Region: Augsburg Stadt

28-Jähriger muss sich nach tödlichem Unfall wegen Mordes verantworten

Der Hauptangeklagte (von links) mit seinen Verteidigern Hans-Dieter Gross und Moritz Bode sowie der mitangeklagte Beifahrer mit Rechtsanwältin Veronika Tauchert.

Ein 28 Jahre alter Mann muss sich seit Dienstag wegen Mordes vor Gericht verantworten. Der mutmaßliche Raser soll Anfang April vergangenen Jahres mit bis zu 200 Stundenkilometern auf einer Staatsstraße westlich von Monheim im Landkreis Donau-Ries gefahren sein. Nach einer Kuppe soll der gebürtige Augsburger laut Anklage die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren haben und in den Gegenverkehr gekracht sein. Eine 54-jährige Frau starb noch an der Unfallstelle.

Wie Staatsanwalt Johannes Pausch beim Verlesen der Anklageschrift ausführte, habe der Hauptangeklagte an jenem 6. April seinen 240 PS-starken Wagen ausfahren, also die Maximalgeschwindigkeit erreichen wollen. "Die Strecke ist polizeilich als Rennstrecke bekannt", erläuterte Pausch. Bei feuchter Fahrbahn habe der 28-Jährige zunächst einen Lastwagen überholt und im Anschluss stark beschleunigt. Auf der Strecke ist maximal Tempo 100 erlaubt.

Sein 29-jähriger Kumpel auf dem Beifahrersitz soll ihn angefeuert haben, immer schneller zu fahren. So sollen die beiden Männer laut Staatsanwaltschaft derart beschleunigt haben, dass sie nach einer Kuppe gar leicht abhoben. Etwa 200 Meter später verlor der 28-Jährige dann Pausch zufolge die Kontrolle über sein Fahrzeug, das ausbrach und auf die Gegenfahrbahn geriet. Dort fuhr zu dem Zeitpunkt eine 54 Jahre alte Frau in ihrem Wagen und versuchte vergeblich, nach rechts auszuweichen. Mit mehr als 130 Stundenkilometern soll das Auto des mutmaßlichen Rasers dann seitlich in das Fahrzeug der Frau gekracht sein, das daraufhin gegen einen Baum geschleudert wurde, sich überschlug und auf dem Dach zum Liegen kam. Für die 54-Jährige kam jede Hilfe zu spät, sie verstarb noch am Unfallort.

Laut Anklage hätten die beiden Männer aus niederen Beweggründen und heimtückisch einen Menschen getötet. Dem Fahrer soll der mögliche Tod anderer Menschen gleichgültig gewesen sein. Die Augsburger Staatsanwaltschaft klagt den 28-Jährigen, der während der Fahrt unter dem Einfluss von Marihuana gestanden haben soll, wegen Mordes und eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens an. Der 29-jährige Beifahrer ist wegen Beihilfe zum Mord sowie Beihilfe zum Durchführen eines verbotenen Autorennens angeklagt. Darüber hinaus sollen die beiden Männer mit Drogen gehandelt haben und müssen sich auch diesbezüglich verantworten.

Der hauptangeklagte 28-Jährige sitzt, anders als der damalige Beifahrer, seit etwa 15 Monaten in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Gablingen. Sein Verteidiger Moritz Bode kündigte zum Prozessauftakt an, dass er im Namen seines Mandanten am nächsten Verhandlungstag eine Erklärung verlesen wolle.

Der 29-Jährige hingegen wolle nach derzeitigem Stand keine Angaben machen, so Rechtsanwältin Veronika Tauchert. Bislang sind für den Prozess acht Verhandlungstage eingeplant. Ein Urteil könnte demnach also Ende Oktober gefällt werden.

Als Nebenkläger treten in dem Mordprozess der Ehemann der getöteten 54-Jährigen sowie die vier Kinder auf.

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