Region: Augsburg Stadt

Sanierung am Oberen Graben dauert länger

Steht jetzt immerhin wieder sicher: Das Haus am Oberen Graben 8.

Das Haus am Oberen Graben 8, das im vergangenen Jahr aufgrund statischer Probleme unvermittelt evakuiert werden musste, ist bald wieder bezugsfertig. Die Stadt Augsburg weist zwar darauf hin, dass bei historischen Gebäuden immer mit Risiken zu rechnen sei, nach „einer vorsichtigen Schätzung des hausverwaltenden Wohnungs- und Stiftungsamtes“ solle das Haus allerdings bis Ende Mai wieder bezugsfertig sein. Ursprünglich sollte das Haus bereits zu Beginn des Jahres wieder bezogen werden.

Im Zuge der Sanierung des über 100 Jahre alten Gebäudes hatte sich bei Bodenuntersuchungen im vergangenen Jahr herausgestellt, dass der angrenzende Stadtbach tragende Wände unterspült hatte und Hohlräume entstanden waren. Weil die Standsicherheit des Hauses nicht mehr gegeben war, wurde es unverzüglich evakuiert. 

Seither leben die 21 Bewohner als nachbarschaftliche Wohngruppe zusammen in der Bungalowanlage der Fritz-Hintermayr’schen Stiftung. Sie werden vom Wohnungs- und Stiftungsamt der Stadt Augsburg betreut. Alle betroffenen Gewerbetreibenden konnten mit Unterstützung der städtischen Wirtschaftsförderung ebenfalls Ersatzstandorte finden.

Sanierung wird billiger als geplant

 Inzwischen sei das Haus wieder standsicher, informiert die Stadt. Unterhalb der Kellerbodenplatte wurde verfestigendes Material in den Baugrund eingebracht, das das Gebäude stabilisiert. Riss-Monitore im Inneren des Gebäudes hätten nun außerdem gezeigt, dass auch die nahezu abgeschlossenen statischen Arbeiten erfolgreich waren.

Die Stadt freut sich auch, dass die ursprünglich geschätzten Kosten von 3,68 Millionen Euro für die Sanierung gesenkt werden konnten. Die Baumaßnahme schlage nun doch nur mit drei Millionen Euro zu Buche. 

Zeitliche Verzögerung

Grund für die zeitlichen Verzögerungen der Fundamentsanierung im Gebäude ist nach Angaben der Stadt vor allem die Lage des Hauses auf einer historischen Holzpfahlgründung im Bereich eines künstlichen und verfüllten Stadtgrabens. Mit Unwägbarkeiten müsse bei der Untersuchung von historischer Bausubstanz immer gerechnet werden. Eine Prognose zum weiteren Arbeitsfortgang im Haus sei daher stets mit Unsicherheiten behaftet. Laut Bauzeitenplan werden ab Mitte April im Gebäude die neuen Sanitäranlagen installiert. Sie sind die Grundlage dafür, dass die Appartements wieder bezogen und genutzt werden können. Diese Arbeiten sollen rund drei Wochen dauern.

Auch im gewerblich genutzten Erdgeschoss finden derzeit noch Umbauarbeiten statt. Weil das Perücken-Geschäft „Ladyhair Bethmann“ aufgegeben wurde, werden die vorhandenen Flächen umgebaut, so dass die anliegenden Läden mehr Flächen als bisher erhalten. Erst am Anfang hingegen stehen die Außenarbeiten entlang des Gebäudesockels, der an das teilweise trockengelegte Bachbett angrenzt. (pm/lat)

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