Region: Augsburg Stadt

Kradhalle - Räumlichkeiten und Stadtteilbelebung für Bürger, Verbände, Vereine, Stadtgesellschaft

Kradhalle – Räumlichkeiten für Bürger, Verbände, Vereine

Die Kradhalle ist ein schlichtes Funktionsgebäude auf dem Gelände der ehemaligen Reese-Kaserne in Kriegshaber. Für Freunde von Industriearchitektur ist sie ein kleines Juwel, für Bürger, Verbände, Vereine und andere Akteure der Stadtgesellschaft wäre sie eine Möglichkeit, Nutzungen ausführen zu können für die ein Bedarf besteht, es aber seitens der Stadt angeblich kaum oder keine Raumangebote gibt. Hierauf wies die Initiative „Augsburgs Erbe bewahren“ in wiederholten direkten Anschreiben an die Bürgermeister, die Fraktionen und die Parteien hin. Die Stadt hält hier ein Gebäude in Händen, in dem, entweder temporär oder bei dauerhaftem Bedarf verstetigt, Nutzungen erfolgen könnten für die anderenorts kein Platz vorhanden ist. Wie auf den Bildern zu erkennen, ist die Kradhalle ein grundsolides Gebäude mit dicken Ziegelmauern und einer Trägerdachkonstruktion, alles in top Zustand, lichtdurchflutet, zeitlos modern, fast Bauhausschule anmutend, und vor allem mit wenigen, kostengünstigen Maßnahmen sofort zu nutzen und den jeweiligen Bedürfnissen anzupassen.                                                    

Zitat aus dem aktuellen Schreiben der Initiative an die Regierung: „Da der Abbruch dieser Halle, die so gut genutzt werden könnte und auch gebraucht würde, bereits (zeitnah) droht, bitten wir Sie sowie Ihre Kollegen nochmals dringend um ein Überdenken des Abrisses und eine zumindest temporäre Nutzung des Gebäudes. So vieles könnte dort (kostengünstig) verortet werden, was die Bürger, was Vereine, was die Stadt brauchen könnte. Bitte prüfen Sie diese Möglichkeiten und erhalten, zumindest vorläufig, diese Halle und somit potentielle Optionen und Chancen“

Unverständlich, dass die Stadt hier vorhandene eigene Immobilien lieber abreißen will statt zu nutzen. Wo doch immer zu hören ist, dass man dringend Räumlichkeiten brauche für Soziales, Kultur, Wirtschaft und es der Stadt an Flächen und Gebäuden hierfür mangele. Wenn man allerdings ein solches Verhalten vorzieht, wie z.B. im Fall der sofortigen Abrisse der Reese obwohl dort erst frühestens in fünf Jahren Baubeginn sein kann, braucht es einen nicht zu wundern, dass der Stadt immer Räumlichkeiten und somit Handlungsoptionen und Chancen fehlen. Umsichtiges und verantwortungsvolles Handeln sieht anders aus.

Die Stadt hält hier mit der Kradhalle ein einfaches, aber solides Gebäude in Händen, das kostengünstig und zeitnah für eine Stadtteilnutzung zur Verfügung stehen könnte. In dieser kleinen Halle bestünde die Möglichkeit zur weiteren Stadtteilbelebung, es ergäbe sich eine gute Ergänzung zum Kulturhaus Abraxas.

Die Möglichkeit zu warten und die noch stehenden Gebäude zum Vorteil der Stadtgesellschaft zu nutzen, wäre gegeben; mit vorhandenen Ressourcen und Infrastruktur Bedarf zu decken eigentlich dringend geboten, vor allem in den jetzigen Krisenzeiten und sich leerenden Kassen. Aber davon scheinen die Oberbürgermeisterin und die Koalition nichts wissen zu wollen. Dabei hätten sie die Verantwortung, für die Stadt und ihre Akteure Orte und Räume zu Verfügung zu stellen, vorhandene Immobilien zu nutzen, um damit benötigten Bedarf zu decken. Stattdessen will man lieber abreißen, Werte vernichten, sich selber Optionen nehmen, obwohl wie beschrieben keinerlei Zeitdruck herrscht.

