Region: Augsburg Stadt

Sudden Death nach Aufholjagd: AEV führt im Viertelfinale

Profilbild vonFreier Mitarbeiter George Stadler
Achtung, jetzt knallt's gleich: Sahir Gill (hinterm Tor) hat auf David Stieler (nicht im Bild) gepasst, der den Puck durchs Gedränge vor Niederberger ins Tor bugsiert.

Mit dem zweiten Kraftakt des Wochenendes erkämpft sich Augsburg zwei Matchpucks. Was der AEV am Freitag in Düsseldorf schaffte – einen knappen Vorsprung zu halten – misslang der DEG sonntags im Curt-Frenzel-Stadion. Die Panther lagen nach zwei Dritteln 1:3 zurück, konnten im Schussabschnitt ein bis zwei Schippen drauflegen und 46 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit ausgleichen. In der Verlängerung dauerte es nur eine gute Minute, dann erlöste Thomas Holzmann mit dem ersten Torschuss die 6.139 Zuschauer im Curt-Frenzel-Stadion. Jetzt ist die DEG am Freitag zum Siegen verdammt. Zur Bildergalerie

Nach Trevelyans Verletzung wieder mit Arvids Rekis

Durch TJ Trevelyans Verletzung musste Coach Mike Stewart eine Änderung am Kader vornehmen. Für den Stürmer, der sich beim Vorbereiten des 1:0 am Freitag am Bein verletzt hatte lief endlich wieder Verteidiger Arvids Rekis auf. Auch die Sturmreihen mussten angepasst werden, da nur elf spielen konnten mussten teilweise Doppelschichten – meistens von Matt White – gefahren werden.

Nach einem letzten Applaus für den am Donnerstag gestorbenen Gottfried Neumann, den Ehrenpräsidenten des AEV und ehemaligen DEB-Schatzmeisters, ging es los. Ohne Abtasten, denn nach vier Spielen kennt man sich, nistete sich der AEV gleich ein paarmal im Angriffsdrittel ein. Großchancen ließ die DEG zunächst keine zu, die beste war ein Schuss über die Bande, von dem Matthias Niederberger überrascht wurde. Nur mit einem Hechtsprung zurück vors Tor konnte er den Billard-Treffer verhindern. Meist egalisierte man sich, der AEV konnte aus der einzigen Überzahlsituation (Picard ab 15:57) keinen Nutzen ziehen und die DEG traf kurz nach Ablauf dieser Strafe. Ausgerechnet der von Augsburgs Fans als Schwalbenkönig geschmähte Ryan McKiernan verwandelte im zweiten Versuch, nachdem sein erster Schuss geblockt worden war.

DEG-Doppelschlag durch Flaake und Barta

Der Treffer brachte die Rotgrünweißen nicht aus dem Konzept: Keine halbe Minute im Mitteldrittel war gespielt, da musste Kevin Marshall auf der Strafbank Platz nehmen. Lange saß er nicht dort, denn eine halbe Minute darauf bekam Matt Fraser einen Sezemsky-Schuss an den Schlittschuh und fälschte mit der Kufe unhaltbar für Niederberger ab. Im Anschluss war Augsburgs Penaltykilling gefragt, bei Valentines und Tölzers Strafen passierte nichts, als dann Drew LeBlanc raus geschickt wurde ging Düsseldorf durch Flaake wieder in Führung (36. Minute). Als diese kurz darauf auch noch ausgebaut wurde (Barta, 37. Minute), sahen nicht wenige Fans die Felle davonschwimmen.

„Ein schnelles Anschlusstor“ war der große Wunsch in der Drittelpause, und die beiden Deutschtschechen im AEV-Sturm erfüllten ihn: David Stieler passt zum sträflich alleingelassenen Jaro Hafenrichter und der bombt per One-Timer ins Netz. Jetzt glauben auch die Pausenzweifler des ohnehin schon sehr lauten Publikums wieder an die Sieg-Chance, immer wieder peitscht die meist stehende Sitzplatzgerade das Team nach vorn. Angriff auf Angriff rollt auf Niederberger zu, seine Vorderleute sind zum Mauern gezwungen und wissen sich nur noch mit immer neuen Icings zu befreien. Schlecht für die DEG: Danach darf sie nicht wechseln und die ausgepumpten Cracks sehen sich frischen Augsburgern gegenüber. Ganz schlimm erwischt es die Olimb-Reihe, um ihr eine halbminütige Verschnaufpause zu verschaffen muss Harold Kreis eine Auszeit nehmen. Nach weiterem Druck auf das DEG-Tor reicht es für die Ausgelaugten aber wieder nur zu einem Befreiiungsschlag.

Trotzdem sieht es lange so aus, als könnten die Rheinländer den knappen Vorsprung über die Zeit retten. Es sind nur noch etwa drei Minuten zu spielen, da nimmt Mike Stewart seine Auszeit. Kurze Anweisungen: Im Angriffsdrittel festsetzen, so dass Olivier Roy durch einen zusätzlichen Stürmer ersetzt werden kann. Eineinhalb Minuten lang kann die DEG das verhindern, erst 57 Sekunden vor der Sirene winkt Stewart seinen Goalie vom Eis.

Stieler und Holzmann treffen:
Doppelter Kollektiv-Orgasmus im Curt-Frenzel-Stadion

Scott Valentine passt entlang der Bande auf Sahir Gill, der fährt Richtung Mitte, wo Thomas Holzmann und Matt Fraser vor dem Tor und etwas weiter hinten David Stieler auf den tödlichen Pass warten. Der Puck kommt zu Stieler, und der schubst den Puck unter Marshall und Niederberger ins Tor – das Curt-Frenzel-Stadion wird 46 Sekunden vor Spielende vollends zum Tollhaus.

Spielende? Nein, es folgt natürlich eine Pause, dann geht es ins „vierte Drittel“. Das dauert nicht sehr lang: Erst vergeben die Rheinländer eine sehr gute Möglichkeit, dann erobert Holzmann die Scheibe an der Roten Linie, Gill trägt sie ins DEG-Drittel, passt zurück auf Holzmann, der vors Tor gefahren war: Sudden Death in der 62. Minute!

Mit einer starken Mannschaftsleistung hat sich der AEV den dritten Sieg gegen eine im Schlussabschnitt stark nachlassende DEG erarbeitet und kann am kommenden Freitag im ISS Dome das Halbfinale klarmachen.

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