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Finanzkontrolle Schwarzarbeit legt die Jahresstatistik vor: Insgesamt Freiheitsstrafen von 53 Jahren

Die Beamten führen eine Befragung von Arbeitskräften auch während der Pandemie durch.

Das Hauptzollamt Augsburg hat nun die Zahlen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des vergangenen Jahres für Schwaben und Teile Oberbayerns veröffentlicht.

"Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Augsburg, mit weiteren Standorten in Ingolstadt, Kempten und Lindau, kommt ihren Aufgaben trotz der Corona bedingten Einschränkungen im vollen Umfang nach.", betont Hans-Henning Kühne, Leiter des Hauptzollamts Augsburg. Die FKS prüfte "unter Einhaltung von strengen Hygienemaßnahmen im Rahmen von zahlreichen deutschlandweiten Schwerpunktprüfungen" unter anderem in den Bereichen Kurier- und Paketdienstleister sowie in der Fleischindustrie.

Unter Beteiligung der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung München war die FKS im September vergangenen Jahres mit mehr als 500 Einsatzkräften deutschlandweit im Einsatz. Bei diesem Großeinsatz wurden drei Personen festgenommen. Dabei wurden über 30 Objekte durchsucht, mehr als 100 Arbeitskräfte befragt und in 42 Fällen Verstöße gegen das Arbeits- und Aufenthaltsrecht festgestellt.

Auch im Jahr 2020 habe die Finanzkontrolle Schwarzarbeit konsequent den Verfolgungsdruck aufrechterhalten. "Die Kontrollen tragen dazu bei, dass Sozialversicherungsbeiträge und Steuern gleichmäßig abgeführt, Sozialleistungen nicht zu Unrecht bezogen, der Mindestlohn gezahlt und die vorgeschriebenen Arbeitsbedingungen eingehalten werden", so Kühne.

Im vergangenen Jahr kontrollierte die FKS rund 1200 Arbeitgeber und es wurden insgesamt über 2400 Ermittlungsverfahren wegen Straftaten an die Staatsanwaltschaften abgegeben. Im Rahmen der straf- und bußgeldrechtlichen Ermittlungen seien laut der Jahresstatistik Schäden in Höhe von knapp 24 Millionen Euro aufgedeckt. Die Gerichte erwirkten bei den ermittelten Verstößen Freiheitsstrafen von insgesamt 53 Jahren und knapp 900.000 Euro an Geldstrafen. Weitere 1,2 Millionen Euro wurden als Geldbußen, Verwarnungsgelder oder Einziehungsbeträge von der Ahndungsstelle des Zolls festgesetzt. Im Jahr 2020 wurden 782 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und insgesamt 849 Bußgeldverfahren von der Ahndungsstelle abgeschlossen. (pm)

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