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AEV gewinnt gegen den ERC Ingolstadt Mit Derbysieg ins neue Jahr

Profilbild vonFreier Mitarbeiter George Stadler
Alle vors Tor - das Spiel war schnell und intensiv.

Das neue Jahr beginnt wie das alte endete: Mit einem Derbysieg des AEV. Am 28. Dezember war Straubing mit einem 4:2 nach Niederbayern zurückgeschickt worden, einen Jahreswechsel und fünf Tage später erwischte es den ERC Ingolstadt, der allerdings einen Punkt aus dem Curt-Frenzel-Stadion entführen konnte: Das Spiel gegen die Schanzer entschied Augsburg erst im Penaltyschießen mit 3:2 für sich.

Fotos vom Spiel

Drei Spieler waren die Hauptverantwortlichen für den AEV-Sieg: John Rogl scorte auch im vierten Spiel in Folge und bereitete die beiden Tore aus dem Spiel heraus vor, Michael Clarke traf zum 1:0 und verwandelte als einziger Schütze seinen Penalty, und Oli Roy lief zu großer Form auf, mit Höhepunkt beim letzten Schuss des Spiels: Hechtend fing er Daniel Piettas Penalty und hielt damit den Sieg endgültig fest.

 

John Rogl und die Schnapszahl-Stürmer

Fans im Stadion hätten gejubelt über das späte 1:0 im ersten Drittel und über das noch spätere 2:1 kurz vor Ende des zweiten Abschnitts: Die erste Führung für den AEV fiel durch einen Schuss aus vollem Lauf in den Winkel durch Michael Clarke in der 19. Minute, und auch der zweite Treffer ging aufs Konto der Schnapszahlen-Formation Clarke (Nr. 44), Campbell (Nr. 77) und Payerl (Nr. 11). Letzterer war 15 Sekunden vor der zweiten Pause der Vollstrecker, nicht nach einem Pass der 22 (Scott Valentine), sondern von John Rogl (Nr. 28), der in den letzten Spielen ungewohnte Scoring-Qualitäten zeigt: Fünf Punkte in den letzten vier Spielen, davon beide Assists gegen die Schanzer, das hatte er wahrscheinlich zuletzt im Nachwuchsbereich geschafft.

Fans im Stadion hätten auch mehrmals lautstark geschimpft: Über die übertriebene Härte Ingolstadts, das fehlende Fingerspitzengefühl der Schiedsrichter, und sie hätten gestöhnt über die vergebenen Chancen ihrer Stürmer und die ungeschickten Strafen ihrer Lieblinge.

Fans im Stadion hätten damit nicht nur für eine angemessene Atmosphäre gesorgt – denn das Spiel war gut! –, sondern vielleicht auch Einfluss genommen auf den Spielverlauf, weil sich ein Schiedsrichter den ein oder anderen Pfiff verkneift, wenn er ans tausendfache Echo nach seinem letzten denkt. Die Strafen gegen den AEV waren sicher vertretbar, aber mit Augenmaß hatte es wenig zu tun, wenn der zweite Schanzer eben nicht auf die Strafbank muss, wo es vorher gleich zwei Hinausstellungen gegen die Augsburger gegeben hatte: Gleichzeitig mussten Niklas Länger – weil er abseits des Geschehens geschubst hatte – und Magnus Eisenmenger – weil ein Oberbayer über einen schwäbischen Schläger gestolpert war – auf der Strafbank Platz nehmen. Und die folgende doppelte Überzahl führte im Mitteldrittel zum 1:1-Ausgleich.

Im Schlussabschnitt verteidigte der ERCI während einer der wenigen Unterzahl-Situationen rustikal – und das hatte schmerzhafte Folgen für Vinnie Saponari: Colton Jobke hatte ihm den Schläger in den Rücken gerammt und so dafür gesorgt, dass Augsburgs Stürmer den Schlagschuss seines Kapitäns blockte – mit dem Gesicht! Keine Folgen hatte dieses Foul jedoch für Jobke: Ingolstadt durfte zu viert weiterspielen und dem AEV blieb ein Fünf-gegen-drei-Powerplay verwehrt.

Fans im Stadion hätten spätestens jetzt das Curt-Frenzel-Stadion in die sprichwörtliche Hölle des Südens verwandelt.

Intensives Spiel geht in die Verlängerung:
Clarke und Roy entscheiden Penaltyschießen

Der Bericht klingt härter als das Spiel war, außer den angesprochenen Szenen wurde zwar intensiv und hart gespielt, aber legal gecheckt. Über weite Strecken sahen die Fernsehzuschauer eine temporeiche Begegnung mit wenigen Unterbrechungen – es ging ständig rauf und runter, auf beiden Seiten mit Torszenen für ein Dutzend Fußballspiele.

Ein Tor fiel noch während der regulären Spielzeit: Die Brechtstädter hatten zwei Minuten mit vier gegen vier Spielern nach einem Lamb- und einem Storm-Foul schadlos überstanden, die zweite Hinausstellung ihres Kapitäns direkt im Anschluss war dann zu viel für die AEV-Hintermannschaft ohne Lamb, ihren Lenker bei Powerplays des Gegners: Vier Minuten vor der dritten Sirene glich Marshall für die Weiß-Blauen aus, und es ging in die Verlängerung. Die blieb spannend, aber torlos, so dass Michael Clarke und Oli Roy die Partie im Shoot-out entscheiden können: Clarke hämmert die Scheibe ins Netz und Roy pflückt den letzten Schuss von Pietta fliegend aus der Luft. 

Fans im Stadion hätten das Team lautstark zur Ehrenrunde aufgefordert, mit Extra-Einlagen von Oli Roy und Michael Clarke und John Rogls erster Humba.

Unter der Woche zweimal auswärts
Heimspiel am Sonntag gegen Wolfsburg

Mit neun von möglichen 12 Punkten aus den letzten vier Spielen bleibt der AEV an Platz 10 dran. Es folgen zwei schwere Auswärtsspiele: So Omikron will fährt der AEV am Dienstag nach Berlin und am Donnerstag nach Nürnberg. Das nächste Heimspiel findet am Sonntagnachmittag ab 14:00 Uhr statt, Gegner ist Wolfsburg.

PS.: Bei der Erstellung dieses Berichts wurde bewusst darauf verzichtet, den beiden Teams Tiernamen zu geben. Es reicht die Verwirrung, die Fernsehkommentatoren und der Ticker des ERCI regelmäßig durch die unsachgemäße Verwendung derselben beim sogenannten P-Derby stiften. Außerdem hat der Club aus Ingolstadt keinen Tiernamen.

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