Region: Augsburg Stadt

Dunkle Festung und strahlende Sinfonik: 2. Sinfoniekonzert »Stil-Synthesen«

Augsburg, 29.10.21 Im Sinfoniekonzert vom November vervollständigt GMD Domonkos Héja gemeinsam mit den Augsburger Philharmonikern seine Trilogie von Bartóks Bühnenwerken, die schon vor einiger Zeit begonnen wurde. Nach »Der wunderbare Mandarin« und »Der holzgeschnitzte Prinz«, steht nun Bartóks einzige Oper »Herzog Blaubarts Burg« auf dem Programm, in konzertanter Fassung und ungarischer Sprache. Die Gesangspartien übernehmen der rumänische Bariton Levente Molnár und die ungarische Mezzosopranistin Viktória Mester.

Programm:

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791):

Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551 ­(Jupiter)

Béla Bartók (1881 – 1945):

Herzog Blaubarts Burg – Oper in einem Akt

­(Libretto von Béla Balázs; konzertante Aufführung in ­ungarischer Sprache mit deutschen Übertiteln)

Judit Viktória Mester
Herzog Blaubart Levente Molnár
Augsburger Philharmoniker
Musikalische Leitung Domonkos Héja

Dass sein Landsmann Béla Bartók für Generalmusikdirektor Domonkos Héja ein sogenannter »Leib- und Magen-Komponist« ist, liegt nahe. Auch »Herzog Blaubarts Burg« hat Héja seit seinem 26. Lebensjahr schon unzählige Male dirigiert, mit wachsender Begeisterung für dieses psychologisch und musikalisch hochinteressante Werk. Umso gespannter war er, wie die Augsburger Philharmoniker den ungarischen Programmschwerpunkt, speziell mit diesen drei sehr groß besetzten Werken aufnehmen würden – und war begeistert: »Das Orchester hat diese Herausforderung unglaublich ernst genommen und sich so akribisch vorbereitet, dass die künstlerische Arbeit daran wirklich sehr in die Tiefe geht und großen Spaß macht.« Nachdem »Der wunderbare Mandarin« und »Der holzgeschnitzte Prinz« schon vor einigen Jahren auf dem Spielplan standen, kommt »Herzog Blaubarts Burg« nun, nach einer Lockdown-bedingten, anderthalbjährigen Verspätung endlich zur Aufführung, womit der Zyklus der drei einzigen Bühnenwerke Bartóks abgeschlossen wird.

Levente Molnár, der Herzog Blaubart verkörpert, war fünf Jahre lang Ensemble-Mitglied an der Bayerischen Staatsoper, wohin ihn Gastrollen regelmäßig zurückführen. Ebenfalls gastierte er bereits an Häusern von Weltrenommée wie der Wiener Staatsoper, der Opéra national de Paris und der New Yorker Metropolitan Opera.

Viktória Mester, die als Judit zu erleben ist, debütierte 2006 an der ungarischen Nationaloper in Budapest, wo sie seither zahlreiche Hauptrollen übernommen hat. Sie arbeitete mit allen großen ungarischen Sinfonieorchestern zusammen und widmet sich hingebungsvoll dem Liedgesang. 

Werkinformationen:
Bartók war 30 Jahre alt, als er sich 1911 mit der Konzeption von »Herzog Blaubarts Burg« an sein erstes Bühnenwerk wagte. Obgleich ein Erstlingswerk, stellt die Oper bereits eine großangelegte Synthese in Bartóks Schaffen dar. Auf der Suche nach einer eigenen, neuen Musiksprache schöpfte er vermehrt aus der Musik französisch-impressionistischer Prägung und verknüpfte sie mit der ungarischen Volksmusik. Im Zuge dessen setzte er sich auch mit atonalen Kompositionstechniken auseinander.

Alle diese Elemente finden sich zu einer Einheit verschmolzen in »Herzog Blaubarts Burg« wieder. Sie dienen auf einzigartige Weise der Reflexion des dramatischen Verlaufs der symbolistischen Geschichte, die das Seelenleben des an der Liebe der Frau gescheiterten Mannes thematisiert: In Herzog Blaubarts Burg, einem verlassenen und dunklen Gemäuer, entdeckt Judit, die neue Gemahlin Blaubarts, sieben verschlossene Türen. Sie drängt Blaubart dazu, eine um die andere zu öffnen und macht schöne, sonderbare, aber auch grausige Entdeckungen.

Dem Dunkel der Blaubart’schen Feste stehen die strahlenden C-Dur-Höhen der »Jupiter«-Sinfonie von Wolfgang Amadeus Mozart gegenüber. Hier zeigt sich in besonders konzentrierter Form Mozarts Vorliebe für die Synthese verschiedenster Stile. Die Sinfonie vereint auf engstem Raum nicht nur allerhand Gegensätze, sondern verknüpft im Finalsatz auch sämtliche Raffinessen der »barocken« Fuge mit dem klassischen Sonatensatz auf so geschickte Weise, dass die extreme kompositorische Dichte erstaunlich leichtfüßig daherkommt.

»Stil-Synthesen« | 2. Sinfoniekonzert | Di 16.11.21 20 Uhr | Kongress am Park
»Stil-Synthesen« | 2. Sinfoniekonzert | Mi 17.11.21 20 Uhr | Kongress am Park

Blick in die musikalische Werkstatt jeweils 19:10 Uhr

Theaterbus

Auch zum Sinfoniekonzert fährt der Theaterbus: Über die Route Süd ab Schwabmünchen und über die Route Nord ab Dillingen, jeweils direkt bis zum Kongress am Park. Alle Infos zu den Haltestellen und Buchung unter: www.staatstheater-augsburg.de/theaterbus.“

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