Region: Augsburg Stadt

Baby erstickt: 25-jährige Augsburgerin wegen Totschlags verurteilt

Eine 25-Jährige ist nun am Augsburger Landgericht wegen Totschlags verurteilt worden. Sie soll im Jahr 2018 ihre neun Wochen alte Tochter erstickt haben.

Für acht Jahre und drei Monate muss die 25-jährige Augsburgerin wohl in Haft, die im Jahr 2018 ihre gerade mal neun Wochen alte Tochter erstickt haben soll. Das Augsburger Landgericht um den Vorsitzenden Richter Roland Christiani war nach der Verhandlung überzeugt, dass die Mutter ihr Baby getötet hatte und dieses nicht, wie von der Angeklagten behauptet, im Laufe der Nacht unbemerkt gestorben war.

Das Baby hatte zuvor bereits einen Schädelbasisbruch erlitten. Während die 25-Jährige vor Gericht aussagte, ihre Tochter sei ihr am Abend des 22. September wohl heruntergefallen, waren der medizinische Sachverständige vor Gericht überzeugt, dass die Verletzung nicht durch einen Sturz hätte entstehen können. Die Mutter habe dem Baby wohl durch stumpfe Gewalt den Schädelbasisbruch zugefügt.

Auch der Behauptung der Angeklagten, das Kind sei im Laufe der Nacht erstickt und habe am Morgen leblos neben ihr gelegen, schenkte das Gericht keinen Glauben. Auch hier vertraute das Gericht auf die Aussagen eines Sachverständigen, laut dem der Zustand der Lunge nicht auf einen plötzlichen Kindstot hindeutete. Mund und Nase des Mädchens seien wohl fünf Minuten lang verschlossen worden, entweder durch die Hände der Mutter oder ein Kissen.

Die 25-Jährige hatte im Prozess angegeben, sie habe in der Tatnacht große Mengen Alkohol konsumiert und ein Beruhigungsmittel eingenommen. Auch diese Aussagen konnten vor Gericht allerdings nicht bestätigt werden. Anders als von der Angeklagten angegeben war bei der Durchsuchung der Wohnung lediglich eine Flasche Hugo gefunden worden. Auch die Verpackung des Medikaments fand die Polizei nicht.

Die Staatsanwaltschaft war nach der Verhandlung schließlich überzeugt, dass die Mutter ihr Baby bewusst getötet hatte. Das Gericht folgte der Forderung der Staatsanwaltschaft, die 25-Jährige wegen Totschlags und schwerer Körperverletzung zu verurteilen, und sprach eine Haftstrafe von acht Jahren und drei Monaten aus. Die Verurteilte soll in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden. Verteidiger Moritz Bode hatte auf einen Freispruch plädiert und argumentiert, dass es keine Beweise dafür gebe, dass sich die Nacht tatsächlich so abgespielt hatte, wie von den Gutachtern angenommen. Die Verteidigung hat angekündigt, gegen das Urteil in Revision zu gehen. (lat)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X