Region: Augsburg Stadt

"Nicht mit meiner Oma" – Augsburger Polizei startet Kampagne gegen Telefonbetrüger

Bei der Pressekonferenz für Schülerzeitungen erklärte die Polizei den Schülern die Maschen der Telefon-Betrüger. Im Anschluss konnten die Schüler Fragen an Polizeipräsidenten Martin Wilhelm und Kriminaldirektor Mario Huber stellen.

Die Anzahl von Fällen von Telefonbetrug nimmt laut Polizei immer mehr zu. Um über ihre neue Kampagne "Nicht mit meiner Oma!" zu informieren, hat das Polizeipräsidium Schwaben-Nord nun die erste Pressekonferenz für Schülerzeitungen abgehalten.

Telefonbetrüger, denen insbesondere ältere Menschen zu Opfer fallen, sind trotz großer Anstrengungen der Polizei immer noch erfolgreich. Alleine am Dienstag gab es in einigen Stadtteilen Augsburgs mehrere betrügerische Anrufe, bei denen zwei Seniorinnen um fünfstellige Geldbeträge gebracht wurden. Nun holt die Polizei gezielt Schülerinnen und Schüler zur Hilfe. Unter dem Hashtag #NMMO (Nicht mit meiner Oma - Nicht mit meinem Opa) startet eine groß angelegte Präventionskampagne.

40.000 Postkarten mit Verhaltenstipps sollen an alle Schülerinnen und Schüler in Nordschwaben verteilt werden mit der Bitte, diese an ihre Omas oder Opas zu übergeben. Darüber hinaus hat die Polizei zahlreiche Partner mit ins Boot geholt, die die Kampagne unterstützen. Die Stadt Augsburg wird mit ihren Social-Media-Kanälen auf das Thema aufmerksam machen. Auch die Stadtwerke Augsburg haben sich bereit erklärt, Informationen und Verhaltenstipps auf ihren Bildschirmen in Bus und Tram zu teilen. Weitere Partner sind unter anderem der Zoo Augsburg, Influencer aus der Region, der FCA oder oder die Augsburger Panther, die bei ihren kommenden Eishockeyspielen Informationsvideos auf ihrer Leinwand zeigen wollen. Die Polizei erhofft sich dadurch, möglichst alle Generationen zu erreichen und das Thema "mitten in die Gesellschaft" zu tragen.

Am Mittwoch wurde die Kampagne zudem bei der ersten Schülerzeitungspressekonferenz der Polizeiinspektion Schwaben-Nord vorgestellt. Anwesend waren neben dem Polizeipräsidenten Martin Wilhelm und dem leitenden Kriminaldirektor Mario Huber zahlreiche Schüler und Lehrer aus Augsburgs Schulen. Wilhelm ließ wissen, dass er es "wirklich ganz klasse" finde, dass sich junge Menschen als "Botschafter" für dieses Thema engagieren wollen. Mario Huber erklärte den Schülern bei der Pressekonferenz die gängigsten Maschen der Betrüger: Meistens geben sich diese als Polizeibeamte, Verwandte oder Bankmitarbeiter aus, um durch erfundene Geschichten Geld oder Wertgegenstände von Senioren zu ergattern. "Opfer dieser Straftat kann potentiell jeder werden", warnte er. Im Anschluss nannte er die wichtigsten Verhaltenstipps: Niemals sollten Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen an der Haustür übergeben werden. Darüber hinaus sollten Angehörige immer unter der bekannten Nummer zurückgerufen werden, um zu überprüfen, ob die über sie erzählten Geschichten wirklich stimmen. Außerdem gilt: Schon beim geringsten Zweifel sollte nicht gezögert werden, den Notruf 110 zu wählen, so Huber.

Am Ende der Pressekonferenz durften die Schüler Fragen stellen. Auf die Nachfrage eines Schülers, ob Telefonbetrüger eher einzeln oder im Team vorgehen, antwortete Huber etwa, dass die Anrufe zwar in der Regel von nur einer Person durchgeführt werden, jedoch dahinter meistens ein größeres Team beziehungsweise ein großes Call-Center stecke. (cr)

Weitere Bilder

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben
 


X