In ihrem Schreiben wies die Initiative nicht nur auf den starken Bedarf von Bürgern und Verbänden an Räumen wie dieser kleinen Halle mit ihren beiden Seitentrakten hin, in denen Versammlungen, Vorträge, Veranstaltungen, Kultur, Soziales, Vorträge, Kurse, Feste etc. stattfinden könnten, sondern auch auf die aktuell in den Medien nachzulesende Problematik um den Autoverein „US-Carfriends“, deren Vereinsheim, untergestellte Fahrzeuge und angestrebte Vereinsfeste in der Halle 116 dort nicht gerade erwünscht sind und bei vielen auf deutliche Kritik stoßen. Die Halle 116, ein ehemaliges KZ-Außenlager, wird nicht als der richtige und angemessene Ort für einen Autoverein gesehen, auch wenn dieser den Amerikaverein unterstützt und mithalf eine Amerika-Ausstellung zu organisieren. Oberbürgermeisterin Weber sprach davon, dass ein Umzug des Vereins „vernünftig“ wäre, es aber leider an geeigneten Räumlichkeiten mangele. Dabei gäbe es hier in der Kradhalle einen perfekten Ort für diesen Verein, der hier den Platz für seine Straßenkreuzer aber auch Militärfahrzeuge und private Sammelobjekte hätte, Möglichkeit für einen offenen Treff und Vereinskneipe, deutsch-amerikanische Freundschaftsfeste, übrigens direkt neben dem letzten noch stehenden amerikanischen Fahnenmasten Augsburgs.

Ob dies alles eine temporäre Nutzung wäre oder dauerhaft vor Ort bleiben könnte, wäre von der Stadtentwicklung abhängig und natürlich dem kommenden Planungswettbewerb für dieses letzte Teilstück des Reese-Areals. Der diesjährige Stadtratsbeschluss sprach sich mehrheitlich für die Abrisse der letzten Reesegebäude aus, was die Initiative, deren Unterstützer und viele weitere Bürger scharf kritisieren - die Art und Weise, wie es zu dieser Entscheidung kam, die „alternativen Fakten“ die als Grundlage dienten, müssen hierbei dringend nochmal transparent betrachtet und diskutiert werden - aber dennoch wird ein Baubeginn für das neue Stadtquartier laut Baureferenten frühestens in fünf Jahren sein und somit könnte die Stadt die noch stehenden Gebäude in der Reese-Kaserne ohne weiteres sinnvoll und kostengünstig nutzen bzw. nutzen lassen. Welch Sinn liegt darin, fünf Jahre vor Beginn von irgendwelchen ersten Bautätigkeiten, grundsolide Gebäude abzureißen, in denen man umgehend und kostengünstig dringend benötigte Räumlichkeiten anbieten könnte?                                                                                                                 

Wie die Oberbürgermeisterin Weber immer wieder betonte, aber auch die grüne Fraktion, sucht die Stadt Räume für start-ups und Firmengründer, auch Pop-up Läden würden, wie man hört, gerne gefördert werden. Die Grünen wollen zudem angeblich mehr Angebote für dezentrale Einrichtungen. Derartiges könnte man genau hier in der Reese verorten. Die Kradhalle bietet hierzu (noch) Optionen. Solch Start-up Unternehmen hätten auch die Räume der mittlerweile abgerissenen Kantine hierbei bestens brauchen und nutzen können, genug Platz für jeglichen Bedarf hätte es gegeben. Aber die Kantine, die im Übrigen ein perfektes Bürgerhaus Kriegshaber gewesen wäre, zudem auch ein wie von so vielen Veteranen und Amerikafreunden gewünschter authentischer Ort im Originalgebäude ihrer "mess hall" für deutsch-amerikanische Erinnerungskultur und Begegnung im Rahmen eines Bürger-und Stadtteilzentrums innerhalb der letzten amerikanischen Kasernenareals, musste leider schon weichen. Stadt-und Zeitgeschichte wurde damit unwiederbringlich und völlig unnötig ausgelöscht!

Die Stadt will lieber eine freigeräumte Brache für die nächsten Jahre als ein solch massiv gebautes, qualitatives Gebäude zumindest temporär zu nutzen.

