Region: Augsburg Stadt

Augsburger Medienpreis 2018 geht in die heiße Phase

Profilbild vonLeserReporter Medienforum Augsburg
Nominiert in der Kategorie Wort: Volker Klüpfel

Nominiert für die Kategorie Wort: Volker Klüpfel mit Kommissar Kluftinger

Bereits zum fünften Mal verleiht das Medienforum Augsburg e.V. den Augsburger Medienpreis an Medienmacher unserer Region. Tatkräftig unterstützt wird der Medienpreis von regionalen Sponsoren und Medienpartnern aus dem Raum Augsburg/Bayerisch-Schwaben. Schirmherr ist Augsburgs OB Dr. Kurt Gribl. Die Preisverleihung ist am 13. Juli 2018 im Kongress am Park im Rahmen einer außergewöhnlichen Sommernachtsgala. „Wir freuen uns auf spannende Nominierungen in den Kategorien Wort, Bild und Ton und laden Sie herzlich ein, dabei zu sein. Bis jetzt sind schon über 50 Nominierungen eingegangen, was uns ganz besonders freut“, so der Vorstand des Augsburger Medienforums Eiko Trausch.
Jede Woche stellen wir einen der Nominierten vor. Diesmal einen ganz außergewöhnlichen Autor aus der Kategorie Wort: Volker Klüpfel.

Gebrochene Heimatliebe: Ein Allgäuer belebt das Sub-Genre „Regionalkrimi“ neu

Einen Action-Held à la James Bond, der die Bösen mit dem schnellen Auto jagt, kann man den gemütlichen Allgäuer Kommissar Kluftinger wohl kaum nennen. Trotzdem ist er zumindest in Deutschland mittlerweile ebenso bekannt wie der englische Geheimagent. Wochenlang stehen die Bücher des Autorenduos Volker Klüpfel und Michael Kobr auf den Bestsellerlisten. Der erste „Klufti“ mit dem Titel „Milchgeld“ war ein echter Überraschungserfolg. Wochenlang hielt er sich in den Top 10 der Focus- und Spiegel-Bestsellerlisten. Die Allgäu-Krimis gehen millionenfach über den Ladentisch. Denn in den unterhaltsamen Romanen kommt eine Heimatliebe zum Ausdruck, die nie kitischig wird. Weil sie im gleichen Atemzug sofort wieder durch Ironie gebrochen wird. Nach dem Erfolg des Allgäuer Ermittlers stellte sich ein regelrechter Boom an Regionalkrimis ein. Doch an das Original reichte keiner heran.

Identifikationsfigur mit Vorliebe für Leberkäse

Volker Klüpfel siedelte die Handlung seiner Krimis in seiner Heimat Allgäu an: in Altusried. Die Geschichten sind eingebettet in die sanfte Alpenlandschaft, in der Touristen im Sommer die Bergidylle mit Almwiesen und Kuhglocken genießen, im Winter mit Hüttenzauber und Skihasen Fremde anlocken. Ort, Personen und Handlung der Kluftinger-Romane von Klüpfel und Kobr ergeben ein großes Ganzes, ein Puzzle, aus dem kein Teil entfernt oder ersetzt werden könnte. Denn gerade der Bruch der Idylle durch die Krimi-Handlung und die Tatsache, dass Kommissar Kluftinger eben ein Dorfpolizist mit Leidenschaft für Leberkäse ist und kein genialer Sherlock Holmes oder ein brutaler Action-Held wie Bond, machen den Reiz der Romane aus. Einen Typen wie Kluftinger kennt wohl jeder aus seinem privaten Umfeld – wenn er nicht selbst einer ist.
Genau diese Brüche zwischen Heimatliebe und Idylle auf der einen und Ironie über Landleben und Dorfpolizisten auf der anderen Seite, zwischen Bergpanorama und Mord und Totschlag, zwischen Komödie und Krimi, waren auch das Neue, das Unerwartete, das den Erstlingsroman „Milchgeld“ 2006 zum Überraschungserfolg machte und für Volker Klüpfel den Startschuss zu einer hauptberuflichen Autoren-Karriere gab. Mit dem neuen Kluftinger, der am 27. April 2018 erscheint, feiern Klüpfel & Kobr ein doppeltes Jubiläum: Seit ihrem Debüt Milchgeld sind 15 Jahre vergangen und Kluftinger ist zugleich der 10. Band der Kult-Reihe, der den beliebten Kommissar so persönlich wie nie zeigt.

