Region: Augsburg Stadt

Wieder da! Das Stück »Klang des Regens« beschäftigt sich mit der deutschen Kolonialgeschichte

Foto: Szene aus »Klang des Regens«, Ute Fiedler, Maya Alban-Zapata

Augsburg, 16.12.21 In der brechtbühne im Gaswerk zeigt das Staatstheater Augsburg ab 19.1.22 das im Sommer 2021 uraufgeführte Stück »Klang des Regens« – eine eindringliche Inszenierung, die sich in Form eines generationenübergreifenden Gesprächs mit der deutschen Kolonialgeschichte in Namibia und ihren Folgen beschäftigt. Regie und Konzept stammen von Miriam Ibrahim, deren Arbeit den Genozid an den Herero und Nama auf emotional-zugängliche wie kritische Weise beleuchtet. Der Text stammt von der mehrfach preisgekrönten Autorin Caren Jeß. Die Inszenierung ist Teil eines umfassenden Rahmenprogramms, das in Kooperation mit dem Grandhotel Cosmopolis, Open Afro Aux und weiteren Augsburger Initiativen rund um die People of Color-Community entstanden ist. Karten für die Vorstellungen von »Klang des Regens« am 19., 22. und 30.1.22 sind beim Besucherservice des Staatstheater Augsburg erhältlich (Telefon 0821 324 49 00, Email an tickets@staatstheater-augsburg.de, online über www.staatstheater-augsburg.de/spielplan oder persönlich an der Theaterkasse am Rathausplatz, Mo-Fr 9 bis 17:30 Uhr & Sa 10-17 Uhr).

 

Das künstlerische Team um Miriam Ibrahim beschäftigte sich für die Konzeptarbeit »Klang des Regens« drei Jahre lang mit dem Thema des kollektiven und transgenerationalen Traumas durch rassistische Gewalt. Wie schreiben sich die schmerzhaften Erfahrungen unserer Vorfahren in unsere Körper und in unser Verhalten ein? In der Inszenierung beschreitet das Team gemeinsam Wege des Erinnerns und Wiederfindens und wirft so Schlaglichter auf den Umgang mit Geschichte und Gegenwart. Die Auseinandersetzung mit dem Genozid in Namibia an den Herero und Nama durch die deutsche Kolonialmacht von 1904 bis 1908 stand dabei im Fokus der Stückentwicklung. Teil des Recherche-Prozesses war eine Reise nach Namibia.

Die fiktiven Figuren in »Klang des Regens«, eine Schwarze Enkelin und ihre weiße Großmutter, werden von realen Erfahrungen der beiden Schauspielerinnen – die Augsburger Darstellerin Ute Fiedler sowie die Berliner Gast-Schauspielerin Maya Alban-Zapata – bereichert. Sie treten heraus aus ihren Rollen und kontextualisieren sich vor dem Hintergrund wechselhafter Video- und Bildmaterialien immer wieder neu. Der Umgang mit Erinnerung wird durch das Schweigen und Verdrängen auf der einen Seite, sowie durch das Sprechen- und Verstehen-Wollen auf der anderen Seite thematisiert. Die Figuren werfen so einen gleichermaßen persönlichen wie universellen Blick auf ein Thema, das weit über den Kosmos des Privaten hinausreicht.

Die Stückentwicklung ist Teil des Programms der interdisziplinären Plattform Plan A am Staatstheater Augsburg.

Nähere Informationen zum Produktionsteam und Links zu verschiedenen Recherche-Medien sowie ein Gespräch zwischen Autorin und Regisseurin sind unter https://staatstheater-augsburg.de/klang_des_regens erhältlich.

 

»Klang des Regens« | Eine Stückentwicklung | Mi 19.1.22 20 Uhr, Sa 22.1.2022 20 Uhr, So 30.1.2022 18 Uhr | brechtbühne im Gaswerk

 

Konzept und Inszenierung: Miriam Ibrahim

Autorin: Caren Jeß

Bühne & Video: Nicole Marianna Wytyczak

Kostüme: Alice Martina Mirlachrechtbühne im Gaswerk

Dramaturgie: Dr. Dr. Daniele G. Daude

Outside-Eye: Jeremy Nedd

Künstlerische Produktionsleitung: Maria Trump

Musikalische Beratung: Wahib Soumade

 

mit Ute Fiedler und Maya Alban-Zapata als Gast

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