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Söders „Teststrategie“ für Schulen ist praxisfern und dient lediglich als Alibi

LeserReporter FDP Augsburg

Angesichts der Wiedereröffnung der Schulen am Montag kritisiert FDP-Bundestagskandidat Alexander Meyer die mangelhafte Vorbereitung durch die bayerische Staatsregierung. Ministerpräsident Söder habe es versäumt, für lückenlose Corona-Tests an den Schulen zu sorgen und wälze die Verantwortung einmal mehr auf die Schulen ab.

„Jetzt waren die Schulen über zwei Monate geschlossen, aber die Regierung Söder hat es wieder nicht geschafft, ein halbwegs funktionierendes Konzept für regelmäßige Corona-Tests vorzulegen“, kritisiert Meyer.

Die vom Gesundheits- und Kultusministerium entwickelten Angebote hält Meyer für völlig unzureichend: „Die so genannte ‚Bayerische Teststrategie‘ läuft darauf hinaus, dass der Staat die Kosten übernimmt, wenn sich Lehrer und Schüler in den existierenden Testzentren oder in Arztpraxen freiwillig auf Corona testen lassen. Das ist keine Strategie, sondern ein praxisfernes Alibi-Papier.“

Besonders verärgert ist Meyer darüber, wie die Verantwortung für die Tests an die Schulen delegiert wird. „In der Mitte der Faschingswoche vor der Schulöffnung werden die Schulen informiert und sollen dann über das Wochenende Corona-Tests organisieren? Die Regierung Söder hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht, aber den Lehrkräften werden die Faschingsferien gestrichen und die Schulleitungen bekommen als Strafarbeit die kurzfristige Organisation der Tests.“

Meyer verweist beispielhaft auf das Hygienekonzept des Augsburger Stadtrats. Auf Anregung der Fraktion Bürgerliche Mitte testet ein privater Dienstleister dort vor jeder Sitzung alle Stadtratsmitglieder vor Ort im Rathaus.

„Mit Reihentests vor Unterrichtsbeginn könnte effektiver Gesundheitsschutz gewährleistet werden. Durch gestaffelten Unterrichtsbeginn und neue Testmethoden wie dem an der Universität Frankfurt entwickelten Pooling, mit dem sich bis zu 50 Proben gleichzeitig auswerten lassen, ließe sich das gut machen. Dass Kultusminister Piazolo (Freie Wähler) und die ehemalige Gesundheitsministerin Huml (CSU) es über Monate hinweg nicht geschafft haben, ein praxistaugliches Testkonzept für Schulen zu entwickeln, ist blamabel und ein weiteres schweres Versäumnis der Bayerischen Staatsregierung.“

Meyer erwartet deshalb von Humls Nachfolger im Gesundheitsministerium Klaus Holetschek, dass er zügig nachbessert. „Ich fordere die Durchführung von Corona-Tests direkt vor Unterrichtsbeginn und die Kostenübernahme durch den Staat“, so Meyer abschließend.

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