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Tödliche Attacke am Königsplatz: Augsburger Staatsanwaltschaft bestätigt erneute Haftbefehle gegen sechs mutmaßliche Mittäter

Gegen alle sechs mutmaßlichen Mittäter wurden nun wieder Haftbefehle erlassen.

Nachdem das Oberlandesgericht (OLG) München am Freitag die sechs mutmaßlichen Mittäter des 17-Jährigen, der am Nikolaustag einen 49-Jährigen am Augsburger Königsplatz mit einem Schlag tödlich verletzt haben soll, wieder festnehmen ließ, hat sich nun die Augsburger Staatsanwaltschaft zu dem Vorgang geäußert.

Demnach habe der zuständige Senat am OLG München die ursprünglichen Haftbefehle der Augsburger Staatsanwaltschaft bestätigt. Das Landgericht Augsburg hatte diese am vergangenen Montag aufgehoben. Für das OLG besteht "ausgehend vom derzeitigen Ermittlungsstand" allerdings weiterhin sowohl der dringende Verdacht "der Beihilfe zum Totschlag, als auch der gefährlichen Körperverletzung". Auch die Flucht und Verdunkelungsgefahr und die schwere der Tat sprächen dafür, auch die Mittäter wieder in Untersuchungshaft zu überführen.

Haftbefehle wieder in Vollzug gesetzt

Die Polizei habe deshalb am Freitag drei der Beschuldigten wieder festgenommen, so die Staatsanwaltschaft Augsburg, drei stellten sich selbst bei der Polizei. Der Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Augsburg hat die Haftbefehle entsprechend der Entscheidung des OLG wieder in Vollzug gesetzt.

Kurz vor Weihnachten kamen die sechs Beschuldigten frei

Die Anwälte der mutmaßlichen Mittäter hatten zuvor Haftbeschwerde eingelegt und die Jugendkammer des Landgerichts daraufhin die sechs Haftbefehle aufgehoben. Nur der Haupttäter blieb in Untersuchungshaft. Der tödliche Schlag sei eine "spontane, sofort abgeschlossene Handlung" des Haupttäters gewesen, so die Begründung des Landgerichts. Ein gemeinschaftliches Umzingeln des Opfers habe das Gericht nicht festgestellt.

Bei zwei der Beschuldigten bejahte die Jugendkammer zwar den dringenden Verdacht der gefährlichen Körperverletzung zu Lasten des Begleiters des Opfers, allerdings nicht die Flucht- und Verdunkelungsgefahr. Bei den anderen Verdächtigen fehle es komplett an einer objektiven Beihilfehandlung. Alle sechs beschuldigten Begleiter des 17-Jährigen kamen deshalb am 23. Dezember vorläufig frei.

Ermittlungen: Laufende Prüfung des Tatverdachts

Wie es zu diesen unterschiedlichen Einschätzungen des Tatgeschehens kam, erklärte die Augsburger Staatsanwaltschaft am Montag nach der erneuten Festnahme der Jugendlichen nicht. Gegenstand der Ermittlungen seien "sämtliche für und gegen die Beschuldigten sprechenden Umstände, die mit dem konkreten Tatgeschehen, aber auch mit dem Vor- und Nachtatverhalten der Beschuldigten und der Gruppenstruktur zusammenhängen", so die Stellungnahme.

Anhand der erlangten Erkenntnisse werde laufend geprüft, ob sich der Tatverdacht erhärte oder für einzelne oder alle Beschuldigten entkräftet werde. "Um diese Untersuchungen nicht zu beeinträchtigen", so die Staatsanwaltschaft, "können derzeit keine Einzelheiten zu den Ermittlungsergebnissen mitgeteilt werden." (pm)

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