Dasselbe Schicksal soll nun auch die kleine Kradhalle treffen. Noch steht sie, aber die städtische Antwort auf das Schreiben der Initiative verweist nur tönern und ohne auf das Potential und die Chancen einzugehen, die dieser Standort zeitnah und kostengünstig bieten würde, auf den Stadtratsbeschluss von Ende Mai, in dem sich für die Abrisse ausgesprochen wurde. Dennoch hätte die Stadt, die Regierung die Möglichkeit, die Abrisse zu verschieben, ohne damit dem Stadtratsbeschluss zuwiderzuhandeln. Noch ist das Areal in städtischer Hand, kein Privateigentümer drängelt, kein Bauträger will bzw. darf so bald bauen. Die Möglichkeit zu warten und die noch stehenden Gebäude zum Vorteil der Stadtgesellschaft zu nutzen wäre gegeben; mit vorhandenen Ressourcen und Infrastruktur Bedarf zu decken, eigentlich dringend geboten. Aber davon scheinen die Oberbürgermeisterin und die Koalition nichts wissen zu wollen. Dabei hätten sie die Verantwortung, für die Stadt und ihre Akteure Orte und Räume zu Verfügung zu stellen, vorhandene Immobilien zu nutzen, um damit benötigten Bedarf zu decken. Stattdessen will man lieber abreißen, Werte vernichten, sich selber Optionen nehmen, obwohl wie beschrieben keinerlei Zeitdruck herrscht.

Andere Städte haben bezüglich solch kleiner Hallen auf Konversionsflächen tolle Ideen umgesetzt. So wurde z.B. in einer ehemaligen Reithalle, ähnlich unserer früheren Kasernen- Sporthalle und späterem Ami-Kino in der Reese,  ein moderner Innenkubus eingebaut, der als Kita genutzt wird und nicht nur diverse Räume birgt, sondern auch ein trockenes Spielen zwischen Kubus und Hallenfassade bietet - eine gelungene, hochgelobte Architektur und die Kombination von Geschichte und Innovation, Tradition und Zukunft. In Augsburg wurde eine Kita auf einer Freifläche in der Reese zweigeschossig neugebaut, Fläche die man für Wohnungsbau hätte nutzen können, wenn die Kita im ehemaligen Reese-Theater integriert worden wäre. Andernorts wurde eine Markthalle geschaffen, oftmals wird aber eine kulturelle oder wirtschaftliche Nutzung in solchen Gebäuden etabliert. Eine andere Idee realisierte man in Tübingen. Dort wurde zum einen eine Ballsporthalle verortet und daneben eine ehemalige Panzerhalle entkernt und seitlich geöffnet, so dass im Quartier ein überdachter Platz geschaffen wurde, an dem Kinder, Anwohner und weitere Bürger Sport ausüben, sich treffen können, Freiluftveranstaltungen stattfinden wie kleine Konzerte, Kino u.a.

Dies sind nur wenige Beispiele von vielen. In Augsburg könnte man in der Kradhalle  Laientheatern eine kleine Bühne bieten, Jugendlichen eine trockene Sportmöglichkeit oder eigenes Zentrum schaffen, ebenso Senioren, Bürger- und Verbandstreffen ermöglichen, Kurse könnten stattfinden, Musik, Kunst, Soziales, ein Repair-Cafe, eine Quartierswerkstatt, vgl. wiederum Tübingen, ein kleiner Vierteltreff ggf. mit Gastronomie, Lab 30, Ausstellungen, Flohmärkte, Gruppentreffs- vieles wäre denkbar. Aber auch Firmengründer oder Pop-up Geschäfte könnten hier zeitweise einziehen.

Wiederum werden unnötig Chancen vergeben, wenn man abreißt, statt vorhandene Immobilien und damit Optionen sowie verbaute Ressourcen nachhaltig und sinnvoll weiter zu nutzen und zugleich künftigen Generationen ablesbare und somit nachvollziehbare Stadt-und Zeitgeschichte zu erhalten .

 

Für den interessierten Leser hier noch der Hauptteil aus dem Schreiben der Initiative „Augsburgs Erbe bewahren“ an die Bürgermeister, Fraktionen und Parteien vom 17.8.2020:

 ….“Die Stadt hält hier ein einfaches, aber solides Gebäude in Händen, das kostengünstig und zeitnah für eine Stadtteilnutzung zur Verfügung stehen könnte. In dieser kleinen Halle bestünde die Möglichkeit zur weiteren Stadtteilbelebung, es ergäbe sich eine gute Ergänzung zum Kulturhaus Abraxas. Man könnte hier sozial-kulturelle Angebote anbieten, ausüben und wahrnehmen. Veranstaltungsräumlichkeiten sind gegeben oder leicht zu erstellen.

