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Tödliche Attacke am Kö: Gericht entlässt sechs Beschuldigte aus Untersuchungshaft

Im Fall der tödlichen Attacke am Augsburger Königsplatz kommen sechs Beschuldigte aus der Untersuchungshaft frei. Die Jugendkammer des Landgerichts hob am Montag die Haftbefehle gegen die mutmaßlichen Mittäter auf. Das Gericht verneint bei allen sechs den Tatverdacht der Beihilfe zum Totschlag. Ein gemeinschaftliches „Umzingeln“, wie es zunächst von den Ermittlern hieß, könne man, nach Sichtung der Beweise, nicht bestätigen.

Im Fall der tödlichen Attacke vom Augsburger Königsplatz hatten die Anwälte der mutmaßlichen Mittäter Haftbeschwerde eingelegt. Die Jugendkammer des Landgerichts Augsburg hat nun sechs Haftbefehle aufgehoben. Der mutmaßliche Haupttäter bleibt vorerst im Gefängnis.Die Jugendkammer des Augsburger Landgerichts hat am Montag die Haftbefehle der sechs mutmaßlichen Mittäter aufgehoben. Das Gericht "verneinte nach eingehender Prüfung auf der Basis der bisherigen Erkenntnisse und Beweismittel, insbesondere der Sichtung der Videoaufzeichnungen bei allen sechs Beschuldigten den dringenden Tatverdacht der Beihilfe zum Totschlag", teilt Gerichtssprecher Christian Engelsberger mit.

Schlag war "spontane, sofort abgeschlossene Handlung"

Der Begründung des Gerichts zufolge handelt es sich bei dem tödlichen Schlag gegen den Kopf des getöteten Opfers um eine "spontane, sofort abgeschlossene Handlung des siebten, sich noch in Untersuchungshaft befindlichen Beschuldigten". Das Gericht sah damit bei einem Teil der Beschuldigten, die sich unmittelbar am Geschehen befanden, keinen Vorsatz als gegeben.

Kein „Umzingeln“ des Opfers

Ein gemeinschaftliches „Umzingeln“ des Opfers habe das Gericht nicht feststellen können. Hinsichtlich der Beschuldigten, die sich weiter entfernt vom Tatgeschehen aufhielten, zum Teil diesem sogar den Rücken zukehrten, fehle es schon an einer objektiven Beihilfehandlung. Bei den übrigen beiden Beschuldigten bejahte die Jugendkammer zwar den dringenden Tatverdacht der gefährlichen Körperverletzung zu Lasten des zweiten, schwer verletzten Opfers, verneinte jedoch die Haftgründe der Fluchtgefahr und der Verdunkelungsgefahr. (jaf)

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