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AEV verliert Spiel und Torhüter Keller Augsburger Panther: Ein frühes 2:0 reicht nicht zum Sieg gegen Straubing

Freier Mitarbeiter George Stadler

Markus Keller testet seine Einsatzbereitschaft nach dem 2:5: Es geht nicht mehr, der 19-jährige Moritz Borst löst ihn im Tor ab.

Noch keinen einzigen Auswärtssieg brachte die letztjährige Überraschungsmannschaft aus Niederbayern in dieser Saison aufs Eis, und auch beim zehnten Anlauf sah es schnell so aus, als ob es wieder nichts werden würde für die Straubing Tigers: Der AEV spielte groß auf und führte nach einem Doppelschlag früh mit 2:0 – und nach zwanzig Minuten hätten es noch einige Tore mehr sein können. Dann rächten sich die ausgelassenen Chancen, denn Straubing nutzte jeden groben Patzer und drehte das Spiel im Mitteldrittel. Nach dem 2:2 waren die Panther angeschlagen, nach dem 2:3 angeknockt und nach dem 2:5 KO.
 

 

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Olivier Roy fällt lange aus, weshalb die Panther einen weiteren Torhüter verpflichten werden. Denn dass Markus Keller als einziger erfahrener Torhüter nicht ausreicht, mussten die Panther schmerzlich gegen die Straubing Tigers erfahren. Und dabei geht es nicht um die zwei kapitalen Böcke, die Keller vor dem 2:2 passierten, sondern um einen immer möglichen Ausfall von Augsburgs Nummer 2 – wie es am Freitagabend geschah.

Auf Doppelschlag…

Doch der Reihe nach: Das Spiel begann wie von Trainer Tuomie geplant, ein starker AEV setzte Straubing schnell unter Druck. Die Niederbayern versuchten kämpferisch gegen die spielerische Klasse der Schwaben gegenzuhalten und kassierten schnell zwei Treffer. Erst schlenzte Henry Haase die Scheibe Richtung Tor, wo sie von Jaro Hafenrichter abgefälscht wurde. Der Stadionsprecher war noch beim Verkünden der Scorer dieses Treffers, da wurde er von „Fiesta“ unterbrochen: Adam Payerl hatte gleich beim nächsten Angriff getroffen und den Torjingle 14 Sekunden darauf erneut ausgelöst. Schuld am Tor war die Straubinger Mannschaft, die bis auf einen Verteidiger auf einen schnellen Ausgleich aus war und weit aufgerückt den Puck verlor. Dieser wurde schnell von hinten rausgespielt, ein Querpass von Mike Clarke und Adam Payerl stürmte allein auf Vogl zu. Beide Tore fielen in der fünften Minute. Nach zwanzig Minuten hätten einige mehr auf der Anzeigentafel stehen müssen, denn Straubing taumelte kollektiv und brachte so gut wie nichts aufs Eis.

… folgt Triple-Blackout

Aber Augsburg hatte ein paar Powerplays, und da gibt es bekanntlich heuer selten Zählbares. In der 17 Minute kam es sogar noch schlimmer: Straubings großer Laganière packte Augsburgs kleinen Bergman mit beiden Händen beiseite – ein klares Foul, das großzügig übersehen wurde – und hatte dadurch freie Bahn zum Anschlusstreffer. Diesem Blackout der Schiedsrichter folgte ein elektrischer, und es wurde kurz dunkel im Curt-Frenzel-Stadion.

Erst tatsächlich nach dem 2:1, zu Beginn des Mitteldrittels, hatte dann Augsburgs Hintermannschaft ihre Blackouts. Erst passte Torhüter Markus Keller zum Gegenspieler an der Bande, um beim Rückweg ins Tor hinzufallen; den Ausgleich musste er aus knapp vier Metern Entfernung mitansehen, Acolatse verwandelte per Bauerntrick (25. Min.). Eine Minute später erreichte der Blackout Verteidiger Simon Sezemsky, und nach seinem haarsträubenden Fehlpass hatten die Niederbayern das Spiel komplett gedreht – sie führten jetzt mit 3:2. Entsprechend sah man jetzt einen nervösen AEV und kraftstrotzende Straubinger, die aber erst einmal keinen Vorteil daraus schöpfen konnten.

Das änderte sich im Schlussabschnitt, zwei schnelle Treffer bedeuteten den KO für die taumelnden Augsburger. Erst passte John Rogl quer durchs eigene Drittel auf Gormley, der direkt abziehen konnte. Mouillierat fälschte ab: 4:2 nach nicht einmal 40 Sekunden. Und wieder gab’s einen Doppelschlag, eine Minute später konterten Gormley, Tropp und Latta die Panther-Verteidigung aus. Markus Keller testete jetzt seine Gelenke, Muskeln und Sehnen – es geht nicht mehr. Für ihn wurde der 19-jährige Moritz Borst ins Tor geschickt. Und der DNL-Torhüter machte seine Sache bei seinem ersten DEL-Einsatz gut, trotz anfänglicher Nervosität. So keimte nach ein paar Paraden des Youngsters noch einmal kurz Hoffnung auf, als Hafenrichter im Powerplay (!) einen Lamb-Schuss zum 3:5 abfälschte. Eine kurze Hoffnung, denn schon eine Minute später musste Borst seinen ersten Puck aus dem Netz angeln, Tropp sorgte für die endgültige Entscheidung.

Wer steht in Straubing im AEV-Tor?

Schon am Mittwoch folgt das nächste Spiel, wieder gegen denselben Gegner, diesmal jedoch auswärts. Wer in Straubing das AEV-Tor hüten wird ist noch nicht geklärt: Ist Keller wieder einsatzbereit? Spielt Borst von Beginn an, mit einem Back-up aus der DNL? Zur Verfügung stehen Luca Mayer und Joshua Appler, beide sind erst 17 Jahre alt. Oder steht eine Neuverpflichtung im Tor?

Der Spielplan ist eng getaktet: Am Freitag gastiert der ERC Ingolstadt im Curt-Frenzel-Stadion, und am Dienstag in einer Woche geht's nach Nürnberg. Spielbeginn ist jeweils um 20:30 Uhr.

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