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Bietigheim in Augsburg: "Naud gegen Elend" AEV gewinnt das Spiel um die Rote Laterne

Neue Impulse durch Rückkehrer Endras und Neuzugang Barinka

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Freier Mitarbeiter George Stadler
Der AEV: Erst hinter Bietigheim (hier verfolgt Terry Broadhurst Daniel Weiß)...

Nicht mehr Letzter: Der AEV gewann das direkte Duell um die Rote Laterne und reichte diese weiter an die Bietigheim Steelers. Verantwortlich für den knappen, aber letztlich verdienten Sieg waren Torhüter Dennis Endras, der nach zehn Spielen Pause wieder einsatzfähig war, die Torschützen Sebastian Wännström und Adam Payerl. die Special Teams - zwei Powerplaytore, kein Gegentor in Unterzahl - sowie Neuzugang Marcel Barinka, der nach einer knappen Woche Mannschaftstraining gleich in Reihe 1 neben Drew LeBlanc und Adam Payerl eingesetzt wurde und am Siegtreffer beteiligt war. Nach sechzig Minuten feierte Augsburg den ersten Saisonsieg gegen Bietigheim und das Ende einer langen Niederlagenserie.

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Am Sonntag konnten die Panther nicht nachlegen: Mehrere hundert mitgereiste Fans sahen zwar einen komplett anders aufgelegten AEV, der eines der besten Saisonspiele zeigte, aber Punkte gab es bei Spitzenreiter München unverdienterweise keine.

 

Das Kellerduell am Freitag war nichts für Genießer, da beide Teams zwar häufig, aber meist harmlos Richtung Tor schossen und Spielzüge zum Zungenschnalzen auf beiden Seiten Mangelware blieben. Fehler beim Passen, bei der Puckannahme und im Spielaufbau wurden von konsequent verteidigenden Teams bzw. den beiden Goalies ausgemerzt - und im Abschluss fehlte die Effektivität. Kein Wunder, wenn der Vorletzte beim Letzten um die Rote Laterne und vor allem gegen den Abstieg spielt, so dass angesichts des Spielstands (keine Tore) in der Pause nach dem ersten Drittel in Anlehnung an den frankokanadischen Gästetrainer Naud wenig schmeichelhafte Worte fielen: „Da spielt Naud gegen Elend.“  

Danny Naud, einst gefeierter Abwehrstar beim AEV, steht jetzt beim Gegner hinter der Bande und mit seinem Team zwei Punkte vor Peter Russells AEV, Stand vor dem Kellerduell, in dem Peter Russell endlich wieder auf Dennis Endras zurückgreifen konnte. Der Torhüter hatte sich ausgerechnet in Bietigheim an den Adduktoren verletzt, und ohne ihn gewannen die Panther nur ein Spiel und holten gerade einmal fünf Punkte in zehn Partien.

Das sorgte fürs Durchreichen der Panther nach ganz unten. Dafür war weniger der überraschend solide Ersatzkeeper Markus Keller verantwortlich, sondern mangelnde Effektivität im Sturm, der oft nur als laues Lüftchen übers Eis wehte.

Marcel Barinka: Von der Eisbären-Bank in Augsburgs Top-Reihe

Nach der Deutschland-Cup-Pause stand mit Dennis Endras nicht nur der sehnsüchtig zurück erwartete Rückhalt wieder im Tor, und im Sturm blies eine frische Brise in Gestalt von Marcel Barika. Der junge Deutsch-Tscheche hatte zwei Jahre für Köln im Schnitt jedes zweite Spiel gescort, saß jedoch zuletzt bei den ebenfalls kriselnden Eisbären oft nur auf der Bank. Peter Russell formierte mit dem Neuzugang seine erste Reihe um, Barinka lief neben Drew LeBlanc und Adam Payerl auf und wurde auch im Powerplay eingesetzt.

Die Fehler im Forechecking wurden minimiert, fatale Fehlpässe und Slapstick-Stolperer, die vor der Pause für viele Niederlagen verantwortlich waren weitgehend vermieden – und wenn sie doch passierten schnell wieder ausgebügelt. Schön sah das nicht aus, denn Bietigheim agierte ähnlich vorsichtig und hatte ebenfalls die Devise Defensive und Fehlervermeidung ausgegeben.

 

Das „Keep it simple“ war kein Augenschmaus für die über 6.000 Zuschauer, die lange auf Tore warten mussten. Vier fielen dann doch, wobei eines aberkannt werden musste. Erst traf Sebastian Wännström, der exakt zur Halbzeit im Powerplay viel Zeit hatte und entsprechend genau zielen konnte, zu Beginn des letzten Drittels glich Bietigheim durch Bob Wilkie aus (42. Minute). Die Entscheidung fiel dann in der 52. Minute: Gegen Bietigheim war eine Strafe angezeigt, aus dem Tumult vor dem Steelers-Tor kommt der Puck zu Sam Soramies, der kurz nach links fährt und vollstreckt. Der Jubel von Spielern und Fans über die Führung weicht schnell einer Fassungslosigkeit und einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert: Die Scheibe war von einem Bietigheimer zu Soramies gespielt worden, damit hatten die Steelers Puckkontrolle und die Schiedsrichter die Partie unterbrochen, um die Strafe auszusprechen.

Lang saß Daniel Weiß nicht auf der Strafbank: Bullygewinn durch Drew LeBlanc, und über Brady Lamb und Marcel Barinka kommt die Scheibe schnell zurück zu LeBlanc, der den zentral postierten Adam Payerl bedient. Der zieht sofort ab und kann jubelnd abdrehen: 2:1, nach nur sechs Sekunden Powerplay.

In den Schlussminuten versuchte es Gästetrainer Naud mit sechs Feldspielern und ohne seinen Keeper Aittokallio, gegen Terry Broadhursts Schuss aus kurzer Distanz reicht zu Nauds Glück jedoch der Pfosten, was die Entscheidung noch ein wenig vertagt. Letztlich reicht aber das 2:1, das Endras und fünf verteidigende Panther über die Zeit bringen: Die Rote Laterne wandert aus dem bayerischen ins württembergische-Schwaben.

Dort bleibt sie vorerst, auch wenn es für den engagierten AEV in München keine Belohnung fürs bisher beste Saisonspiel gab, denn die Steelers verloren am Sonntag ebenfalls gegen die Kölner Haie. 

Die nächsten Spiele:
Bei der DEG am Freitag, sonntags um 16:30 gegen Straubing

Um nicht bald wieder hinter die Steelers zurückzufallen, sondern den Anschluss zum sicheren Nichtabstiegsplatz 13 zu wahren, sind die Panther zum Siegen verdonnert. Das kurzfristige Programm führt sie am Sonntag nach München und am kommenden Freitag nach Düsseldorf. Am kommenden Sonntag gastieren die Straubing Tigers im Curt-Frenzel-Stadion (Spielbeginn: 16:30 Uhr).

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