Region: Augsburg Stadt

401 Spiele für den AEV TJ Trevelyans Tor reicht nicht gegen den Meister

Eisbären Berlin gewinnen erst spät im Curt-Frenzel-Stadion

Profilbild vonFreier Mitarbeiter George Stadler
Treffsicher auch im 401. Spiel: TJ Trevelyan trifft zum 1:0.

Hätte er nicht so oft die Knochen hingehalten für seinen AEV, er hätte schon längst sogar das halbe Tausend an Spielen vollgemacht: TJ Trevelyan hatte in Wolfsburg das 400. Spiel für Augsburg gespielt, vor seinem 401. Match in rotgrünweiß gegen Meister Berlin wurde er von den Fans geehrt und bedankte sich mit dem 1:0. 

Keller und das Trapez

Trevelyans Treffer fiel in der 9. Minute, bis dahin hatte sich das Spiel hauptsächlich vor Markus Kellers Tor abgespielt. Trevelyans Solo - nach einem Pass von David Stieler, der erstmals wieder aufgeboten werden konnte - war die erste richtig gute Chance für die Panther, wenn man von einem Tor durch Michael Clarke absieht, der statt des Pucks selbst im Eisbären-Tor landete.

Trotz der optischen Überlegenheit der Berliner hätte die 1:0-Führung wohl mindestens bis zum ersten Drittelende gehalten, denn in der Abwehr rührte Mark Pedersons Team kräftig Beton an. Aber die DEL hat das sogenannte Trapez hinter den Toren eingeführt, um das Spiel offensiver zu machen und mehr Tore zu ermöglichen: Goalies werden mit zwei Strafminuten belegt, wenn sie den Puck außerhalb eines trapezförmigen Bereichs hinter der Torauslinie spielen. Am 14. Spieltag im 96. Spiel war es soweit, und ausgerechnet Markus Keller traf es als ersten. Der AEV wollte in seinem ersten Powerplay nachlegen, aber Berlin konnte sich befreien, und Augsburgs Goalie spekulierte auf einen Puck, der entweder hinterm Tor oder vor der Torauslinie landen würde. Stattdessen wurde er von Eisbär Byron erlaufen, der ums Tor kurvte und per Bauerntrick vollenden konnte - Keller kam zu spät ins Gehäuse zurück.

Powerplay und Pech

Im Mitteldrittel klappte dann das Powerplay wie gewünscht: Erst wurde Berlin fast vier Minuten erfolgreich vom Toreschießen abgehalten, dann zeigte der AEV dem Mesiter wie es geht: Verteidiger Jesse Graham zog in Spielmacher-Manier nach vorn und zwei Berliner mit sich, passte dann zurück auf den jetzt völlig freistehenden Adam Payerl, der sich Zeit lassen konnte und die Scheibe in den linken Winkel nagelte. Doch auch die zweite Führung hielt nicht lange, dann wurde erst der junge Verteidiger Niklas Länger überrumpelt und dann Keller ausgezockt. 

Dass Länger wegen der Ausfälle von Wade Bergman (Handverletzung) und Scott Valentine (gesperrt) einer von nur fünf Verteidigern war machte sich kurz darauf auch offensiv bemerkbar: Sein Schuss knallte vom linken an den rechten Pfosten, prallte von dort aufs Spielfeld zurück, jedoch ohne die Linie überschritten zu haben. Pggues "Fiesta" hallte zu früh durchs Curt-Frenzel-Stadion und der Jubel übers vermeintliche Tor verebbte schnell, denn die Schiedsrichter ließen weiterlaufen bis zu einer Chance auf der anderen Seite.

Es blieb bis weit in den Schlussabschnitt beim 2:2 und die wieder über 4.000 Fans durften lang vom sechsten Heimsieg in Folge und dem ersten Auswärtspunktverlust der Eisbären träumen, dann schlug nocheinmal Byron zu. Aber der AEV 2021/22 kann in der Schlussphase zusetzen, schon mehrere Spiele hatten sie in der Schlussphase drehen können. Nicht so am Mittwochabend: Kurz vor der Schlusssirene netzte Leo Pföderl ins von Keller längst verlassene Tor ein und besiegelte den siebten Auswärtssieg der Berliner, die damit einen neuen Startrekord aufstellten.

Freitags in Mannheim, dann Revanche gegen Iserlohn.

Am Freitag steht das nächste schwere Spiel in Mannheim an, am Sonntag empfangen die Panther zuhause zum zweiten Mal die Iserlohn Roosters. Gegen die Sauerländer ist Revanche angesagt, sie hatten zum Saisonstart das erste Spiel im Curt-Frencel-Stadion mit 4:1 gewonnen. Spielbeginn ist um 19:00 Uhr.

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