuchen. Es gibt Exotischere Rezepte wie ein Nudelauflauf mit Thunfisch und Tomatensoße oder eine vegetarische Rote -Linsen – Lasagne. Natürlich fehlen aber auch Klassiker wie Fischstäbchen, eine Pizza, Ksespätzle oder die Buchstabensuppe nicht Er ergänzt die übliche Tiefkühlversorgung durch frisch zubereitete Speisen. Mehr Seefisch, mehr Gemüse und Vollkorn- und Milchprodukte werden verwendet. Der Bioanteil liegt derzeit schon bei 23 %. Wichtig ist auch die Verwendung regionaler Produkte soweit möglich. Der Speiseplan für 6 Wochen wurde gemeinsam ausgearbeitet. Er macht richtig Appetit und würde mancher Kantine alle Ehre machen.

In der Kita Zollernstraße, eine 5 Einrichtungen in Schwaben, die derzeit am Projekt teilnehmen, essen täglich 19 Krippen-, 49 Kindergarten und 37 Hortkinder zu Mittag. Die Zahl steigt, immer Wenger Eltern haben die Möglichkeit mittags zu kochen. Und hier ist auch der Ansatz des Projekts: „Wir müssen alle einbeziehen, Eltern Erzieherinnen die Träger und die Essens Lieferanten, wenn es gelingen soll, einen Veränderungsprozess in Gang zu bringen“!“ meint Claudia Wiedemann von der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. ist als sog. „Coach für Kitaverpflegung“ unterwegs. Sie sieht in dem Projekt den Ansatz Essen von der reinen Verköstigung zu einem erzieherischen Prozess zu machen. Du es scheint zu gelingen, den Kindern schmeckt es sichtlich. Das ganze wir natürlich, schließlich leben wir in Deutschland, eng begleitet vom zuständigen Ministeriumnach den bayerischen Leitlinien für Kita- und Schulverpflegung und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Die Kita schneidet in der Bewertung hervorragend ab und erreicht 38 von 41 Punkten in der Bewertung von Rahmenbedingungen und en oben angeführten Zielen von Gesundheitsfördernd etc. Klaudia Weishaupt die hauswirtschaftliche Leiterin des Fachbereichs Kindertagesstätten der Stadt erhofft sich, durch das positive Beispiel auch Veränderungen in den anderen Kitas. Am Wichtigsten ist es aber, da sind sich alle einig, dass es gesund ist und auch den Kindern hervorragend schmeckt. Das lässt sich am besten am sog. „Resteeimer“ ablesen. „Die Kinder lassen viel weniger essen übrig als früher“, das ist wohl das beste Lob für das Projekt.

Weitere Bilder

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X