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Beethovens Geister: Uraufführung von Tobias PM Schneid im 4. Kammerkonzert

Foto: Tobias PM Schneid

Augsburg, 10.01.22 Im Mittelpunkt des 4. Kammerkonzertes dieser Spielzeit steht die Uraufführung des Klaviertrios »Testament« des zeitgenössischen bayerischen Komponisten Tobias PM Schneid, der bereits im Jahr 2013 für das Staatstheater Augsburg eine faszinierende und viel beachtete Ballettmusik komponierte.

 

Der mit zahlreichen bedeutenden internationalen Preisen ausgezeichnete Komponist Tobias PM Schneid wuchs in München und Augsburg auf und ist für seine Vielseitigkeit bekannt, die sich von serieller Ernster Musik bis hin zu Rock, Pop oder Jazz erstreckt. Er ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Künste.

 

Nachdem das Augsburger Ballett im Jahr 2013 seine vielbeachtete Vertonung des »Bildnis des Dorian Grey« uraufführte, sind in dieser Spielzeit gleich zwei weitere Uraufführungen von ihm geplant: Das Klaviertrio »Testament« dieses Kammerkonzertes und seine 4. Sinfonie, die im Sinfoniekonzert am 16. und 17. Mai 2022 auf dem Programm steht.  

 

Über Piano Trio No. 4 »Testament« (UA) von Tobias PM Schneid:

Beethovens „Heiligenstädter Testament“ ist von einem verzweifelten Klagegesang über seine schicksalshafte Erkrankung des Gehörs und der damit verbundenen gesellschaftlichen Isolierung und Ausgrenzung geprägt. Zudem beklagt er die Fehlinterpretation seines (angeblich misanthropischen) Wesens durch seine Mitmenschen. Die Sehnsucht nach mitmenschlichem Umgang und die tiefe Verletztheit, die aus der durch Krankheit erzwungenen Zurückgezogenheit resultieren, sprechen aus jedem Satz. Und dennoch gibt es immer wieder kleine, versteckte, aber deutliche Hinweise auf ein hoffendes, dem Schicksal die eigene Daseinsberechtigung abtrotzendes Kraftpotential. »Mein 4. Klaviertrio schöpft aus dem Spannungsfeld dieser entgegengesetzten Pole und ist also – aus meiner Sicht – ein Werk über das Scheitern und den Mut, diesem Scheitern einen beherzten Neuanfang entgegenzusetzen«, so Tobias PM Schneid. »Das Stück ist in memoriam meinem ehemaligen Lehrer und väterlichen Freund Heinz Winbeck, einem der größten und ausdrucksstärksten Sinfoniker unserer Zeit, liebevoll zugeeignet.«

Ludwig van Beethoven: Trio Nr. 5 D-­Dur »Geistertrio« op. 70, 1
Tobias PM Schneid: Piano Trio No. 4 »Testament« (UA)
Johannes Brahms: Trio H-­Dur op. 8 (2. Fassung)

 

»Beethovens Geister« | 4. Kammerkonzert | Fr 21.1.21 & Sa 22.1.21, jeweils 19:30 Uhr | Rokokosaal

 

Violine:            Dace Salmina-Fritzen
Violoncello:     Johannes Gutfleisch
Klavier:           Konstantin Lukinov

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