Region: Augsburg Stadt

Nachverdichtung für Wohnraum kostet Grünflächen.

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Freier Mitarbeiter Hans Blöchl aus Augsburg-Lechhausen
Blick auf den Reesepark rechts und das ehemalige Schwesternwohnheim. Foto Blöchl

Der Druck auf dem Wohnungsmarlt lässt nicht nach. Gerade in Kriegshaber ist der Zuzug ungebremst. Auf den ehemaligen Militärflächen hier und auch in Pfersee wird gebaut. Die Uniklinik schafft zusätzlichen Druck auch auf dem Wohnungsmarkt. Man kann das durchaus als Zeichen der Attraktivität der Stadt sehen, die diversen Nachteile dürfen dabei aber nicht übersehen werden. Steigende Miet- und Immobilienpreise sind die eine Kehrseite der Medaille. Die andere ist, dass unter dem Stichwort „Nachverdichtung“ nicht nur Baulücken geschlossen werden sondern auch immer mehr kleinere oder größere Grünflächen als Bauland ausgewiesen und entwickelt werden. So wird das ehemalige Sportgelände des Post SV d zum sog. Dehnergelände, auf dem ca. 500 neue Wohnungen unterschiedlichster Größe und Qualität entstehen sollen. Auch andere Flächen geraten unter Beobachtung.

Weltwiese soll schonend bebaut werden.

Nun ist auch, nicht sonderlich überraschend die sog- „Weltwiese“ zwischen Cramerton Nord und dem Reese-Park in das Visier der Stadtplaner und Kommunalpolitiken geraten. Die Fläche ist bereits jetzt von Wohnhäusern umgehen. Wild entstandenen Fußwege durchziehen das Gelände. Man kann es nicht als Biotop bezeichnen, dafür ist es wohl zu eintönig und monoton. Trotzdem verbindet sich damit durchaus auch Überlegungen, wie man diesen zentralen Platz im Stadtteil nicht nur mit Häusern füllen, sondern auch zu einem Patz der Begegnung und des Zusammenseins entwickeln könnte. Neu entstehen sollen dabei ca. 400 – 500 Wohneinheiten.
Beim vorletzten Treffen des Stadtteilarbeitskreises CCKT (Cramerton – Cengterville-Kriegshaber-Treff) informierte die städtische Wohnbaugruppe (WBG) über die Ideen, das Grundstück städtebaulich aufzuwerten und zu nutzen. Dabei ist derzeit noch keinerlei konkrete Planung vorhanden, mit einer Realisierung ist, wenn überhaupt, erst in 8 – 12 Jahren zu rechnen. Sehr schnell war man sich in dem Kreis einig, dass man sich in die Entwicklung einschalten und eigene Vorschläge entwickeln möchte. So traf man sich im Januar zu eine Sondertreffen, bei dem Ideen und Vorstellungen entwickelt und an die zuständigen Stellen weitergeleitet werden sollten.
Die WBG berichtete, dass „ Die momentane Planung für die Bebauung der Weltwiese ganz am Anfang steht. Grundlegend soll nicht die komplette Weltwiese bebaut werden, sondern ein Teil wird definitiv bestehen bleiben“ In der anliegenden Carl-Schurz-Straße leben Familien mit vielen Kindern, da in diesem Wohnkomplex noch größere Wohnungen zur Verfügung stehen. Bei der Planung des Neubaus muss darauf geachtet werden, dass weiterhin auch große Wohnungen für kinderreiche Familien entstehen. Die WBG will nicht nur an der Weltwiese, sondern im gesamten Gebiet sozialverträglich bauen. Dabei wird die Größe der Wohnungen anhand der Nachfragen geplant. Bei der WBG wird vor allem Wohnungen mit 2 – 3 Zimmern angefragt.

Teilnehmer fordern einen Ort für „Begegnungen/Vernetzungen“.

Von den Teilnehmenden wird gefordert, dass die Mehrgenerationenvernetzung im Blick behalten werden muss. Es ist wichtig aus Sicht der Akteure, einen Ort für Kinder und Erwachsene zu schaffen. Genannt wird auch ein Familienzentrum (wie z. B. Peter und Paul), bestehend aus Nachhilfe, Bücherei, Beratungsangebote, Hort, Jugendamtsbüro etc. Im Bereich der Carl-Schurz-Straße treffen die unterschiedlichsten Menschen aufeinander, für die es einen Ort geben muss, an dem sie sich gemeinsam aufhalten können. Eine weitere Idee war ein Bildungshaus wie z. B. in Drei Auen in Oberhausen. Die WBG wies darauf hin, dass auf dem nördlich angrenzenden Reesegelände ein Begegnungszentrum mit einem Begegnungsbereich und einem Beratungsangebot entstehen wird. Derzeit treffen sich Jugendliche auf der Weltwiese. Treffmöglichkeiten für sie sind unbedingt mit anzudenken. Im derzeitigen Stadium ist an konkret Planungen noch nicht zu denken. Der CCKT wird sich weiter um die Angelegenheit kümmern und eng mit der Stadt und der WBG zusammenarbeiten um die Entwicklung in Sinne der Bewohner des Viertels und des Stadtteils weiter zu beeinflussen.

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