Heimatliebe mit Ironie statt Pathos

Klüpfel ist nicht nur durch seine Herkunft, sondern auch durch seine Ausbildung eng mit der Region Bayerisch-Schwaben verbunden. Geboren in Kempten, aufgewachsen in Altusried, begann er seine Karriere als Medienmacher beim Bayerischen Rundfunk. Danach wechselte der Journalist zur Memminger Zeitung und anschließend schrieb er für die Augsburger Allgemeine für die überregionale Kulturredaktion. So blickt er immer liebevoll und heimatverbunden auf die Region und das Allgäu; durch seine journalistische Ausbildung und sein Studium sowie als professioneller Autor fehlt es ihm jedoch nicht am ironischen Blick auf alle Klischees, die so gern mit dem ländlichen Süddeutschland verbunden werden. Diese macht er gekonnt zum Thema seiner Romane. Heute kann Volker Klüpfel längst von den Kluftinger Romanen, die er zusammen mit Michael Kobr schreibt, leben. Von ihnen und von dem, was das Merchandising Imperium von „Kluftinger Touren“ im Allgäu bis hin zum „Mahlzeit“-Kluftinger-Kochbuch abwirft. Nicht zu vergessen: Die Allgäukrimis „Erntedank“, „Milchgeld“, „Seegrund“, „Schutzpatron“ und „Herzblut“ wurden vom Bayerischen Rundfunk mit Herbert Knaup in der Rolle des Kommissar Kluftinger verfilmt. Spätestens jetzt gibt es wohl kaum jemanden mehr in Deutschland, der den sympathisch-behäbigen Kommissar nicht kennt.

Einfachheit in einer komplexen Welt

Mit ihrem Allgäu-Krimi trafen Klüpfel und Kobr einen Nerv. Während die Welt immer komplizierter wird, sehnen sich viele nach Einfachheit. Wo könnten sie die besser finden als in einem verschlafenen Nest am Alpenrand?
Nachdem das Debüt „Milchgeld“ zehntausendfach verkauft wurde, strotzten die Regale in den deutschen Buchhandlungen plötzlich von Morden und anderen Grausamkeiten, die sich in ländlichen Regionen von Usedom bis Altötting ereigneten. Klüpfel und Kobr haben als Medienmacher also nicht nur einen Nerv der Zeit getroffen und ihre Idee sprachlich und inhaltlich genial umgesetzt, sondern auch noch ein ganzes Subgenre des Kriminalromans begründet: den Regional- oder Heimatkrimi. Er ist als Konzept zugleich innovativ und traditionell, zugleich lustig und spannend, gleichzeitig klischeebehaftet und ironisch. Viele wollten auf den Zug aufspringen, aber das Original ist eben auch hier einfach am besten. An die „drei K“ Klüpfel, Kobr, Kluftinger aus Bayerisch-Schwaben kommt eben keiner ran.

Jetzt noch bis zum 31. März 2018 mitmachen: Nominieren Sie und gewinnen Sie – 50 x 2 exklusive Galakarten! Mehr unter: www.augsburger-medienpreis.de und #auxmp18
Hier geht’s direkt zum Online-Nominierungsformular.

Mehr dazu auch im aktuellen Youtube-Trailer.

Zum Augsburger Medienforum e.V.: Das Augsburger Medienforum e.V. mit dem 1. Vorstand Eiko Trausch und dem 2. Vorstand Gerhard Ruff hat sich zum Ziel gesetzt, den Medienstandort Augsburg und die Medienschaffenden, die ihn prägen, bekannt zu machen.

Weitere Bilder

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X