Region: Augsburg Stadt

Ohne Zuwanderung wird es nicht gehen – Jeder sechste Beschäftigte hat eine ausländische Staatsangehörigkeit

Die Beschäftigung im Agenturbezirk Augsburg ist in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich gewachsen. Im Juni 2019 waren in der Stadt Augsburg und den beiden Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg 262.128 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Seit 2014 bedeutet das einen Zuwachs um 27.834 oder 11,9 Prozent. 

 

„Die vielerorts nach wie vor gute Auftragslage in vielen Unternehmen war in der Vergangenheit entscheidende Grundlage des deutlichen Beschäftigungsaufbaus. Dieser hält auch aktuell – trotz eingetrübter Konjunktur – in einigen Branchen weiter an und sorgt für eine immer noch hohe Arbeitskräftenachfrage. Dieser langjährigen Entwicklung und letztlich dem demografischen Wandel kann das inländische Arbeitskräftepotenzial allein nicht mehr genügen“, erklärt Elsa Koller-Knedlik, Leiterin der Agentur für Arbeit Augsburg. „Die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte trägt stark zum Beschäftigungsanstieg in der Region bei. Ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben von der starken Nachfrage der Betriebe profitiert. Insbesondere der erleichterte Arbeitsmarktzugang durch die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit und schließlich die Flüchtlingswelle der Folgejahre hatten diesen starken Beschäftigungsanstieg von Ausländern mit ermöglicht“, so Koller-Knedlik weiter.  

 

Im Juni 2019 waren im Agenturbezirk 12.781 Deutsche mehr sozialversicherungspflichtig beschäftigt als vor fünf Jahren. Das bedeutet einen Zuwachs von 6,2 Prozent. Das Beschäftigungsvolumen von ausländischen Arbeitnehmern ist im gleichen Zeitraum um 15.053 oder 53,5 Prozent auf 43.169 angewachsen. Mehr als die Hälfte des Anstiegs (8.351) kam aus den osteuropäischen EU-Staaten. Aktuell kommt die größte Gruppe von ausländischen Arbeitnehmern mit 6.991 aus der Türkei, gefolgt von Rumänien mit 6.082, Kroatien mit 3.313, Polen mit 3.093, Italien mit 2.769, Ungarn mit 1.746 und Griechenland mit 1.398. Die Anzahl der Beschäftigten aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern* ist seit 2014 um 2.543 auf 3.423 Personen gestiegen. Mit 932 sind die meisten davon aus Syrien. Die Mehrzahl der Fluchtzuwanderer hat im Handel, im Verarbeitende Gewerbe und im Gastgewerbe Fuß gefasst.

 

„Anhaltend hoher Arbeitskräftebedarf, voranschreitende Digitalisierung und letztlich der demografische Wandel verschärfen den Personalbedarf weiter und stellen die Region vor große Herausforderungen. Neben einer breiten Qualifizierungsanstrengung für die Menschen, die schon in unserer Region leben, müssen wir attraktiver Standort für ausländische Potenziale sein. Im Besonderen gilt es dort, wo Engpässe entstehen, gezielte Lösungen zu entwickeln“, stellt Elsa Koller-Knedlik fest.

 

Jüngstes Instrument die Zuwanderung aus dem Ausland zu fördern, ist das am 1. März 2020 in Kraft tretende Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Es gilt als weiterer wichtiger Schritt, Deutschland als Einwanderungsland attraktiver zu machen. So sollen künftige Beschäftigungszuwächse unterstützt, die Sozialsysteme stabilisiert und letztlich der gesellschaftliche Wohlstand gesichert werden. 

 

„Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz soll dazu beitragen, die Nachfrage nach Fachkräften besser zu decken. Grundsätzlich ist die Zuwanderung von Fachkräften aus Drittstaaten aber nur eine Strategie von mehreren, um dem steigenden Fachkräftebedarf in der Region zu begegnen. Es gilt weiterhin, die Potenziale des heimischen Arbeitsmarktes bestmöglich auszuschöpfen“, so Koller-Knedlik abschließend. 

 

Blick in die Städte und Kreise (Stichtag: 30. Juni 2019):

Stadt Augsburg:

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte insgesamt: 147.489 davon Ausländer: 22.235 (Anteil: 15,1 Prozent) Beschäftigungszunahme zu 2014: +11.946 Personen (+8,8 Prozent) davon Ausländer: +6.275 (+39,1 Prozent)

Landkreis Augsburg:

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte insgesamt: 77.553 davon Ausländer: 14.906 (Anteil: 19,2 Prozent) Beschäftigungszunahme zu 2014: +11.163 Personen (+16,8 Prozent) davon Ausländer: +6.415 (+75,6 Prozent)

Landkreis Aichach-Friedberg:

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte insgesamt: 37.086 davon Ausländer: 5.928 (Anteil: 16,0 Prozent) Beschäftigungszunahme zu 2014: +4.725 Personen (+14,6 Prozent) davon Ausländer: +2.363 (+66,3 Prozent)

Asylherkunftsländer*:

Die wichtigsten acht nichteuropäischen Asylherkunftsländer sind: Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien.

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