Region: Augsburg Stadt

Besucherzahlen Zweigeteilte Bilanz für die Spielzeit 2020/21

Wie in jedem Jahr gibt das Staatstheater Augsburg zum Spielzeitende seine Besucherzahlen bekannt – doch diesmal, vermutlich zum ersten Mal in seiner Geschichte, zweigeteilt: Mit dem Corona-Lockdown wurde der Vorstellungsbetrieb am 10. März für drei Monate unterbrochen. Als eines von wenigen Theatern in Deutschland konzipierte das Staatstheater schon ab März eine Vielfalt an alternativen Angeboten, u.a. im digitalen Bereich (etwa Inszenierungen für VR-Brille). Außerdem wurden ab Mitte Juni dank eines sehr differenzierten Sicherheitskonzeptes wieder Vorstellungen und Konzerte angeboten, die das Publikum sehr dankbar annahm, so auf der Freilichtbühne am Roten Tor, auf dem »Kunstrasen« im martini-Park, im Kongress am Park und im Rathaus der Stadt Augsburg (Goldener Saal).  

In der Spielzeit, die nun zu Ende geht, zählte das Staatstheater 118.000 Besucher*innen. Damit wurden nur 62 Prozent der Besucherzahl der Vorjahre erreicht, so dass sich die Einbuße durch Corona auf fast 40 Prozent beziffert. Dass die Quote ohne Corona-Krise deutlich positiver ausgefallen wäre, darauf lassen die Zahlen des Jahresanfangs schließen: Bis Ende Februar kamen mehr als 91.000 Besucher*innen, also gut 5.000 mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Seit dem Lockdown ab Mitte März erlebten gut 23.000 Theaterfreunde die Vorstellungen des Hauses (über eintausend von ihnen waren Kunden des vr-theater@home).

Die beliebtesten Inszenierungen der Spielzeit waren der »Tatort Augsburg«, die Deutsche Erstaufführung der Tragikomödie »Luzid« und die Ballett-Produktion »Made For Two«, bei denen alle Vorstellungen restlos ausverkauft waren.

Auf der Freilichtbühne zeigte das Staatstheater Augsburg in diesem Jahr die aufgrund der Corona-Beschränkungen kurzfristig konzipierte Musical-Gala »The Show Must Go On« sowie zweimal das Konzert »Auf goldenen Flügeln« der Augsburger Philharmoniker. Auf der Open-Air-Bühne »Kunstrasen« im martini-Park erfreuten sich Konzerte, Lesungen, Theaterstücke und Ballettvorstellungen eines guten Zuspruchs durch das Publikum. Für beide Spielstätten ist zu berücksichtigen, dass die Veranstaltungen durch die Corona-bedingten Programmänderungen erst sehr kurzfristig angekündigt werden konnten. Somit war der Kartenverkauf zunächst verhalten, zog dann aber im Laufe des Julis kräftig an, so dass schließlich zahlreiche Vorstellungen ausverkauft waren. Die Auslastung von Freilichtbühne und »Kunstrasen« betrug jeweils über 80 Prozent.

Die wegweisenden, ganz neu konzipierten digitalen Angebote, vor allem das vr-theater@home, wurden zu einem Riesenerfolg. So erreichte das Staatstheater Augsburg damit insgesamt ungefähr 5600 Personen. Über 4400 von ihnen erlebten Streaming-Vorstellungen, das vr-theater@home (VR-Brillen) wurde außerdem über 1000 Mal bestellt, einen individuellen künstlerischen Beitrag bestellten über das Projekt »Wünsch Dir was!« mehr als einhundertfünfzig Personen.

Das Staatstheater Augsburg entwickelte mit dem vr-theater@home das tragfähige Konzept für eine fünfte, digitale Sparte des Hauses, die im Laufe der Spielzeit 2020/21 weiterentwickelt wird.

Die Mindereinnahmen wegen des Corona-Lockdowns beziffern sich für diese Spielzeit auf knapp 1,8 Mio Euro. Auch für die kommende Spielzeit rechnet die Theaterleitung mit Beeinträchtigungen des Spielbetriebs und geringeren Einnahmen auf Grund der voraussichtlich anhaltenden Corona-Pandemie. Genaue Prognosen sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich.

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