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Über Kaufbeuren und College in die NHL Anfänge in Augsburg: Nico Sturms bisherige Karriere

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Freier Mitarbeiter George Stadler
Nico Sturm beim Sommertraining 2019 - im Panther-Trainings-Jersey

Wie kommt ein Augsburger als erst fünfter Deutscher zum Stanley-Cup-Sieg? Der am 3. Mai 1995 geborene Nico Sturm lernte das Eislaufen auf dem Bergheimer Baggersee und im Curt-Frenzel-Stadion – dort spielte er bis 2009 für die Nachwuchsteams des AEV. Das Curt-Frenzel-Stadion war noch nicht eingehaust und wartete auf seine Sanierung, die Nachwuchsteams des AEV spielten noch nicht in den höchsten Ligen, und so sah Nico Sturm bessere Ausbildungsmöglichkeiten in Kaufbeuren und verließ seine Heimatstadt in Richtung Süden.

 

Für den ESVK spielte er erfolgreich in der U16, U18 und in der DNL und machte dort im Schnitt mehr als einen Punkt pro Spiel. Konsequenterweise folgte im Anschluss der Sprung über den Großen Teich in die amerikanischen Juniorenligen: Er spielte er für die Corpus Christi Ice Rays und die Austin Bruins und gewann mit Tri-City Storm den Clark Cup. Danach begann seine erfolgreiche Karriere im College Hockey: Für die Clarkson Universität lief er drei Jahre auf und gewann als Kapitän in seinem Abschlussjahr den Titel in der ECAC. Er stand in der Auswahl zum Hobey Baker Award, der Auszeichnung für den besten College-Spieler seines Jahrgangs – der in Augsburg bekannteste Gewinner des Awards ist Drew LeBlanc. Direkt nach den Finalspielen für Clarkson holten ihn die Minnesota Wild in die NHL. Für Minnesota und deren Farmteam Iowa spielte er von April 2019 bis zum 15. März 2022. An diesem Tag wurde er zur Colorado Avalanche getradet, spielte dort 21 Hauptrunden- und 13 Playoff-Spiele – und gewann den Stanley Cup.

Obwohl er kein Tor für die Avalanche erzielte, hatte Nico Sturm seinen Anteil am Cup-Gewinn. In der ersten Playoffrunde gegen die Nashville Predators legte er den Siegtreffer im vierten Spiel auf: Sturms Schuss in der Verlängerung wurde von Nashvilles Top-Verteidiger Roman Josi geblockt. Liegend nach diesem Block konnte der Schweizer beim Nachschuss von Cale Makar nicht reagieren, und der traf zum „Sudden Death“.

Im Viertel- und Halbfinale gegen St. Louis und Edmonton wurde Sturm selten eingesetzt, die Finalspiele gegen Tampa Bay bestritt der Unterzahlspezialist dagegen alle sechs und verbuchte einen weiteren wichtigen Assist, war im vierten Finalspiel indirekt sogar an beiden Ausgleichstreffern beteiligt – erstaunlich, denn er hatte die kürzeste Eiszeit der Avalanche. Das erste Tor für Denver fiel im Powerplay: Ein Crosscheck beförderte Sturm aufs Eis, Tampas Hedman auf die Strafbank und den Puck im folgenden Powerplay zum 1:1 ins Tor.

Noch entscheidender war sein Beitrag zum 2:2: Erst fälschte er einen Puck so gefährlich ab, dass Bolts-Goalie Vasilievsky zwar mit der Fußspitze abwehren konnte, aber der Save geriet zu kurz und landete wieder auf Sturms Schläger. Reaktionsschnell schubste er die Scheibe ins Netz und bejubelte seinen vermeintlich ersten Treffer für Colorado. Erst der „NHL-Situation-Room“ in Toronto erkannte, dass Sturms Treffer „nur“ ein Assist war; die Scheibe fand übers angeschossene Bein von Mitspieler Cogliano den Weg ins Tor. Letztlich dürfte das Nico Sturm egal gewesen sein: Das Unentschieden hatte Bestand bis zur 12. Minute der Verlängerung, als Nazem Kadri Tampas dritte Niederlage besiegelte.

Kurz nach dem Titelgewinn unterschrieb Sturm einen Dreijahresvertrag bei den San Jose Sharks. Aus den Rocky Mountains zieht er jetzt um an die San Franzisco Bay, und kehrt dort zu seiner angestammten Nummer 7 zurück. Die 78 – eine Reminiszenz ans Gründungsjahr des AEV – war eine Idee seines Bruders Timo, da die Sieben – die Nummer seines Kindheitsidols Duanne Moeser – in Denver schon vergeben war.

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