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FC Augsburg kann gegen Leverkusen einfach nicht gewinnen

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StaZ-Reporter Christian Maniccia
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Trotz solider Leistung reichte es gegen Angstgegner Leverkusen nicht zum Punktgewinn.

Der FC Augsburg trat am Sonntag gegen Angstgegner Bayer Leverkusen an. Noch nie konnten sich die Fuggerstädter gegen die Werkself durchsetzen. In den bislang 17 Bundesligaduellen gab es bislang noch keinen Sieg und das sollte auch an diesem Nachmittag so bleiben. Leverkusen ging bereits durch Diaby in der 25. Minute in Führung. Zuvor gab es eine strittige Szene vor dem Leverkusener Strafraum als Tapsoba den Ball absichtlich mit der Hand spielte und für seine Aktion nur gelb sah. In der zweiten Halbzeit machte Amiri (59.) den Sack nach einem langen Solo zu.

Trainer Martin Schmidt änderte seine Startelf gleich auf drei Positionen. Für Lichtsteiner, der gegen Freiburg verletzt raus musste, Iago und Finnbogason (beide Bank) rutschten Uduokhai und Jensen in die Startelf. Martin Schmidt wechselte sein System gegen die Werkself und trat mit einem ungewohnten 5-4-1 an.

Bayer Leverkusens Trainer Bosz rotierte nach dem Sieg in der Europe League gegen Porto gleich auf fünf Positionen. Tah, Weiser, Palacios, Wendell und Diaby rückten für Lars Bender, Sinkgraven und Demirbay, Aranguiz (krank) und Volland in die Startelf.

 

FC Augsburg in der Defensive stabil

 

Die Strategie des FCA war schon recht früh klar. Mit Jensen, Richter und Niederlechner versuchte man die Dreierkette von Leverkusen schon früh beim Spielaufbau zu stören, um sie dazu zu zwingen, lange Bälle zu schlagen. Diese langen Bälle sollten dann leichte Beute der drei hochgewachsenen Augsburger Innenverteidiger werden. Doch Leverkusen baute das Spiel geduldig von hinten auf und entging das eine oder andere Mal dem Druck des FCA. Nach zehn Minuten bemühte sich Leverkusen um einen kontrollierten Spielaufbau und versuchte die Abwehrreihe durch kluges Verlagern auseinanderzureißen. Nicht verwunderlich, dass der erste gefährliche Abschluss den Rheinländern gehörte. In der 11. Minute zog Amiri einfach aus 18 Metern kompromisslos ab. Der Ball setzte noch tückisch auf dem nassen Rassen vor Koubek auf, der den Ball unorthodox aber effektiv zur Seite klärte. Eine Minute später der nächste schöne Angriff der Leverkusener. Nach einem gechippten Ball von Palacio stand Alario alleine vor Koubek. Der Stürmer von Leverkusen konnte aber den Ball nicht kontrollieren und so verpuffte die Chance.  Im Verlauf der ersten Halbzeit hatte Leverkusen beinahe 80% Ballbesitz, 90% Passquote und gewann die meisten Zweikämpfe und doch kam der FCA selbst auch zu Chancen. Nach einer Ecke von Max kam Niederlechner (16.) frei zum Kopfball, setzte aber den Ball knapp neben das Tor.

 

 

Tapsoba mit gelb gut bedient

 

In der 20. Minute die vielleicht spielentscheidende Szene. Der Leverkusener Innenverteidiger vertändelte gegen Niederlechner den Ball und hielt ihn absichtlich mit der Hand fest. Niederlechner wäre ohne den Eingriff alleine auf Hradecky zugelaufen. Tah stand zwar noch hinter Tapsoba, hätte aber wahrscheinlich nicht mehr Eingreifen können. Schiedsrichter Jablonski zog aber zum Entsetzen der Augsburger nur die gelbe Karte. Eine rote Karte wäre durchaus vertretbar gewesen, da der Verteidiger eine klare Torchance verhinderte. Doch auch aus Köln schaltete sich der Videobeweis nicht ein und so blieb es bei der kontroversen Entscheidung. Wegen Meckerns sah in dieser Szene Gouweleeuw die gelbe Karte. Den anschließenden Freistoß aus knapp 30 Metern setzt Max knapp neben das Leverkusener Tor.

