Region: Augsburg Stadt

Über 500 Personen treten in Streik zum Weltfrauentag

StaZ-Reporter Samira Adamek
Als StaZ-Reporter berichten Vereine, Organisationen und Privatpersonen. Jeder kann mitmachen.

Der lange und bunte Demozug läuft die Konrad-Adenauer-Allee entlang.

Frauen*streik-Komitee Augsburg versammelt bunte Allianz in feministischer Solidarität.

Augsburg, 11.03.2021 – Zum Weltfrauentag am 8. März 2021 füllten über 500 Personen den Rathausplatz, um gegen Patriarchat und Kapitalismus zu demonstrieren. Organisiert und moderiert durch das Frauen*streik-Komitee sprachen bei der Kundgebung Sprecher*innen verschiedener Organisationen, die Geschlechtergerechtigkeit, Selbstbestimmung und ein Ende von strukureller Diskriminierung forderten. Nach einem Demozug durch die Augsburger Innenstadt beendeten ein menschliches Friedenszeichen vom Verein "Mulheres pela Paz - Frauen für Frieden e.V." sowie eine eindringliche Performance die Veranstaltung.

„In Sexismus & Rassismus will ich nicht leben“ – Open Afro Aux

Unter dem Motto „Die Krise steckt im System – gemeinsam streiken gegen Kapitalismus und Patriarchat“ betraten sieben verschiedene Gruppen die Bühne und näherten sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und in verschiedener Form – als Autobiographie eines feministischen Lebens wie sie Maria vom Frauenzentrum vortrug; in lyrischen Fragen, die um Sexismus, Rassismus, Grenzen und Werte kreisen, wie sie von Open Afro Aux formulieren; als wütende Rede gegen sexualisierte Gewalt und Belästigungen im öffentlichen Raum wie von Catcalls of Augsburg vorgetragen; als solidarische Grüße an die türkische Frauenbewegung; als eindringlicher Appell des Klimacamps, Klimagerechtigkeit und Feminismus als Einheit zu denken.

„Frauen, die kämpfen, sind Frauen, die leben“ – Catcalls of Augsburg

Das Frauen*streik-Komitee prangerte Missstände im Geschlechterverhältnis an, die durch die aktuelle Krise noch krasser zutage treten: fehlende Wertschätzung von Care-Arbeit sowohl in Pflegeberufen als auch als unbezahlte Tätigkeit; häusliche Gewalt gegen Frauen, die durch den Lockdown zunimmt; Nicht-Sichtbarkeit von nicht-männlichen, nicht-weißen Personen in Politik, Medizin und Wirtschaft. Die Sprecher*innen des Staatstheaters Augsburg und des Raumpflegekulturvereins lenkten zudem den Blick auf die Wichtigkeit von Raum für Frauen – während Mitarbeiter*innen des Theaters den feministischen Audiowalk „Von Wegen!“ erarbeitet haben (ab jetzt für 2 Monate hör- und begehbar in der Augsburger Innenstadt), schafft der Raumpflegekulturverein mit dem Provino, der Metzgerei und dem Peripher aktiv feministische Räume: gleichberechtigt, solidarisch, divers.

Hier geht's zur Bildergalerie vom 8. März: https://www.flickr.com/photos/147367918@N05/albums/72157718604616811

Der Kampf um Gleichberechtigung geht online weiter

Das Frauen*streik-Komitee veranstaltet in den Tagen nach dem 8. März weitere Online-Veranstaltungen zum Thema „Feministisch leben: gestern, heute, morgen“. Dazu zählt der Workshop „Fat Activism & Feminism mit Judith Schreier“ der bereits am Dienstag, dem 9. März, um 18 Uhr abgehalten wurde, sowie die Online-Filmvorführung mit Diskussion „Man for a Day“ am Samstag, dem 13. März, um 20 Uhr und das Online-Streikcafé mit dem Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung am Sonntag, dem 14. März um 16 Uhr. Außerdem wird es am Sonntag, dem 14. März um 18 Uhr eine Radioshow geben, in der Aktivistinnen des Komitees auf den 8. März zurück blicken.

Weitere Informationen unter https://frauenstreikaux.blackblogs.org/ oder https://www.facebook.com/fstreikaux/ Anmeldung via E-Mail an frauenstreik[at]riseup[dot]net

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