Ein einfacher Zugang für verschiedene Nutzergruppen, vergleichbar dem Bürgerhaus Pfersee, wären eine Bereicherung fürs Viertel und das weitere Umfeld. Ob diese Nutzung temporär bliebe oder verstetigt werden könnte, auf jeden Fall wäre es eine nahezu sofort verfügbare, kostengünstige Option um bestehenden Bedarf zu decken.

 Versammlungs-und Treffmöglichkeit für Bürger, Vereine u.a. Gruppen, niedrigschwelliger Zugang ohne großen logistischen Aufwand, anders als im Kulturhaus Abraxas; kleinere Veranstaltungen sozialer oder kultureller Art, Repaircafe, Lab 30, Ausstellungen, Laientheater, Flohmärkte, Viertelwerkstatt, Bild- oder Filmvorträgen, Kursangebote, Vereinstreffen, diverse Gruppenaktivitäten uvm.

 Wenn die Stadt die Kradhalle hierfür oder weitere Optionen zur Verfügung stellen würde, würden sich bestimmt sehr viele Interessenten melden, die gerne punktuell die kleine Halle nutzen. Kleine Raumunterteilungen könnten ergänzt, Sanitär ohne zu großen Aufwand erneuert werden.

Diese Halle böte Möglichkeiten, die Bürgerräume/Zimmer im WBG - Neubau nicht erfüllen können, ebenso wenig wie das größere Abraxas, zu dem man nicht einfach den Schlüssel erhält um kleinere oder mittelgroße Einzelnutzungen durchzuführen.

 Ein ganz besonderer Aspekt könnte aber auch mit dem Einzug der carfriends, die absehbar und zu Recht die Halle 116 nicht mehr als Vereinsheim und deutschamerikanisches Vereinsmuseum nutzen dürfen, bedient werden. Laut jüngster Berichterstattung der AZ sprachen Sie, Fr. Weber davon, daß ein Umzug aus städtischer Sicht „vernünftig“ wäre, "mangels geeigneter Räumlichkeiten aber nicht so leicht zu realisieren"                                                                                                                                                                   Aber genau solche Räumlichkeiten gäbe es für diesen Verein, der zusammen mit AiA die Erinnerung an den "american way of life" wachhalten und leben möchte, in hervorragender Weise in der Kradhalle. Hier gäbe es nicht nur den nötigen Raum für deren Fahrzeuge, sondern auch Platz für die Präsentation ihrer gesammelten Alltags-Objekte, eine Vereinskneipe, Filmvorführungen, Vereinsfeste, einen deutsch-amerikanischen Freundschaftstreffpunkt für den Besuch von amerikanischen Veteranen, Touristen und Freunden (das sich sehr viele so sehr wünschen, ebenso wie den Erhalt einiger Kasernengebäude), kleiner Freifläche und all dies neben dem letzten noch stehenden amerikanischen Fahnenmasten Augsburgs. Ein idealerer Ort ist kaum vorstellbar, als hier in der Reese, anders als der dezentral gelegenen Halle 116 und mit deren besonderer und sensibler Geschichte. Hier in der Kradhalle wäre ein authentischer Ort, mit genau den besagten " benötigten Räumlichkeiten" zu haben, gut angebunden und leicht zu erreichen.

 Bitte ziehen Sie diese Option in Erwägung und erhalten damit nicht nur einen Teil Stadtgeschichte, sondern geben den Bürgern bzw. diversen Gruppen hier Platz und Raum, der andernorts eben nicht so leicht zu finden ist in der Stadt.

 Da die Kradhalle durch die städtische Tochter AGS treuhänderisch verwaltet wird, haben Sie hier alle nötigen Handlungsspielräume und Gestaltungsmöglichkeiten.

 Wir hoffen, Ihr Interesse geweckt zu haben und würden es begrüßen, wenn mit einer bedarfsorientierten Nutzung der Kradhalle sowohl die Stadtgesellschaft als auch die Augsburger Zeitgeschichte profitieren könnten.“…..

 

 

 

 

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