In der 25. Minute ging Leverkusen nach einem Konter in Führung. Der Leverkusener Havertz setzte sich im Mittelfeld durch und setzte mit einem diagonalem Traumpass Diaby in Szene. Dieser tauchte alleine vor Koubek auf und vollstreckte eiskalt ins lange Eck.

Trotz des Rückstands blieb der FCA in seiner eher defensiven Grundausrichtung. Leverkusen machte weiter das Spiel, während der FCA nur auf Konter lauerte. So war Leverkusen deutlich Feldüberlegen und diktierte das Spielgeschehen.

In der 36. Minute fiel Alario nach einem Kontakt mit dem gelbvorbelasteten Jedvaj im Strafraum. Schiedsrichter Jablonski ließ weiterspielen. Dafür revanchierte sich der Leverkusener in der 40. Minute mit einem üblen Tritt am Mittelfeldkreis. Für diese Aktion gab es nicht einmal gelb.

 

Kurz vor der Halbzeit gab es noch eine kuriose Szene im Mittelfeld. Nachdem der Schiedsrichter den Ball berührte, gab es einen Schiedsrichterball. Der Referee legte aber den Ball so komisch hin, so dass keines der beiden Teams so recht wusste, wer diesen Ball jetzt aufnehmen sollte. Mit einer knappen Führung ging Leverkusen verdient in die Pause, da sie über die ganze erste Hälfte spielbestimmend waren.

 

Amiri trifft zum vorentscheidenden 2-0

 

Nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts am Spielgeschehen. Leverkusen war überlegen und spielte von Anfang an auf das 2-0. Zunächst parierte Koubek einen Schuss von Wendell (49.), dann scheiterte Weiser (53.) aus wenigen Metern, als er den Ball verstolperte nach schöner Vorarbeit von Havertz. Schließlich baute Leverkusen in der 59. Minute seine Führung aus. Amiri machte sich vom Mittelkreis auf den Weg und wurde von keinem der fünf Augsburger Verteidiger richtig attackiert.  Aus knapp 16 Metern traf der Leverkusener durch die Beine von Jedvaj unhaltbar flach ins Eck. Kurze Zeit später hätte Havertz seine gute Leistung mit einem Tor aus der Drehung krönen können, doch sein Schuss traf nur die Latte (65.).

Nach dem Lattenkracher von Havertz schaltete Leverkusen einen Gang zurück und verwaltete die Führung. Der FCA versuchte jetzt deutlich zielstrebiger nach vorne zu spielen, während bei Leverkusen die Müdigkeit aus dem Europe League Spiel anzumerken war. Und so kam der FCA tatsächlich noch zu einigen Abschlüssen. Aber die eingewechselten Vargas (74.) und Richter (76.) konnten den sicheren Hradecky nicht überwinden. Während dieser kleinen Augsburger Drangphase holte sich Kapitän Baier, der heute sein 350. Pflichtspiel für die Fuggerstädter bestritt, die gelbe Karte und wird deswegen am kommenden Spieltag gegen Gladbach fehlen. Die beste Chance zum Anschlusstreffer hatte Niederlechner in der 90. Minute. Nach einer Flanke von Max nahm der Fuggerstädter den Ball schön an und zog aus wenigen Metern ab. Doch Hradecky hielt mit einer Klasse-Fußabwehr sein Tor sauber. Da dem FCA der Anschlusstreffer nicht gelang spielte Leverkusen die Nachspielzeit sicher herunter und freute sich über den nächsten Sieg über den FCA.

 

Dem FCA stehen harte Begegnungen bevor und es droht ein Absturz in den Abstiegskampf. Am Samstag geht es daheim in der WWK-Arena gegen Gladbach weiter, während Leverkusen zunächst am Donnerstag in Porto in der Europe League spielt und dann am Sonntag in Leipzig auswärts ran muss.

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