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Drogen, Festnahmen, Mindestlohn, Schwarzarbeit und Milliardeneinnahmen: Hauptzollamt Augsburg zieht Jahresbilanz

Die Jahresbilanz 2020 des Hauptzollamts Augsburg weist Einnahmen von knapp 5,1 Milliarden Euro aus.

Die Bilanz für das Pandemie-Jahr 2020 stellte der Augsburger Zoll am Freitag vor. Demnach konnte man 5,1 Milliarden Euro an Einnahmen verzeichnen. Auch wurden mehrere Kilogramm an Heroin und Kokain sichergestellt und im Zusammenhang mit Schwarzarbeit und Verstößen gegen den Mindestlohn hätten Gerichte insgesamt 53 Jahre Freiheitsstrafe verhängt.

Die "pandemiebedingten Herausforderungen" hätten die Beamten des Augsburger Hauptzollamts mit Flexibilität und Einsatz bewältigt, so Hans-Henning Kühne, Leiter des Hauptzollamts Augsburg. Im vergangenen Jahr habe das für den Regierungsbezirk Schwaben und den Großraum Ingolstadt zuständige Hauptzollamt Augsburg über 5,1 Milliarden Euro eingenommen. Es zähle zu den einnahmestärksten Hauptzollämtern und leiste auch in Zeiten der Corona-Krise einen wichtigen Beitrag zum Bundeshaushalt, so Kühne weiter. Von den 5,1 Milliarden Euro habe man für den Haushalt der Europäischen Union Zölle in Höhe von 54 Millionen Euro abgeführt. Den größten Teil der Einnahmen, rund 3,8 Milliarden Euro, gehe auf die Verbrauchsteuern zurück, davon entfallen über 3,2 Milliarden allein auf die Energiesteuer. Als Einfuhrumsatzsteuer konnte man insgesamt 813 Millionen Euro verbuchen. Auf die Kraftfahrzeugsteuer entfielen im Jahr 2020 knapp 550 Millionen Euro. Zum traditionell vielfältigen Aufgabengebiet gehört auch die klassische Kontrolle des Warenverkehrs: Die Beamten fertigten im Jahr 2020 knapp fünf Millionen Warensendungen ab.

17 Festnahmen und mehrere Kilo Drogen

Im vergangenen Jahr kontrollierte der Zoll auch 3.460 Fahrzeuge, wobei etwa 5.155 Personen überprüft wurden. Es konnten insgesamt 17 Personen festgenommen werden. Laut eigenen Angaben sei man bei etwa jeder fünften Kontrolle fündig geworden. Betäubungsmittel, Waffen, Schmuggelwaren wie Zigaretten und hochprozentiger Alkohol, aber auch viel zu junge Hundewelpen wurden dabei gefunden. In 42 Fällen wurden Betäubungsmittel festgestellt und insgesamt 2.030 g Kokain und sechs Kilo Heroin sichergestellt.

Kontrolle von Schwarzarbeit und Mindestlohn

Die "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" bearbeite im Auftrag der Staatsanwaltschaft Augsburg mehrere Großfälle, darunter ein Kettenbetrugsfall im Bereich der Gebäudereinigung. "Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit hat in den letzten Jahren konsequent den Verfolgungsdruck erhöht, damit Sozialversicherungsbeiträge und Steuern gleichmäßig abgeführt, Sozialleistungen nicht zu Unrecht bezogen, der Mindestlohn gezahlt und die vorgeschriebenen Arbeitsbedingungen eingehalten werden", so Kühnes Fazit. 2020 seien annähernd 1.200 Arbeitgeber überprüft und über 2.400 Ermittlungsverfahren wegen Straftaten an die Staatsanwaltschaften abgegeben worden. Im Zuge der straf- und bußgeldrechtlichen Ermittlungen sei ein Schaden von knapp 24 Millionen Euro aufgedeckt worden. Die Gerichte hätten bei den von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit ermittelten Verstößen insgesamt 53 Jahre an Freiheitsstrafen und über 2,1 Millionen Euro Geldbußen und -strafen verhängt. (pm)

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