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FC Augsburg trotz Kampf ohne Punkt

LeserReporter Christian Maniccia

Trotz guter erster Halbzeit wurden die Bayern immer stärker und gefährlicher

Am 25. Spieltag musste der FC Augsburg auswärts in der Allianz Arena gegen Spitzenreiter Bayern München bestehen. Es war das erste Heimspiel des Rekordmeisters nach den Vorfällen in Hoffenheim und zugleich traten die Bayern anlässlich ihres 120. Geburtstags in einem Sondertrikot an. Nach einer starken ersten Halbzeit, in der die Fuggerstädter dem FC Bayern kaum Torchancen erlaubten, gingen die Bayern kurz nach der Halbzeit mit Müller (53.) in Führung. In der zweiten Halbzeit war der Rekordmeister deutlich überlegen und erarbeitet sich mehrere Torchancen um die Partie zu entscheiden. Kurz vor Schluss hatte Niederlechner (85.) die große Chance zum Ausgleich, doch Neuer hielt seinen Kasten sauber. In der Nachspielzeit machte Joker Goretzka (90+1) mit seinem dritten Saisontreffer den Sieg klar.

Trainer Martin Schmid, der letzte Woche noch gesagt hatte, er wolle jetzt keine Torwartdiskussion aufkommen lassen, überraschte alle Experten und ließ Stammkeeper Koubek auf der Bank und ließ Luthe das Tor hüten. Doch das waren nicht die einzigen Wechsel die der Trainer vollzog. Für Lichtsteiner, Gruezo und Vargas rückten Framberger, Iago und Baier (nach Gelb-Sperre) in die Strartelf. Max rückte somit in die offensivere Rolle im Mittelfeld.

Auch Bayerns Trainer Hansi Flick wechselte gegenüber dem 1:0-Sieg in Gelsenkirchen im DFB-Pokal. Für Tolisso und Goretzka rückten Boateng und Zirkzee in die Startelf.

 

FC Augsburg mit klarem Spielplan

Die Fuggerstädter begannen das Spiel extrem flexibel und lauffreudig. Sie rannten gegen die Bayern teilweise extrem hoch an und versuchten bereits am gegnerischen Strafraum den Spielaufbau zu stören. Der FC Augsburg versuchte bei Ballbesitz schnell umzuschalten und direkt in die Spitze zu spielen, überließ aber sonst dem Rekordmeister den Ball. Wie schwer sich die Bayern in der ersten Halbzeit taten, wurde von der Tatsache verdeutlich, dass sie in der ersten halben Stunde keinen einzigen Torschuss abgaben. Augsburg versuchte vereinzelte Nadelstiche zu setzen, wie in der 12. Minute als ein Schuss von Löwen zum ersten Mal Neuer prüfte. Der FCA stand an diesem Nachmittag sehr kompakt und machte den Münchnern das Leben extrem schwer. So hatten zwar die Münchner teilweise 70% Ballbesitz, konnten aber ihre Überlegenheit kaum ausspielen und hatten bis zur Nachspielzeit der ersten Halbzeit keine einzige richtige Torchance.

Bis zur Nachspielzeit zeigte die Abwehr des FCA eine solide Leistung und Torhüter Luthe musste so gut wie nie eingreifen. In der Nachspielzeit ergab sich mit dem Pausenpfiff die einzige Chance für den FCB. Nach einer Flanke von Gnabry ging Müllers Aufsetzer knapp übers Tor.

 

FC Bayern mit der frühen Führung

Nach dem Seitenwechsel erhöhte der FC Bayern den Druck und das Tempo und es waren kaum acht Minuten gespielt, als Luthe zum ersten Mal hinter sich greifen musste. Nach einem langen Ball von Boateng aus über 40 Metern in den Lauf von Müller, nahm der Münchner den Ball direkt volley mit links und vollstreckte eiskalt. Nach der  Führung agierten die Münchner noch dominanter. Der FCA kam dadurch mehr und mehr unter Druck und schaffte es in dieser Phase kaum aus dem eigenem Strafraum. Nur Luthe war es in dieser Phase zu verdanken, dass die Augsburger nicht noch mehr ins Hintertreffen gerieten. Zunächst parierte der Schlussmann stark aus kurzer Distanz gegen Zirkzee (65.). Dann entschärfte er einen Schuss aus elf Metern von Coutinho (69.). Zum Schluss parierte er einen satten Schuss von Gnabry (78.). Kurz zuvor hatte Gnabry eine Riesenchance liegenlassen als er, nach Zuspiel von Kimmich, alleine auf den Augsburger Keeper Luthe zulief. Doch Gnabry verfehlte ganz knapp das Tor (71.). Die Münchner ließen etliche Chancen liegen, somit blieb der FCA im Spiel und beinahe hätte sich die Schludrigkeit des Rekordmeisters gerächt, denn der FCA hatte die Riesenchance zum Ausgleich.

 

Niederlechner belohnt mutige Augsburger nicht

In der 80. Minute wurde der eingewechselte Finnbogason steil geschickt. Der Isländer leitete den Ball stark zu Niederlechner. Doch dessen Schuss aus sechs Metern parierte Neuer Weltklasse. Auch den Abpraller konnte der Stürmer nicht auf das Tor bringen. Bei der anschließenden Ecke traf Finnbogason per Kopf nur das Außennetz (81.). In der 88. Minute landete der Ball doch hinter Neuer. Nach einem langen Ball bezwang Niederlechner den Nationaltorhüter, doch der Treffer wurde wegen einer knappen Abseitsentscheidung zurückgepfiffen. Augsburg warf nochmal alles nach vorne, wodurch sich mehr Räume für die Bayern zum Kontern ergaben. In der Nachspielzeit kam dann die Entscheidung durch Goretzka (90+1). Nach einem Doppelpass mit Gnabry stand der FCB-Spieler alleine vor Luthe und blieb diesmal eiskalt. Das 2:0 war auch zugleich der Endstand. Die Bayern gewinnen verdient, aber mit viel Mühe, gegen sich aufopfernde Schwaben, die mit einem Quäntchen Glück mehr durchaus einen Punkt hätten mitnehmen können.

Der Rekordmeister hat jetzt vier Punkte auf Platz zwei, während der FCA langsam wieder Punkten muss nach fünf sieglosen Spielen in Serie. Der nächste Gegner des Rekordmeisters ist auswärts am kommenden Samstag Union Berlin. Der FC Augsburg braucht daheim gegen Wolfsburg am Sonntag dringend ein Erfolgserlebnis, um nicht wieder in den Abstiegskampf abzurutschen.

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