Region: Augsburg Stadt

Drogendeals am Drei-Auen-Platz: Mutmaßliche Rädelsführer stehen nun vor Gericht

Mehrere junge Männer müssen sich aktuell wegen Drogenhandels am Augsburger Amtsgericht verantworten. Sie alle sollen Teil einer Bande gewesen sein, die im vergangenen Jahr am Drei-Auen-Platz Marihuana verkauft haben soll.

Im Prozess-Komplex um eine mutmaßliche Bande junger Drogendealer, die am Augsburger Drei-Auen-Platz ab Sommer 2021 im großen Stil Marihuana verkauft haben soll, hat nun ein weiteres Verfahren am Augsburger Amtsgericht begonnen. Vor Gericht verantworten müssen sich seit Montag die drei mutmaßlichen Haupttäter, die laut Staatsanwaltschaft für die Akquise der Drogen und die Organisation des Handels auf dem Oberhauser Platz verantwortlich gewesen sein sollen.

Die 18, 19 und 20 Jahre alten Männer sollen die "Rädelsführer" der vermuteten Bande gewesen sein, die von Juni bis Dezember 2021 am Drei-Auen-Platz aktiv gewesen sein soll. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich mehrere junge Männer gemeinsam organisierten und die Mitglieder der Gruppe feste Rollen einnahmen. Die drei Angeklagten sollen dabei für die Beschaffung des Marihuanas und die anschließende Weiterverteilung verantwortlich gewesen sein sowie als Geldhalter der Bande agiert haben. So soll die mutmaßliche Bande etwa im Juli 2021 vier Kilogramm Marihuana verkauft haben.

In einem weiteren Verfahren stehen bereits seit Ende Mai zwei Zwillinge vor Gericht, die laut Anklageschrift als wichtigste Verkäufer der Gruppe agiert haben sollen. Die beiden 19-Jährigen bestritten in ihren Einlassungen allerdings, Teil einer Bande gewesen zu sein. Die drei Angeklagten aus dem jüngsten Prozess seien lediglich gute Kindheitsfreunde, mit denen man weiterhin privat Zeit verbracht hatte, erzählte einer der 19-Jährigen. Den Handel mit Marihuana und dessen Erwerb von einem der drei Angeklagten gaben die Brüder hingegen zu.

Zwei andere Prozesse des Verfahrenskomplexes gegen drei weitere Angeklagte sind seit vergangener Woche abgeschlossen. Bei einem dieser Angeklagten handelte es sich laut Staatsanwaltschaft um einen "kleineren Verkäufer", dem Handel mit Marihuana in vier Fällen vorgeworfen wurde. Der 19-Jährige war geständig und wurde letztlich wegen bandenmäßigen Drogenhandels zu einer Jugendstrafe von drei Jahren verurteilt. Ihm wurde außerdem die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet.

Im zweiten abgeschlossenen Verfahren mussten sich ein 19-Jähriger und ein 21-Jähriger verantworten. Die Staatsanwaltschaft hatte dem älteren der beiden jungen Männer vorgeworfen, im Hintergrund als ein Drahtzieher der Bande agiert zu haben, während der jüngere Angeklagte als sogenannter "Läufer" im Marihuana-Verkauf tätig gewesen sein soll. Das Gericht sprach den 21-Jährigen in der vergangenen Woche allerdings frei. Dieser hatte zuvor bereits mehrere Monate in Untersuchungshaft verbracht. Der 19-Jährige erhielt wegen bandenmäßigen Drogenhandels eine Jugendstrafe von drei Jahren und drei Monaten.

Für die Prozesse um die drei mutmaßlichen Rädelsführer und die Zwillinge als mutmaßliche Hauptverkäufer sind noch weitere Verhandlungstage angesetzt. (lat)

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